(openPR) Die Ausstellung "Strange Light", in der Galerie Ucher vom 13. April bis 11. Juni 2011 zu besichtigen, zeigt Arbeiten der Kölner Künstlerin Sybille Pattscheck (geb.1958) aus der Corona-Chrome-Serie. In ihr manifestieren sich die auf Plexiglas aufgetragenen, in Wachs gebundenen Farbfelder als lichterfüllte Raumbilder und treten dem Betrachter in ihrer Farbwirkung wie wundersame Lichträume entgegen. Wie kommt es zu dieser Farbe-als-Licht-Wahrnehmung, warum ist sie derart direkt und ohne Umwege erfahrbar in Pattschecks Kunst, und um welchen Preis ist die Reinheit der Wirkung erkauft?
Wir sprechen hier nicht von farbigem Licht, jedoch von lichter Farbe, dieses Licht ist nicht als ein von der natürlichen Außenwelt hereinkommendes aufzufassen und zudem nicht gleichzusetzen mit Beleuchtungsanordnungen, wie sie außerhalb der Kunst vorkommen, sondern es ist als integriertes, selbstreferentielles und kunstimmanentes Phänomen dieser raumhaltigen Bilder zu verstehen. Das künstlerische Prinzip der Imitatio ganz wörtlich auffassend bedient sich die Künstlerin eines Kunstgriffs, indem sie die elementare Kluft zwischen Sein und visueller Erscheinung in eins fallen lässt: Ein wesentlicher Schlüssel dazu bilden allein die Schlichtheit des meist dem Regelmaß der quadratischen Komposition verpflichteten Aufbaus und die Verwendung eines 6 cm dicken Glaskörpers, der insofern erst die Voraussetzung für eine Verselbständigung von Licht schafft, als dass die aufgetragene Farbe von den Glasrändern her ausstrahlt und in den Bildraum hineinwirkt. Die Strahlkraft der Farbe erscheint wie in sich selbst lebendig und entfaltet und begrenzt sich derart innerhalb der Komposition zu gleichen Teilen.
Der scharf begrenzte Bildraum wirkt plötzlich wie eine Verdichtungsfläche und stellt eine Verbindung mit dem außerhalb von ihm sich befindlichen „Weltraum“ her, indem das Licht die Farbe in den angrenzenden Raum überführt: Es ist der Moment, wo das Bild, das einem vor Augen steht, sich plötzlich mit jenem des Werktitels, der Corona Chromes, vereinigt als Ikone des Lichts schlechthin: die Atmosphäre der Sonne, deren zarter Strahlenkranz nach außen in den interplanetaren Raum hineinreicht. Es ist am Ende auch der Moment, gleichsam als Überschreitung, an dem wir als Betrachter, diese kosmologischen Gesetze per Analogie soeben in uns nachzeichnend, aus uns selbst heraustreten.
STEPHAN CLASSEN













