(openPR) Bühlertal, den 19.07.2011
Die Idee der Bürgerversicherung ist nun wahrlich schon ein wenig älter. Schon eine ganze Weile geistert der Begriff durch Medien und Politik. Jetzt wird ein neuer Anlauf genommen, und das Besondere ist sicherlich, dass SPD, Grüne und die Partei Die Linke gemeinsam daran arbeiten, das System gerechter zu machen. Der Verband der privaten Krankenversicherung allerdings spricht Klartext. Und verurteilt die Bürgerversicherung aus zahlreichen Gründen.
Mitgehangen, mitgefangen
Die Grundidee der Bürgerversicherung läuft darauf hinaus, alle zur Einzahlung zu verpflichten. Der Einfall für dieses Einheitssystem wurde bereits vor 7 Jahren geboren. Nur durchsetzen ließ er sich bisher nicht. Für die PKV ist das naheliegend. Erstens funktioniert das umlagefinanzierte Gesundheitssystem auch so schon nicht. Und zweitens sieht der Verband die Bürgerversicherung als verfassungswidrig an. Zudem bewirke eine Bürgerversicherung weniger Wettbewerb, schlechtere Versorgung und nicht zuletzt höhere Ausgaben. Mit der Verfassung lässt sich das Modell außerdem nicht in Einklang bringen, weil es das Neugeschäft mit den privaten Krankenvollversicherungen faktisch untersagen würde. Was das in der Konsequenz bedeutet, macht die PKV sehr deutlich: Berufsverbot.
Wirtschaftlich bedenklich
Aus der Ecke der Gewerkschaften, der Grünen und der Partei Die Linke kommt die Forderung nach einer höheren Beitragsbemessungsgrenze, die derzeit bei 44.550 Euro pro Jahr liegt. Sie bildet die Grundlage für die Abgaben von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Sollte der Plan realisiert werden, diese Grenze auf 66.000 Euro im Jahr zu erhöhen, hätte das erhebliche Kostensteigerungen der Arbeitgeber zur Folge. Mit fatalen Auswirkungen, wie der PKV-Verband betont. Viele Unternehmen würden diese Belastungen nicht schultern können und müssten daher Arbeitsplätze abbauen. Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen ohnehin rapide an. Bis zum Jahr 2020 rechnet die PKV mit einem explosionsartigen Anstieg. Bis 2050 nimmt sie sogar Steigerungen bis 29,8 Prozent an. Das dürfte richtig teuer werden.
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