(openPR) Das Kunsthaus sans titre in Potsdam stellt über 90 bisher noch nie gezeigte Zeichnungen der Kölner Künstlerin aus. Ausstellungsdauer: 27. August –11. September 2011, Vernissage: 26. August 2011 LOBEDA - der Titel dieser beachtenswerten Zeichenserie verweist auf den Stadtteil Lobeda in Jena, wo Sabine Moritz von 1973 bis 1981 gelebt hat. Die Zeichnungen entstanden ein Jahrzehnt später in den Jahren 1991/92 während ihres Studiums in Offenbach und Düsseldorf. Dass diese Arbeiten heute im Kunsthaus sans titre zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden können, verdankt sich einem glücklichen Zufall. Sie sind im Winter 2009 bei einem Besuch des Verlegers Walther König und des Kurators Hans Ulrich Obrist in dem Kölner Atelier der Künstlerin entdeckt worden, wo sie lange Zeit unbeachtet in einer Mappe lagen. Die Zeichnungen fallen nicht nur durch ihre schwarz-weiße Tonalität, den flüchtigen Charakter, die eigenwilligen Perspektiven und die beeindruckenden Details auf, sondern vermitteln gleichsam das Gefühl, einen intimen Einblick in das private Tagebuch der Künstlerin zu bekommen. Auf Grundlage ephemerer Gedächtnisbilder, zeichnete Sabine Moritz zu Beginn ihrer künstlerischen Entwicklung die Formen ihrer, in einer Plattenbausiedlung bei Jena verbrachten, Kindheit und Jugend. Bilder weitläufiger Plätze, Gebäude aller Art, detailgetreue Innenräume, Einrichtungsgegenstände, Spielplätze, Schulen und Straßen erscheinen wie Gedankenblitze, die von der Künstlerin auf dem schnellsten Wege, im Moment des Erinnerns festgehalten wurden. Keine Personen, keine Tiere, nur gelegentlich weisen einige Bäume oder Zimmerpflanzen auf menschliche Existenz hin. Desolat und gleichzeitig nostalgisch wirken diese Zeichnungen, die einer rückblickenden fotografischen Aufnahme aus der Kindheit der Künstlerin gleichen. Sie sind Zeugnisse einer künstlerischen Reflexion, die den Bogen zwischen der unwiederbringlichen Jugend mit all ihren Einzelheiten und einer bereits eingetroffenen Gegenwart spannt. „In den Bildern von Sabine Moritz sind Gedächtnis und Raumwahrnehmung auf außergewöhnlich schöne Weise zum künstlerischen Thema verknüpft“…und die „grundlegenden Fragen über das Verhältnis von Bild, Raum und Erinnerung werden im Rahmen einer sehr persönlichen Geschichte gestellt.“ (H.U. Obrist) Mikos Meininger, der in Jena gebürtige Maler und Mitbegründer des Kunsthauses sans titre, wurde beim Besuch eines Freundes in seiner Heimatstadt auf einen Bildband mit Zeichnungen aufmerksam. Der Titel LOBEDA, Name für das Wohngebiet, das man als "Platte" leichthin bezeichnete, war auch der Ort seiner ersten eigenen Wohnung. Von den Zeichnungen sehr berührt, sowie im Bewusstsein der heutigen Situation im Ringen um den Erhalt und gegen den geplanten Abriss des Kunsthauses sans titre in einem Wohngebiet im Zentrum Potsdams, bildete dies den Ausgangspunkt für das Interesse an dieser Ausstellung. Das Künstlerbuch welches der Ausstellung vorausging, ist im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln.











