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Die Lebensversicherung als zinslose Risikoanlage

Bild: Die Lebensversicherung als zinslose Risikoanlage

(openPR) Die Lebensversicherung verwandelt sich zunehmend von der risikolosen Zinsanlage in eine zinslose Risikoanlage, warnt die Kanzlei für Vermögensmanagement Böker & Paul aus Montabaur. "Es droht bei einigen Assekuranzen die Gefahr, dass die Lebensversicherer nicht einmal mehr ihr Mindestziel - den Erhalt des eingezahlten Kapitals plus Garantiezinsen - erreichen und ihre Versicherten am Ende der Vertragslaufzeit ordentlich auszahlen können", erklärt Kanzlei-Vorstand Andreas Böker. Für die Altersvorsorge heißt das: Sie sollten die Solvenz Ihrer Versicherung prüfen und Ihre Vermögensstrategie möglicherweise neu ausrichten.

Jahrzehntelang hat sich die Lebensversicherung für Millionen Menschen als gute und vor allem sichere Geldanlage erwiesen. Die Bundesbürger vertrauten den Versicherungsgesellschaften im festen Glauben an die Sicherheit und Stabilität der Policen ihre Spargroschen an. Und die Politik konnte darauf bauen, dass die Versicherungen einen großen Teil ihres Kapitals in Staatsanleihen steckten und so die deutsche, aber auch die europäische Wirtschaft stützten. "Doch die Anzeichen mehren sich, dass dieser nationale Stabilitätspakt zwischen Bürgern, Staat und Versicherern nicht mehr lange funktioniert und die 734 Milliarden Euro, die Bundesbürger derzeit bei den Assekuranzen in Kapitallebensversicherungen eingezahlt haben, auf dem Spiel stehen", so Vermögensexperte Böker.

Hohe Staatsschulden gefährden die Renditen der Versicherer: Risikofaktor Nummer eins ist die aktuelle Staatsschuldenkrise. Mindestens 70 Prozent ihres Geldes müssen die Lebensversicherer in festverzinsliche Anleihen investieren, schreibt der Gesetzgeber vor. "Dieses enge rechtliche Korsett könnte sich schon bald als gefährlicher Renditekiller herausstellen", warnt Diplom-Bankbetriebswirt Böker. "Denn sollten sich nach den Griechenland-Anleihen jetzt immer mehr der einst als sicherer Hafen geltenden Staatsanleihen als Ramschanlagen erweisen, bleibt den Versicherungen gar nichts anderes übrig, als diese Papiere wegen des Verlustrisikos aus dem Anlageportfolio verschwinden zu lassen." Risikofaktor Nummer zwei ist die bereits seit Jahren andauernde Niedrigzinsphase, die dazu führt, dass Bank- und Staatsanleihen generell nur magere Renditen abwerfen. Die enormen Geldmengen, die zur Krisenbekämpfung in Umlauf gebracht wurde, erhöhen die Inflationsgefahr. Deshalb wird an der Niedrigzinspolitik vermutlich auch weiterhin festgehalten.

Garantiezins von 1,75 Prozent wird von der Inflation aufgefressen: Risikofaktor drei ist die Tatsache, dass der Gesetzgeber es den Versicherungen zudem schwer macht, alternativ in ertragreichere Anlagen wie Immobilien, Energie- und Infrastrukturprojekte, Aktien und Unternehmensanleihen oder auch in die neuen Wachstumsmärkte in Asien oder Südamerika zu investieren. Für solche vermeintlich risikoreicheren Anlageformen müssen die Versicherer mehr Eigenkapital hinterlegen. "Die Gefahr wächst, dass einige Versicherer ihr Minimalziel, den Erhalt des eingezahlten Kapitals plus den gesetzlich garantierten Mindestzins von derzeit 2,25 Prozent, nicht erreichen können", so Böker. Denn nur wirklich kapitalstarke Versicherer mit einem professionellen Anlagemanagement werden zukünftig in der Lage sein, durch intelligente Investmentstrategien überhaupt noch nennenswerte Renditen einzufahren. Dies gilt umso mehr, weil ab Januar 2012 der gesetzliche Garantiezins auf 1,75 Prozent abgesenkt wird. "Damit erscheinen Neuverträge immer weniger attraktiv, da sie nicht einmal mehr die Inflationsrate erreichen", sagt Böker. Das eingezahlte Kapital vermehrt sich nicht, sondern verliert sogar an Wert.

Das Modell der Lebensversicherung wackelt: Dass das Modell der Lebensversicherung wackelt, belegt auch eine gemeinsame Studie der Unternehmensberater Bain & Company und Towers Watson, wonach jeder vierte Lebensversicherer eine Solvenzquote von weniger als 100 Prozent hat. Das heißt, er kann nicht genügend verfügbares Eigenkapital vorweisen, um seine eingegangenen Risiken abzudecken. Tatsächlich haben schon sechs Versicherer im vergangenen Jahr die Konsequenzen gezogen und ihr Neukunden-Geschäft ganz eingestellt. "In den kommenden Monaten werden weitere Assekuranzen unter den rund 100 aktiven Lebensversicherern einen ähnlichen Schnitt machen", prognostiziert Thomas Paul, der wie Böker Vorstand und Gründer der Böker & Paul AG ist. Wer also über eine Lebensversicherung für den Ruhestand vorsorgt, sollte seine Vermögensstrategie zumindest überdenken. Als erstes gilt es zu prüfen, ob die Police bei einem der Wackelkandidaten unter den Assekuranzen abschlossen wurde, wie kapitalstark die Versicherungsgesellschaft ist und ob sie über ein professionelles Anlagemanagement verfügt. "Stellt man fest, dass die eigene Lebensversicherung ungünstig ist, kann man beispielsweise den Vertrag behalten, aber weitere Beitragszahlungen einstellen oder die Beitragsdynamik streichen", rät Böker. Warnten Versicherungsexperten bislang generell vor einer vorzeitigen Kündigung des Versicherungsvertrags, empfehlen die Vermögensexperten von Böker & Paul die Vertragsauflösung immer dann, wenn Berechnungen ergeben, dass die prognostizierte Rendite bis zur Fälligkeit deutlich unter der aktuellen Inflationsrate liegt. Denn dann verliert der Sparer Jahr für Jahr einen Teil seines Geldes statt wie geplant Vermögen aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.boekerpaul.de.

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