(openPR) Die Sucht nach Schönheit
Köln, 17. Oktober 2011 – Herbert Chavez mimt den Superman. Nach zahlreichen Schönheitsoperationen sieht der 35 jährige Philippino seinem Comic-Helden wie aus dem Gesicht geschnitten. In den vergangenen 16 Jahren ließ sich Chavez unter anderem ein eckiges Kinn modellieren, die Nase formen, mit Silikon die Lippen aufspritzen, Implantate für einen muskulösen Oberkörper einsetzen sowie die Haut bleichen. Selbst die Supermann-Haartolle ist aus Plastik.
Diese übertriebene Sucht nach 'Schönheit' und damit verbundene Störung in der Wahrnehmung des eigenen Körpers nennt die Medizin Dysmorphophobie. Aber auch ohne eine krankhafte Phobie legen sich auch in Deutschland immer Menschen für ein scheinbar perfektes Antlitz unter das chirurgische Messer.
Dabei beträgt das Durchschnittsalter dieser Patienten knapp 39 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). „Bei weiblichen Patienten steht die Brustvergrößerung mit rund 29 Prozent auf Platz Eins der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen“, berichtet DGÄPC-Präsident Sven von Saldern.
Die zweithäufigste Schönheitsoperation bei den Frauen ist demnach die Fettabsaugung, gefolgt von der Lidstraffung. Bei Männern liegt mit gut 19 Prozent der Befragten die Fettabsaugung ganz vorn, dahinter folgen die Lidstraffung sowie die Nasenkorrektur. „Über zwei Drittel aller plastischen Operationen haben keine wirkliche medizinische Indikation, sondern geschehen auf Wunsch der Patienten“, schätzt der Kölner Plastische Chirurg Dr. Friedrich Pullmann.
Deshalb spiele die präoperative Diagnostik und das Beratungsgespräch in der Praxis eine sehr wichtige Rolle, um nur gesunde Menschen auszuwählen, erklärt Dr. Pullmann. Grundsätzlich gilt: je größer der chirurgische Eingriff ist, desto höher wird das Risiko für eine Komplikation während oder nach der Operation.
Die DGÄPC—Befragung weist hier Männern risikofreudiger aus, denn ihre Bereitschaft, sich außerhalb deutscher Grenzen ästhetisch operieren zu lassen, ist deutlich höher als bei Frauen: Auf die Frage, „würden Sie einen Eingriff im Ausland vornehmen lassen?“ antworteten 30 Prozent der Männer mit „Ja“ – hingegen würde aber nur jede fünfte Frau diesen Schritt wagen.
„Leider ist der Begriff 'Schönheitschirurgie' nicht geschützt“, klagt Dr. Pullmann. Auch ein Allgemeinchirurg, HNO- oder Frauenarzt kann sich entsprechend betiteln. Wichtig sei aber die fachlich fundierte Ausbildung in der plastischen und ästhetischen Chirurgie. Denn für eine Schönheitsoperation um jeden Preis, zahlt der Patient oft einen zu hohen Preis.











