(openPR) Die Versicherten sorgen sich um ihre Ersparnisse und Altersvorsorge. Denn im Zuge von Finanzkrisen häufen sich Hiobsbotschaften, auch für die Versicherungswirtschaft.
Denn die niedrigen Zinsen wirken sich auf Lebensversicherungen aus. Der garantierte Mindestzins sank von einst 4% auf nur noch 1,75%. Doch auch diese Renditen sind von den Lebensversicherern kaum zu verdienen. Das "Handelsblatt" zitierte in der Ausgabe vom 08.11.2012 ein internes Papier des Bundesfinanzministeriums, wonach in Zusammenhängen der Lebensversicherungen nicht ausgeschlossen werden könne, "dass einzelne Unternehmen künftig in Schwierigkeiten geraten können" und im Gespräch ist die „Gefahr eines Runs“, also eines Wettlaufs aus den weniger attraktiven Versicherungspolicen.
Unter einer Lebensversicherung wird nach dem allgemeinen Sprachgebrauch die kapitalbildende Lebensversicherung (Kapitallebensversicherung) verstanden. Diese Lebensversicherung wurde in der Vergangenheit als der „sichere Hafen“ für Ersparnisse angesehen. Banken haben die Lebensversicherung als solide Kreditsicherheit anerkannt. Finanzberater lockten Kunden mit angeblich sicheren und hohen Renditen, oft auch mit der Aussicht steuerlicher Ersparnisse. Diese Argumente überzeugten, denn für die meisten Menschen hat die Lebensversicherung einen Kapitalanlage- bzw. Altersvorsorgecharakter.
Neben der gefährdeten Rendite ist ein weiteres Problemfeld, dass Lebensversicherungen sehr lange Laufzeiten haben. Doch Prioritäten im Leben ändern sich. Möglicherweise entsteht der Wunsch, sich von der Lebensversicherung zu lösen. Denn der Versicherte ist grundsätzlich an die vertraglich vereinbarten Beiträge gebunden, selbst wenn sich seine wirtschaftliche Situation ändert oder gesetzliche bzw. wirtschaftliche Rahmenbedingungen sich zum Nachteil des Versicherten verschieben und die Lebensversicherung nicht mehr attraktiv erscheint. Gegenüber der „vorzeitigen Kündigung“, die den sogenannten Rückkaufswert einbringt, gibt es die Alternative, die Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Kaufinteressenten sind u.a. Lebensversicherungsfonds.
Vor einigen Jahren kamen in der Versicherungswelt sogenannte fondsgebundene Lebensversicherungen in Mode. Dabei handelt es sich in erster Linie um kapitalbildende Lebensversicherungen. Der ganze oder zumindest ein erheblicher Teil des Leistungsanspruchs sind dabei an die Wertentwicklung bestimmter Finanzinstrumente gebunden. Das sind häufig Fonds. Im Zuge von Finanzkrisen wirkt sich diese Variante der Lebensversicherung unter Umständen nachteiliger aus, als die der klassischen „Lebensversicherung“. Denn die Versicherungsgesellschaft geht mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung grundsätzlich keine Verpflichtung ein, eine bestimmte Leistung zu erbringen. In einigen Fällen werden allenfalls eine Mindestleistung zusagt.
Rechtsanwalt Ralf Renner äußerte dazu: „In kanzleibekannten Fällen fühlen sich meine Mandanten über die Gewinnerwartungen und die Risikolage ihrer Geldanlage durch Ihren Finanzberater getäuscht. Im Falle eines Beratungsverschuldens stehen möglicherweise Schadensersatzansprüche beiseite.“










