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Alltag in Deutschland: Sklavenarbeit für die eigene Mutter oder den Vater

12.07.2011 • 10:10 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Selbstaufopferung für die eigene Mutter bis zum bitteren Ende
Selbstaufopferung für die eigene Mutter bis zum bitteren Ende

(openPR) Es klingt zynisch, ist in Deutschland aber tausendfache und tägliche Realität. Die Selbstausbeutung von Menschen, die einen kranken, alten oder dementen Familienangehörigen zu Hause pflegen. Diese häufig auftretende Selbstversklavung widersetzt sich unfreiwillig dem Verbot der Sklaverei und Zwangsarbeit und damit dem § Art. 4 EMRK (Europäische Menschenrechtskonvention). Der Paragraphentext im Wortlaut: "Niemand darf gezwungen werden, Zwangs- oder Pflichtarbeit zu verrichten." Doch genau das machen all jene, die vom Staat allein gelassen werden und unter oft widrigsten finanziellen und pflegetechnischen Umständen für ihre eigenen Angehörigen aufopfernd rund um die Uhr schuften. Der Bundesverband der Vermittlungsagenturen für Haushaltshilfen und Seniorenbetreuung in der 24 Stunden Betreuung http://www.bhsb.de versucht mit aller Kraft, die gesetzlichen Bedingungen zugunsten einer leistbaren Altenpflege zu ändern.



Sprecher und erster Vorsitzender des BHSB ist Werner Tigges, der Handlungsbedarf für die Poltik sieht: "Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass es in Deutschland einen eklatanten Pflege- und Betreuungsbedarf für die häusliche Pflege gibt - was tut sich? Es wird auf die Öffnung des Arbeitsmarktes seit dem 1.5.2011 hingewiesen. Da können dann alle Firmen hochqualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland ins Land bringen. Das ist doch ein Faustschlag ins Gesicht der Familien, die dringend Personal für die Betreuung und Pflege ihrer Angehörigen benötigen. Warum geht es in der Wirtschaft mal einfach so - aber in der Pflege eben nicht. Ja bitteschön, welche Familie kann sich denn einen quasi Fixangestellten leisten. Und dazu kommt noch, dass Familien, wenn es nach den Wünschen der Politiker geht ganz plötzlich auch noch Unternehmer werden sollen und sich mit allen Anmeldungen, Abgaben, steuerlichen Vorgängen auszukennen hat." Für Tigges spricht kein Politiker davon, dass in so einem Arbeitsgeberverhältnis einer angestellten Pflegekraft, die Familie das alleinige und volle Arbeitgeberrisiko trägt. Tigges: Die Familie ist verantwortlich für alle Ausgaben und Risiken wie z.B. Urlaubsanspruch, Krankheitsfall, Schwangerschaft etc. des Arbeitnehmers. Eine Wahnsinnige Bürde." Ein Zustand der für Tigges unzumutbar ist und ganz und gar jenseits der täglichen Realität in den pflegenden Familien, die sich tagtäglich einen Kampf mit Behörden, Krankenkassen und den eigenen extrem angespannten Finanzen auszufechten haben.

Klar für Tigges und den BHSB ist, dass es noch extrem viele Benachteiligungen für Pflegefamilien gibt und vor allem noch keine klaren Lösungen. Die Politik und das Gesundheitsministerium müssen endlich handeln! Vor allem braucht laut Tigges Deutschland endlich eine unbürokratische, legale und bezahlbare Lösung!

Wem das Schicksal der real existierenden Sklaven in unserer Bevölkerung und in der Pflege ein Anliegen ist, der sollte ein Zeichen setzen. Eine Unterschrift auf das Pflegemanifest unter http://www.weti.de/presse/infos/pflege-manifest.html

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