(openPR) Hamburg, 30. September 2011. Small Talk – für manche die hohe Kunst des kleinen Gesprächs, für andere eine echte Herausforderung und harte Arbeit. So oder so: Ohne ihn kommen wir nicht aus. Er gehört dazu, sei es während eines Empfangs, vor einer geschäftlichen Sitzung, bei der privaten Einladung mit unbekannten Tischnachbarn oder mit jemandem, der mit uns im Lift feststeckt.
Wer kennt das nicht: Nach einem langen Arbeitstag noch die Einladung für eine Kundenveranstaltung. Der Vortrag war ansprechend, die Zuhörer interessiert und der Gastgeber kündigt nun den Aperitif mit Imbiss an. Die Kunden strömen aus dem Plenum – Zeit für den Empfang und für Gespräche. Man würde am liebsten ein Glas trinken und dann verschwinden. Denn wie soll man auf jemand Wildfremden zugehen? Worüber soll man ohne besonderen Grund sprechen? Wie das Gespräch elegant verlassen?
Das erste große Missverständnis in Bezug auf Small Talk ist seine eigentliche Bedeutung. Von vielen als oberflächliches, unwichtiges Gerede abgetan, hat er in der Tat eine maßgebliche Funktion. Er bildet die Basis für einen weiter gehenden, tieferen Dialog. Mit Small Talk bricht man das Eis, man wärmt sich auf für das geschäftliche Gespräch oder lernt so vielleicht ganz einfach interessante Menschen kennen.
Ein weiterer Irrtum ist der Glaube, mehrheitlich selber etwas sagen zu müssen, um peinlichen Pausen aus dem Weg zu gehen. Konversation ist zwar reden aber auch aktives Zuhören. Gute Gesprächspartner zeigen Interesse an ihrem Gegenüber, stellen Fragen, ohne gleich ein Verhör daraus zu machen und gehen auf das Gesagte ein. Konzentration ist gefordert, damit man sich nicht ablenken lässt von den Gedanken über den nächsten Satz, den man sagen möchte, über die letzte Sitzung, die nicht gut gelaufen ist oder von der Anwesenheit anderer Personen im Raum.
Durch Small Talk soll man sich angenommen fühlen, nicht herausgefordert. Daher sind polarisierende Themen als Gesprächsinhalte nicht ratsam. Dazu gehören Politik, Religion, Geld, Krankheit, Klatsch und Witze fragwürdigen Geschmacks. Hingegen gibt es eine Fülle von Themen, derer man sich für das Annäherungsgespräch bedienen kann: Reisen, Beruf, Familie, Kunst, Kultur, Literatur, Essen und Trinken – um nur einige zu nennen. Ein guter Einstieg ist auch immer die Veranstaltung selbst. Statt sich als Kundenberater nach dem Vortrag über Geldanlagen in eine Ecke zu drücken, könnte man gleich zu Beginn des Aperitifs den nächst besten Gast ansprechen und etwas sagen wie: „So viele trockene Zahlen machen durstig! Was kann ich Ihnen zu trinken anbieten?“ Selbstverständlich gehört auch dazu, dass man sich mit Namen vorstellt.
Der gekonnte Abgang ist hin und wieder ebenfalls eine Herausforderung – aber keine, der man sich nicht selbstbewusst stellen könnte. Es ist einfacher, sich zu verabschieden, wenn man selber gerade das Wort hat, als darauf zu warten, dass der Gesprächspartner Luft holt um dann unvermittelt zu sagen: „Also dann: Auf Wiedersehen“. Dem eigenen, letzten Satz zum Gesprächsthema etwas anzufügen wie: „Es war sehr nett, mit Ihnen zu sprechen, vielleicht sehen wir uns im Verlaufe der Veranstaltung noch einmal“ ist eine freundliche und stilvollere Variante.
Kennen wir nicht alle den gewandten Small-Talker, dem die Themen nie ausgehen? Der an jedes Gespräch mit einem anderen, aber ähnlichen Thema anknüpfen kann und dabei nie gekünstelt oder angestrengt wirkt? Ist das Talent? Vielleicht. Aber wahrscheinlicher gute Vorbereitung. Er hat sich bei den Gastgebern erkundigt, wer die anderen Gäste sind und was die Verbindung zu ihnen ist. Er hat nebst seiner üblichen Tageszeitung auch die lokalen Nachrichten gelesen und auf dem Weg zur Veranstaltung die Umgebung beobachtet: Was wird dort gebaut? Ist das Restaurant um die Ecke empfehlenswert? Dann hat er vielleicht noch einen Blick auf www.small-talk-themen.de geworfen und sich das täglich aktuelle Small Talk Thema angeschaut. Oder er hat auf www.interessante-fakten.de gelesen, dass der durchschnittliche Regentropfen eine Geschwindigkeit von 35km pro Stunde erreicht und eröffnet so gekonnt das Gespräch an einem grauen Regentag.
Also doch eher harte Arbeit als hohe Kunst? So oder so: Small Talk wird zu Unrecht klein gemacht. Er ist der Beginn aller großen Gespräche. Man muss ihn nur zu schätzen – und vor allem – zu nutzen wissen.
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