(openPR) Eine aktuelle Studie von Studentinnen des Umwelt-Campus Birkenfeld kommt zu dem Schluss: Klein- und mittelständische Unternehmen (KMUs) aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland können einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten, schöpfen aber ihr Potential bei weitem noch nicht aus.
Im Frühjahr 2011 haben Studentinnen des Umwelt-Campus Birkenfeld 850 Unternehmen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland über ihr Wissen zum Thema Biodiversität befragt. An der Studie beteiligten sich 91 Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche. Mehr als drei Viertel der Antworten kam von KMUs. Obwohl die überwiegende Mehrheit (63%) der befragten Führungskräfte angab, den Begriff Biodiversität bereits seit längerem zu kennen, konnten nur wenige (18%) beschreiben, was Biodiversität beinhaltet.
Das Internationale Jahr der Biodiversität, welches 2010 von den Vereinten Nationen ausgerufen und mit vielen Veranstaltungen begleitet wurde, hatte auf diese KMUs keine große Wirkung. Das geringe Interesse an dem Thema lässt sich u.a. dadurch erklären, dass für die Hälfte der Befragten Biodiversität in der Unternehmensstrategie keine Rolle spielt und die Mehrheit (60%) davon ausgeht, dass der Verlust der biologischen Vielfalt ihr Unternehmen heute nicht betrifft. Diese Aussage ändert sich jedoch deutlich, wenn die Führungskräfte in die Zukunft blicken. Fast ein Drittel befürchtet, dass ihr unternehmerisches Handeln in 20 Jahren negativ beeinflusst wird (Zum Vergleich: 16% in 5 Jahren, 5% heute). Grund zum Pessimismus sehen jedoch nur wenige. Etwa ein Drittel sieht im Thema Biodiversität eine Chance für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Eine weitere Zahl stimmt aber nachdenklich: Bis zu 35% der Führungskräfte können nicht einschätzen, ob der Verlust der biologischen Vielfalt für das eigene Unternehmen ein Risiko darstellt oder nicht.
Fazit der Studie: Das Thema Biodiversität ist noch nicht in der unternehmerischen Agenda der KMUs aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland verankert. Es ist deutlich geworden, dass Führungskräfte, die den Begriff Biodiversität mit Inhalt füllen können, deutlich optimistischer die Zukunft sehen und Chancen für die nachhaltige Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens eher wahrnehmen.
Genau an dieser Stelle setzt die Europäische Business & Biodiversity Kampagne an. Auf Regionalforen werden speziell KMUs angesprochen, um bei der Umsetzung von konkreten Naturschutzmaßnahmen zu helfen und Anregungen für die strategische Integration von Biodiversität ins eigene unternehmerische Handeln zu geben.
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Hintergrund
Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn waren im Jahr 2008 99,6% aller in Deutschland ansässigen Unternehmen KMUs, die zusammen 38% des erwirtschafteten Umsatzes und knapp 60% der Beschäftigten repräsentieren.
Über die Europäische Business & Biodiversity Kampagne
Die Europäische Business & Biodiversity Kampagne wurde von einem Konsortium aus europäischen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter Führung des Global Nature Fund (GNF) initiiert. Ihre Zielsetzung ist es, die große – auch ökonomische - Bedeutung der Biodiversität darzulegen und das Engagement der Wirtschaft für den aktiven Schutz und Erhalt von biologischer Vielfalt sowie für Ökosystemdienstleistungen zu gewinnen. Die Kampagne unterstützt Unternehmen durch Biodiversity Checks, Workshops und regionale Biodiversitäts-Foren. In der Kampagnen-Community können Experten und Nicht-Experten ihr persönliches Profil, das Unternehmensprofil sowie Case Studies kostenlos präsentieren. Die Kampagne wird vom LIFE+Programm der Europäischen Union kofinanziert.
Mehr Informationen finden Sie unter www.business-biodiversity.eu












