(openPR) (Wien, 23. September 2011) – Studien belegen: Sprachbarrieren beinahe ebenso relevant wie Datenschutzbedenken für Stagnation des grenzüberschreitenden Online-Handels
Online-Shops bieten Unternehmen (zumindest geografisch) nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, potentielle KundInnen zu erreichen. Anlässlich des Europäischen Tags der Sprachen am 26. September zeigen die Wiener Sprachdienstleister auf, was Sprachbarrieren damit zu tun haben, dass das enorme Potential grenzüberschreitenden Online-Handels trotzdem noch immer weitgehend unerschlossen ist.
Laut Eurostat nutzten 2010 erst neun Prozent der EU-Bürger die Möglichkeit, auch Produkte von Anbietern aus anderen EU-Staaten online zu erstehen – eine Zahl, die nicht nur eine Beinahe-Stagnation im grenzüberschreitenden Online-Handel belegt, sondern die auch in krassem Gegensatz zu jenem Drittel der Befragten steht, das angab, prinzipiell gerne auch bei Anbietern aus anderen EU-Staaten einkaufen zu wollen. Bei der Analyse der Hauptbeweggründe für dieses zögerliche Konsumverhalten erwiesen sich Sprachbarrieren (27 Prozent) als absoluter Schlüsselfaktor – einzig Bedenken bezüglich der Herausgabe von Kreditkartendetails wurden noch häufiger genannt (31 Prozent).
Unsichtbare Grenzen
Moderne Transport- und Kommunikationsmittel haben die Welt zwar näher zusammenrücken lassen – Inbegriff und Symbol dieser Entwicklung ist das Internet. Doch auch hier bilden Sprachbarrieren nach wie unsichtbare Grenzen, die einen maßgeblichen Einfluss auf Kaufentscheidungen haben. Vor diesem Hintergrund werden Übersetzung und Lokalisierung, also die Berücksichtigung formaler und kultureller Besonderheiten der Zielsprache, zu zentralen Mitteln, um die KonsumentInnen zu erreichen, zu überzeugen und langfristig zu binden – und damit das noch bestehende Vakuum im grenzüberschreitenden e-commerce zu füllen.
Can‘t read, won‘t buy
Wie groß der Einfluss von Sprache auf das Kaufverhalten tatsächlich ist, zeigt auch eine internationale Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Common Sense Advisory. So gaben im Schnitt 52 Prozent der befragten Online-KäuferInnen an, nur auf Websites zu kaufen, die in ihrer Muttersprache verfasst sind. In Japan und Frankreich lag dieser Wert sogar bei über 60 Prozent. „Die gute Nachricht für Unternehmen, die dennoch vor den Kosten zurückschrecken ist allerdings, dass 64 Prozent der StudienteilnehmerInnen auch angaben, bereit zu sein, mehr für ein Produkt zu zahlen, wenn die Informationen dazu für sie verständlich sind“, erläutert Mag. Sabine Kern, Vorsitzende des Berufsgruppenausschusses Sprachdienstleister in der Wirtschaftskammer Wien.













