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Brain-drain, Demographie und schulische Defizite - Rückgang der Studentenzahlen bei den technischen Fächern hat mehrere Ursachen

11.08.200512:30 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Stuttgart – Die Deutschen klagen über eine Rekordarbeitslosigkeit. Doch die Zahl von rund fünf Millionen Erwerbslosen verdeckt, dass das Land in Kürze mit einem besonderen Problem zu kämpfen haben wird: Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird schon in wenigen Jahren über zu wenig besonders gut ausgebildete Fachkräfte verfügen. In einigen Sparten herrscht bereits jetzt Fachkräftemangel. Studien belegen: Während in den meisten OECD-Staaten immer mehr Nachwuchsakademiker in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern einen Abschluss machen, stagniert in Deutschland die Zahl der Absolventen seit Jahren. Experten halten diese Entwicklung deshalb für so gefährlich, weil ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik auf die Innovationsfähigkeit, das technische Know-how und die Bildung seiner Bevölkerung angewiesen ist, um im internationalen Vergleich nicht weiter abzusteigen.

„Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften hat verschiedene Ursachen“, erläutert Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters NextiraOne http://www.nextiraone.de. „Der demographische Wandel spielt eine Rolle. Deutschland ist nach Italien und Japan hier besonders schlecht aufgestellt. Dann kommt noch das Problem des Brain-drains hinzu. Viele kluge Köpfe gehen zum Beispiel nach Amerika, weil sie dort ungehinderter forschen können und mehr Freiheiten haben, wenn sie sich selbständig machen wollen. Ein dritter Faktor könnte besonders gravierende Folgen haben: Der Rückgang bei den technischen Studienfächern ist alarmierend.“ In den vergangenen zehn Jahren – so Reisingers Argumentation – hätten sich immer weniger Mädchen und Jungen für ein Studium der Mathematik, Ingenieurwissenschaften oder technischer und naturwissenschaftlicher Fächer entschieden. „Da gibt es mittlerweile einen richtigen Engpass“, sagt Reisinger.

Man dürfe sich mit dieser Situation aber nicht abfinden. Im Schulunterricht gelten geisteswissenschaftliche Unterrichtsfächer immer noch mehr, monieren Bildungsexperten. Fächer wie Mathematik, Chemie oder Physik hätten oft keinen hohen Stellenwert oder würden mit didaktisch mangelhaften Methoden an die Schüler vermittelt. Chemie und Physik werden beispielsweise erst ab der siebten Klasse unterrichtet. „Defizite gibt es insbesondere bei der Förderung der Mädchen. Es gelingt den Schulen oft nicht, den weiblichen Teil der Schülerschaft für solche Fächer zu begeistern. Es liegt auf der Hand, dass dieser Personenkreis dann später an der Uni lieber Sprachen, Jura oder etwas anderes studiert. Wir können es uns aber auf Dauer nicht erlauben, dieses Potenzial brach liegen zu lassen, da weibliche Studentinnen oft erfolgreicher sind als ihre männlichen Kommilitonen“, sagt Reisinger.

Unternehmen und Wirtschaft müssten enger zusammenrücken, lautet seine Empfehlung. „Nur ein Prozent der Erfinderanmeldungen stammt aus den Hochschulen. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat dazu einen guten Vorschlag unterbreitet. Der Anteil zu einer vermehrten kommerziellen Nutzung durch die Hochschulen muss gestärkt werden, indem zum Beispiel Hochschulerfindungen wie eine wissenschaftliche Veröffentlichung bewertet werden können“, so sein Rat. Außerdem sei die Gründerrate bei naturwissenschaftlichen Unternehmen in Deutschland viel zu niedrig und gehe sogar noch weiter zurück. „Hier kommen zwei Punkte zusammen“, sagt der IT-Spezialist. „Ein mentales Problem, da vielen Hochschulabsolventen ein Platz im öffentlichen Dienst oder in einem großen Konzern erstrebenswerter erscheint als die eigene Unternehmensgründung. Und die geringe Neigung vieler Abiturienten, vermeintlich schwierige Fächer wie Physik oder Chemie zu studieren.“ Auch mit Zuwanderung allein lasse sich dieses Problem nicht lösen. Schulen, Hochschulen und Wirtschaft müssten offensiver für diese Fächer werben.



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