(openPR) Noch bis zum 30. März 2010 läuft die Ausstellung “Résumé” anlässlich des 20jährigen Bestehens der Galerie Ucher
Am 27 Februar 2010 findet um 16.00 Uhr eine Gesprächsrunde mit Künstlern der Galerie statt.
Ausgangspunkt des Gesprächs bilden Kategorien, die wesentlich zum Feld der konkret-konstruktiven Kunst gehören, die den Schwerpunkt der Galerietätigkeit bildet.
Reduktion - Material - Komplexität
Reduktion ist ein Schlüsselbegriff der konkret-konstruktiven Kunst. Nach der Abkehr der Kunst vom Abbildhaften, der Lösung vom Gegenständlichen wie Figürlichen zu Beginn des 20. Jh. war der Weg für ein bildnerisches Schaffen eröffnet, das mit einer elementaren Sprache von Form und Farbe Räume für eine neue Unmittelbarkeit und Radikalität des künstlerischen Ausdrucks erschloss. Auch in der zeitgenössischen Kunst sind sowohl geometrisch – konstruktive als auch konkrete Tendenzen eine nennenswerte Größe.
In der laufenden Präsentation der Galerie Ucher ist Reduktion der Bildnerischen Elemente in vielfacher Weise thematisiert. Die Fügung von Form, Farbe und innerer Ordnung der Werke beruht auf meist ergründbaren Maßen und Regeln, ohne allerdings die Individualität der künstlerischen Position preiszugeben. Die Frage der Materialhaftigkeit eines Werkes ist prinzipiell in jeder Kunst gegeben, im Bereich der Konkret -Konstruktiven Kunst erhält sie aber eine fokussierte Bedeutung. Farbe und Form verweisen nicht auf etwas – zumal Gegenständliches-, sondern sind selbst Träger des Inhaltlichen. Viele Werkbeispiele belegen, wie die bildnerischen Mittel Farbe, Form, Ordnung sich selbst thematisieren und so auch Auskunft geben über den Entstehungsprozess eines Werkes. Der Werkstoff, ob Pigment, Farbe, Wachs, Glas, Papier, Holz – ist nicht der bildnerischen Idee untergeordnet, sondern deren integrativer Bestandteil.
Komplexität ist ein begrifflicher Gegensatz zu Reduktion. Im Kontext der Kunst und im Besonderen des Spektrums, das in der Galerie Ucher vertreten ist, markiert das Begriffspaar ein Spannungsfeld, in dem das scheinbar Unvereinbare verschmilzt.
Reduktion bedeutet nicht Simplifizierung, sondern öffnet gerade im Zusammenhang mit der besonderen Bedeutung des Materials und der sichtbaren Prozesshaftigkeit den Weg zur Komplexität: Das Auftragen einer Wachsschicht auf Glas ist ein sichtbar einfacher Vorgang, der ein äußerst komplexes Ergebnis zeitigt; ebenso wie die Fügung einer systematisch angelegte Folge von Schnitten durch ein regelmäßiges Format.
Es wird interessant sein mitzuerleben, wie die teilnehmenden Künstler im Gespräch diese Kategorien auf ihr eigenes Werk beziehen und in welcher Hinsicht Gemeinsamkeiten oder Unterschiede festzustellen sind.
Folgende Künstler sind anwesend:
Helmut Dirnaichner – Reinhard Lättgen – Willi Otremba – Sybille Pattscheck – Janusz Stega – Gaby Terhuven – Michael Wittassek












