(openPR) Der Berliner Künstler Christopher Lehmpfuhl malt Architektur und Landschaft ausschließlich plein air und mit bloßen Händen. Ohne Pinsel oder andere Hilfsmittel schafft er meist großformatige Gemälde mit zentimeterdickem Farbauftrag. Angezogen von Stimmungen oder Unstimmigkeiten, einem besonderen Licht oder ungewohnten Blickwinkeln, setzt er das, was er mit allen Sinnen wahrnimmt, künstlerisch um: er modelliert das Licht mit Farbe auf die Leinwand.
Die vorliegende Monografie Christopher Lehmpfuhl - Berlin Plein Air. Malerei 1995-2010 konzentriert sich auf 400 ausgewählte Arbeiten des Künstlers, die Berlin zum Thema haben. Seit über fünfzehn Jahren ist Lehmpfuhl in seiner Geburtsstadt unterwegs und setzt sich mit all ihren Facetten und Gesichtern auseinander. Bekannte Denkmäler und Plätze zählen ebenso dazu wie die versteckten Winkel oder so manches Detail, das dem flüchtigen Blick eines Passanten normalerweise entgeht. Ein von der Wintersonne angestrahlter Schornstein ist für Christopher Lehmpfuhl genauso ein bildwürdiges Motiv wie die Tristesse der Straßenzüge im Schmuddelwetter, das Bode-Museum in Frühlingsstimmung oder der Potsdamer Platz vor der Grundsteinlegung. Kaum ein Künstler vor ihm hat sich in so vielen Werken mit dieser Stadt auseinandergesetzt.
Der aufwendig gestaltete Band ist mehr als nur eine Werkmonografie, die die künstlerische Entwicklung Christopher Lehmpfuhls nachvollzieht. Er ist auch ein zeitgeschichtliches Dokument, das die vielen städtebaulichen Veränderungen in Berlin festhält und die Stadt in ihrer Schönheit, aber auch in ihrer Hässlichkeit erfasst und erlebbar macht. Ein zentrales Werk Lehmpfuhls ist sein Zyklus „Die neue Mitte“, in dem er den Rückbau des Palasts der Republik dokumentierte. Anfangs fasziniert von den plötzlich frei gewordenen Blickachsen auf die Stadt, konnte er nicht aufhören, die verschiedenen Stadien des Rückbauprozesses festzuhalten. So hat er zuletzt gewissermaßen das Verschwinden der DDR auf die Leinwand übertragen. Christopher Lehmpfuhl ist, ohne dass er es geplant hat, zu einem malenden Chronisten Berlins und seiner Brüche geworden.
Ein Essay der Kunsthistorikerin und Journalistin Dr. Melanie Klier erläutert das Werk Lehmpfuhls und zeigt unter anderem, wie er neue Wege in Abgrenzung zu seinen erklärten Vorbildern wie Liebermann, Corinth oder Kirchner findet. Für eine Sonderedition dieses Titels hat Lehmpfuhl eigens 100 Kleinformate gemalt, die als Originale beigefügt sind.
Erika Maxim-Lehmpfuhl (Hg.)
Christopher Lehmpfuhl: Berlin Plein Air. Malerei 1995-2010
240 × 345 mm
456 Seiten
über 400 Abbildungen
Hardcover mit DVD-Film über den Künstler
ISBN 978-3-938666-51-7 (deutsch/englisch)
© 2011. DOM publishers













