(openPR) Saarbrücken, 24.08.2011. – Herausforderung erkannt, langfristige Personalplanung fehlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der SIPA Unternehmer Beratung.
Das Thema Multi-Channel-Marketing ist derzeit in aller Munde. Wie wird es tatsächlich von den Geschäftsleitungen in den Unternehmen des Versandhandels gesehen? Welche Bedeutung wird diesem Thema schon heute in den Marketingstrategien und insbesondere im Personalmanagement zugemessen und wie wird die zukünftige Entwicklung eingeschätzt? In einer repräsentativen Untersuchung ist die SIPA Unternehmer Beratung diesen Fragen jetzt auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse offenbaren einen kontraproduktiven Widerspruch: Obwohl die Unternehmen die Herausforderung Multi-Channel-Marketing erkennen, verhalten sie sich noch zurückhaltend, wenn es darum geht, ihr mit entsprechenden Maßnahmen im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung zu begegnen. Hier besteht dringend Handlungsbedarf.
Die SIPA Unternehmer Beratung ist seit Jahren im Versandhandel aktiv. Für die Studie hat sie einen Branchen-Querschnitt von Unternehmen aus 10 Bundesländern (mit Schwerpunkt NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen) befragt. 56% davon haben einen Jahresumsatz unter 50 Mio. €, 44% über 50 Mio. €. Bei 20% handelt es sich um Universal-, bei 80% um Spezialversender. Die Befragung fand im Zeitraum zwischen April und Juni 2011 statt.
Prinzipiell ist die Relevanz von Multi-Channel-Marketing für die Versandhandelsbranche beträchtlich: Bei 68% der befragten Unternehmen spielt das Thema bereits heute eine wichtige Rolle. Die künftige Bedeutung wird von 88% der Befragten gesehen. Die Unternehmen, für die MCM aktuell noch weniger wichtig ist, verfügen entsprechend auch meist noch nicht über eine entsprechende Strategie. Aber selbst diese Unternehmen halten eine solche in Zukunft mehrheitlich für notwendig. Unternehmen, in denen es bereits eine Multi-Channel-Strategie gibt, und in denen diese auch schon konsequent umgesetzt wird, haben überwiegend einen Jahresumsatz von über 50 Mio. €. Die kleineren Unternehmen sind an dieser Stelle noch nicht so weit, doch sehen gerade sie eine solche Strategie als künftig notwendig an. Die Spezialversender sehen diese Notwendigkeit in stärkerem Maße als die Universalversender.
Interessant ist die von der Branche erwartete Entwicklung der einzelnen Werbekanäle: Ein Zuwachs wird vor allem bei Social Media und bei den Apps gesehen. Der Bereich Social Media wird damit die Bedeutung des Katalogs erreichen, für den seinerseits eine Stagnation erwartet wird. Wichtigster Vertriebskanal ist und bleibt der Online-Shop, der bereits heute den Katalog und das Mailing an Bedeutung übertrifft. Auch beim Teleshopping sehen die Befragten in Zukunft eine Zunahme der Bedeutung, allerdings auf niedrigem Niveau.
In der Studie wurden auch die Herausforderungen untersucht, die durch Führungskräftefluktuation und Führungskräftemangel entstehen. Wechsel in Führungspositionen fanden in den letzten beiden Jahren bei den Spezialversendern häufiger (bei 42,1% 1-2 Wechsel, bei 31,6% sogar 3-5 Wechsel) als bei den Universalversendern (bei 60% gar kein Wechsel) und bei den größeren Unternehmen häufiger (bei 43,8% 1-2 Wechsel, bei 31,3% 3-5 Wechsel) als bei den kleineren (bei 50% gar kein Wechsel) statt, bei denen von einem familiäreren Verhältnis auszugehen ist. Die höchste Fluktuation weisen die größeren Unternehmen mehrheitlich (40%) im Bereich Marketing auf, die kleineren (37,5%) und nach 1990 gegründeten Unternehmen (50%) mehrheitlich im Einkauf. Gerade bei letzteren scheint die Bindung in diesem wichtigen Bereich weniger eng zu sein.
Die beobachteten und erwarteten Entwicklungen führen bei den Unternehmen jedoch bisher kaum zu entsprechenden Handlungen. Nur eine sehr geringe Anzahl von Unternehmen plant die Einführung eines entsprechenden Personalentwicklungskonzeptes. Defiziten im Bereich Social Media wird nicht durch Schulungen begegnet, obwohl, wie gesehen, die Prognose dahin geht, dass sich dieser Kanal zu einem der wichtigsten überhaupt entwickeln wird.
Gleichzeitig zeigen sich Probleme beim Change-Management. Diejenigen Unternehmen, die sich bereits im Veränderungsprozess hin zum Multi-Channel-Marketing befinden, stecken mehr oder weniger darin fest. Es findet überwiegend keine systematische Begleitung und Kommunikation des Prozesses statt, und die Veränderungsbereitschaft der Führungskräfte wird in dieser Gruppe vergleichsweise gering eingeschätzt.
Die SIPA Unternehmer Beratung sieht daher beim Thema Personalentwicklung einen dringenden Handlungsbedarf, damit der Versandhandel für den anstehenden Wandel besser gerüstet ist.
Die ausführlichen Ergebnisse der Studie können bei der SIPA Unternehmer Beratung angefordert werden.











