(openPR) Eine Studie zum Status Quo der deutschen Online-Dating-Branche
Online Dating, jahrelang einer der profitabelsten Märkte im deutschen Internet, stagniert 2011 im Umsatz bei 175 Mio. Euro – nach einem Vorjahresumsatz von 174 Mio. Euro. Zunehmender Konkurrenzdruck und der damit verbundene Anstieg der Marketingausgaben führt Anbieter an die Grenzen der Profitabilität. Die Branche sucht nach neuen Umsatzhebeln und steht dabei vor einer Konsolidierungswelle.
Jahrelang waren die Partner- und Singlebörsen hinsichtlich Umsatzwachstum und Profitabilität so etwas wie das Aushängeschild des deutschen Internet-Marktes. Die Branche lieferte Jahr für Jahr Wachstumsraten wie auch Profitabilität im zweistelligen Prozentbereich ab.
Für 2011 scheint dies aber nicht mehr der Fall zu sein. Die Boom-Branche wird erwachsen, das Wachstum ebbt ab und der Markt beginnt zu stagnieren.
Die gesamte Branche machte in Deutschland im Jahr 2010 einen Gesamtumsatz von ca. 174 Millionen Euro. Von diesen 174 Millionen Euro entfallen in etwa 68 Millionen Euro auf die Partnervermittlungen (angeführt von PARSHIP und ElitePartner mit jeweils ca. 25 Mio. Euro in Deutschland), ca. 59 Mio. € auf die Flirtbörsen (klarer Marktführer FriendScout24 mit ebenfalls ca. 25 Mio. in Deutschland), und rund 37 Millionen Euro auf erotische Dating-Angebote inklusive dem wachsenden Bereich an Seitensprung-Vermittlern. Die große Zahl der Nischenanbieter (z.B. grosseleute.de oder hunde-date.at) erreichte insgesamt ca. 10 Millionen Euro Umsatz. Dieser Branchenumsatz entspricht im Wesentlichen dem des Jahres 2009 und wird sich vermutlich auch im Jahr 2011 insgesamt kaum nach oben bewegen. Wir erwarten für Deutschland im Jahr 2011 einen Branchenumsatz in der Größenordnung von 175 Mio. €.
Die breite Akzeptanz des Online Datings wurde nicht zuletzt durch umfangreiche Werbemaßnahmen teuer erkauft: Glaubt man Nielsen, einem der relevantesten Werbeforschungsunternehmen, brachten es die Flirt- und Datingfirmen schon im Jahr 2009 auf ein Brutto-Werbevolumen von über 100 Millionen € - mit einer deutlich steigenden Tendenz.
Zwangsläufig bedeutet das für die Marketing-Strategen des Online-Datings, dass die Kosten für weiteres Wachstum prohibitiv teuer werden können. Online-Dating wird zum gesättigten Markt.
Für die Anbieter kommt eine weitere Schwierigkeit hinzu: Nicht nur, dass sie sich in einem gesättigten Markt bewegen, sie sehen sich zusätzlich vermehrt der Konkurrenz von kostenlosen Alternativen ausgesetzt – insbesondere in Form der sozialen Netzwerke wie Facebook. Daher ist es nur schlüssig, dass die Dating- und Partnervermittlungsbranche ihrerseits versucht, die eigenen Spielfelder auszuweiten und neue Geschäftsmodelle erprobt. So haben jüngst die beiden Branchengrößen PARSHIP (mit dem Facebook-basierten Dating-Dienst 12like) und FriendScout24 (mit dem Erotik-Portal secret) neue Themenfelder angegriffen, während eDarling ganz aktuell mit betterdate die Partnervermittlung um eine Singlebörse ergänzt.
Bleibt den Anbietern zu wünschen, dass diese neuen Ansätze von Erfolg gekrönt sein werden und einen Weg aus der Stagnation weisen. Sollte dies nicht gelingen, werden wohl einige über den Weg von Zukäufen zu wachsen versuchen und so die Branche konsolidieren. Als treibender Akteur könnte hier match.com in Erscheinung treten, die international erfolgreich sind, im deutschen Markt aber noch nicht so recht Fuß fassen konnten.
Zur gesamten Studie: http://www.online-partnersuche.de/blog/studien/der-online-dating-markt-in-deutschland-eine-studie.html










