(openPR) Der Ratgeber „Erfolg durch professionelles Delegieren“ des Campus-Autors Jürgen W. Goldfuß erscheint nun auch in einer koreanischen Ausgabe.
Jörg Peterman von „online-netzwerk-lernen“ führte ein Interview mit dem Autor.
Was hat Sie dazu veranlasst, ein Buch zum Thema Delegieren zu schreiben?
· Es gab eigentlich zwei Gründe. Zum einen stellte ich auf meinen Seminaren immer wieder fest, dass auch erfahrene Führungskräfte sich sehr schwer tun mit dem Thema Delegieren. Zum anderen fragte mich der Verlag, ob ich nicht Lust hätte, einen weiteren erfolgreichen Ratgeber zu schreiben. So kamen zwei Impulse zusammen.
Wenn ich mir Ihr Buch durchlese, dann komme ich zur Erkenntnis, dass es Ihnen auch um die Aktivierung und Motivation von Führungskräften in unserer Zeit geht. Für welche Zielgruppe haben Sie das Buch konkret geschrieben?
· Adressiert habe ich das Buch in erster Linie an aktive Führungskräfte, denn dort ist die Hebelwirkung am größten. Ein Chef, der nicht delegiert, wird seine Arbeit kaum effektiv erledigen können - und darunter leidet das gesamte Unternehmen. Ansprechen will ich aber auch die Personen, die eine Führungskarriere planen. Mit meinem Buch (und etwas gutem Willen) können sie die klassischen Führungsfehler beim Delegieren vermeiden. Die Tatsache, dass zuviel Fleiß ein Karrierehindernis sein kann, ist für Nachwuchsführungskräfte oft eine überraschende Erkenntnis.
Das Thema Ihres Buches hat sehr direkt mit dem persönlichen Selbstmanagement von Führungskräften zu tun. Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie den Lesern dieses Buches mit auf den Weg geben wollen?
· Es sind einige Botschaften, die gleichwertig neben einander stehen. Vertrauen können, loslassen können, Abstand zur eigenen Tätigkeit gewinnen und Ziele konsequent, aber nicht verbissen, zu verfolgen.
Heute sind viele Dinge in den Unternehmen wichtig. Warum meinen Sie, ist insbesondere das Thema »Professionelles Delegieren« von so ausschlaggebender Bedeutung?
· Unabhängig davon wie sich die konjunkturelle Lage weiterentwickelt, wir werden in Zukunft immer mehr Änderungen im Wirtschaftsleben erleben. Fusionen, Auslagerungen, das Wegbrechen ganzer Branchen werden zur Tagesordnung - und das alles mit einer erhöhten Änderungsgeschwindigkeit. Dadurch wird es für Führungskräfte noch wichtiger, sich mit Strategien zu beschäftigen und das Tagesgeschäft den Mitarbeitern zu überlassen. Jemand der keine Zeit zum Vor-Denken hat, wird erst dann zum Nach-Denken kommen, wenn Fakten geschaffen sind, wenn Entscheidungen gefallen sind.
Die vielen Tipps und Checklisten im Buch lassen vermuten, dass Sie viele persönliche Erfahrungen in diesem Buch verarbeitet haben. Vor welchem Erfahrungshintergrund haben Sie dieses Buch geschrieben?
· In meiner Beratungstätigkeit erlebe ich immer wieder, wie gut dotierte Führungskräfte sich mit "Kleinkram" beschäftigen - und gleichzeitig jammern, was alles von ihnen zu tun und zu erledigen sei. Beim Hinterfragen, ob nicht einige der Tätigkeiten an Mitarbeiter delegiert werden könnten, erlebe ich die ganze Palette der Ausreden, die ich in meinem Buch aufgeführt habe.
Wer delegiert macht sich mittelfristig entbehrlich. Zumindest ist diese Denkweise heute im mittleren Management sehr oft noch anzutreffen. Professionelles Delegieren setzt also eine andere Art von Management voraus. Was sollte eine Führungskraft Ihrer Meinung als Erstes tun, um zu einem anderen Handeln zu kommen?
· Sie muss erkennen, dass Job-Protection kontraproduktiv und karriereschädlich ist. Wer nicht dafür sorgt, dass seine Mitarbeiter sich permanent verbessern können, der hat nicht verstanden, was Führung bedeutet. Wer sich an seinen Job klammert und hofft, dort bis zur Rente zu überleben, der hat vielleicht in Behörden und in Verwaltungen noch eine Chance - aber nicht in Bereichen, in denen Erträge erwirtschaftet werden müssen.
Herr Goldfuss, Sie widmen ein Kapitel Ihres Buches dem Thema Delegationsvertrag. Welche Bedeutung hat für Sie ein Delegationsvertrag und was sollte ein solcher regeln?
· Ich habe auf diesen Punkt besonderen Wert gelegt, denn in der Praxis wird hier häufig zwischen "Tür und Angel", quasi auf Zuruf, eine Aufgabe delegiert. Keine Seite weiß eigentlich genau, was sie von der anderen Seite zu erwarten hat. Diese Punkte regelt der Delegationsvertrag. Es wird nämlich exakt beschrieben, was der Auftraggeber als Resultat erwartet und mit welcher Hilfe der Auftragnehmer rechnen kann. Dadurch werden beide Seiten auch noch einmal gezwungen, über Zeitplan und Bedeutung der Tätigkeit nachzudenken.
Wenn Sie jungen Führungskräften heute 3 Tipps mit auf den Weg geben könnten, welche 3 Tipps wären das?
· Ein guter Kommunikator zu sein, als erster Dienstleister für seine Mitarbeiter aufzutreten und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Welches ist die wichtigste Erkenntnis, die Sie persönlich aus dem Buch-Projekt gewonnen haben?
· Beim Analysieren und Schreiben fällt einem auf, wie "banal" manche vermeintlich großen Probleme tatsächlich sind, wenn man sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Außerdem stellte ich (wieder) fest, welche meiner Lieblingstätigkeiten ich selbst ungern delegiere.
Wie erklären Sie sich, dass Ihr Buch in einem Land wie Korea erscheint, orientiert man sich in Fernost nicht eher an Management-Literatur aus den USA?
Das ist ein interessanter Aspekt. Während wir hier eher auf amerikanische Management-Literatur fokussiert sind interessiert sich der Ferne Osten mehr für europäisches, speziell deutsches, Management-Know-How. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass mein Bestseller „Endlich Chef – was nun?“ jetzt auch auf Chinesisch erscheint. „Old Europe“ rangiert hier offenbar vor den USA, kein schlechtes Zeichen, oder?










