(openPR) Mannheimer Filmtheaterbetriebe wollen in Heidelberg das neue Kino bauen – Viel Lob für Wirtschaftsförderung
„Ich würde mich wahnsinnig gerne wieder in Heidelberg als Kino-Betreiber engagieren“. Mit diesen Worten outet sich der Chef des Mannheimer Familienunternehmens Spickert als erster Interessent für das in Heidelberg geplante neue Kino. Damit will der Mannheimer Kino-Chef Christian Spickert an alte Zeiten anknüpfen, als seine Familie in der Bergheimer Straße 59 noch das legendäre „Capitol“ betrieb - also dort, wo heute die Heidelberger Bio-Szene im Alnatura-Supermarkt einkauft.
Christian Spickert kommt ins Schwärmen, wenn er von dem 1927 erbauten prächtigen Stummfilmpalast spricht, das derselbe Architekt erbaut hat, der auch das noch bis heute mit Kultur bespielte Mannheimer „Capitol“ erschuf. Die Spickerts übernahmen das Heidelberger „Capitol“ im Jahre 1965 und statteten den Kino-Tempel mit neuester Technik aus. Doch die damaligen Besitzer verkauften die große Immobilie Anfang der 70-er Jahre. Am 2. Juni 1971 lief im Heidelberger „Capitol“ die letzte Vorstellung und zwei Jahre später besiegelte die Abrissbirne das Ende der Bergheimer Kino-Kultur.
„Mich elektrisiert an den Heidelberger Überlegungen auch die Standort-Frage“, so Spickert, denn im Heidelberger Westen mit einem neuen Filmpalast an eine große Tradition anzuknüpfen, hat für den Kino-Mann einen ganz besonderen Geschmack. Allerdings betont Christian Spickert, dass er sich in die Diskussion um den Standort „auf gar keinen Fall“ einmischen wird. Spickert attestiert der Wirtschaftsförderung im Heidelberger Rathaus in der jetzt so schnell aktuell gewordenen Kino-Frage insgesamt ein „sehr professionelles Vorgehen“. „Die haben sich in die komplexe Problematik richtig gut reingeschafft“, so der Mannheimer.
Auch wie die Verwaltung das ganze Thema anpacke, sei bemerkenswert. Es sei „völlig klar“, dass die Heidelberger den Standort für ihr neues Kino selbst und ganz alleine ermitteln. „Bei solchen kommunalpolitischen Fragen haben sich Investoren heraus zu halten“, so Spickert. „Unser Job fängt erst an, wenn die Stadt und ihre Bürger gesagt haben, wo´s lang geht“. Spickert stellt auch klar, dass er alle Standort-Vorgaben akzeptieren werde, auch wenn es „am Ende des Tages nicht der Heidelberger Westen wird“.
Gefragt nach seinen Plänen, reagiert der Chef der Filmtheaterbetriebe Spickert eher zurückhaltend, solange die Diskussion noch läuft. Allerdings kann sich Spickert eine gute Partnerschaft mit den kleineren Heidelberger Filmkunst-Leinwänden vorstellen, zumal er mit der Betreiberin des Altstadt-Kinos „Gloria / Gloriette“ nicht nur freundschaftlich, sondern auch geschäftlich verbunden ist. „Die Art-Haus-Kinos sind für die cineastische Kultur genauso wichtig wie große Leinwände“, so Spickert. „Nur wenn da ein Miteinander stattfindet, kann der Kinostandort insgesamt hohe Attraktivität gewinnen“, meint er und verweist auf die bunte Mannheimer Kinolandschaft.
Ganz wichtig für die aktuelle Heidelberger Diskussion findet der Mannheimer Kino-Mann, „dass es jetzt schnell geht“. Wenn zum Jahresende das Lux wirklich schließt, würden die Kino-Freunde abwandern und seien dann nur mit großer Anstrengung zurück zu gewinnen. Allerdings könne ein neues Kino nicht in wenigen Monaten errichtet werden. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, für das Lux eine Gnadenfrist zu verhandeln oder eine attraktive Übergangslösung zu finden, so sei dies sicher ein guter Weg, an dem er auch mitarbeiten würde.
Interview: http://www.schnupper.de/mp3/cs.mp3













