(openPR) Prachtvoller Premierenabend voller Eindrücke
Mit einem Superlativ hob sich am Mittwochabend, 22. Juni, der imaginäre Vorhang für die diesjährigen Clingenburg Festspiele in Klingenberg am Main: das Rock-Pop-Musical Aida aus der Feder von Elton John entführte die Besucher in die Welt des alten Ägypten. An diesem Premierenabend ließen sich die Besucher vom Liebesdrama um den ägyptischen Feldherrn Radames (Sasha Di Capri) und die stolze nubische Prinzessin Aida (Sidonie Smith) bewegen und spendeten Ensemble, Chor und Live-Orchester begeistert Beifall.
Die Geschichte von Aida ist weltberühmt durch Giuseppe Verdis gleichnamige Oper. Der Stoff dafür basiert auf einer alten Legende, die ein französischer Ägyptologe im 19. Jahrhundert zu einer Novelle zusammengefasst hatte. Ihr Kern ist der Stoff, aus dem alle großen Liebesgeschichten gemacht sind: Ein Mann und eine Frau lieben sich, doch es ist unmöglich, diese Liebe zu leben – sie sind seelenverwandt über die Grenzen verfeindeter Völker (Ägypter und Nubier) hinweg – und haben große Pflichten zu erfüllen. Er soll nach dem Willen seines machthungrigen Vaters (Hans Steunzer) auf den Thron des Pharao und sie soll als nubische Prinzessin ihrem versklavten Volk Hoffnung spenden und Vorbild sein. Schließlich gehen sie lieber in den Tod (sie werden gemeinsam lebendig begraben), als ihre Liebe preis zugeben.
Für seine dritte Inszenierung auf der Clingenburg hat Intendant Marcel Krohn auf ganz großes Theater gesetzt. „Ich habe bewusst danach gestrebt, ‚AIDA‘ als musikalisch aufbereitetes Theaterstück, nicht als Show mit Musikeinlagen zu inszenieren.“
Und das ist ihm vortrefflich gelungen. In eindrucksvollen Bildern erleben die Zuschauer, wie sich die Liebe zwischen Radames und Aida entwickelt.
Großen Wert habe er darauf gelegt, ein Ensemble zusammen zu führen, das gesanglich und schauspielerisch Maßstäbe setzt, aber auch optisch beeindrucken kann.
Die nubische Prinzessin wird mit ergreifend leidenschaftlichem Ernst von der US-amerikanischen Schönheit mit jamaikanischen Wurzeln Sidonie Smith verkörpert. An ihrer Seite spielt der attraktive Musicaldarsteller und Tenor Sasha Di Capri, dem besonders mit den gefühlvollen Balladen, in denen er die Sehnsucht des diensttreuen Feldherrn nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben an der Seite von Aida ausdrückt, die Besucher rührt.
Radames bereitet sich auf die Hochzeit mit der Tochter des kränkelnden Pharaos (Kurt Spielmann) vor, der anfangs naiv-oberflächlichen Amneris (voller Lust, Leidenschaft und stimmlicher Kraft verkörpert von Katja Wiesigkstrauch), die sich im Laufe des Musicals immer mehr zur tragisch Liebenden entwickelt und schließlich voll innerer Größe ihren Verlobten und Aida vor dem Tod bewahren will. Alles umsonst. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Die Hauptakteure sterben – aber nicht die Hoffnung, denn sie treffen sich in einem heutigen Leben wieder im ägyptischen Museum.
Neben aller Dramatik hat Marcel Krohn immer wieder auflockernde Showeinlagen eingeschoben und würzt alles mit einer Portion Schalk und Ironie, bestens verkörpert von Mereb (Eddie Jordan), dem nubischen Diener.
Der zwanzig Personen umfassende Chor (musikalische Einstudierung: Ralph Scheiner) sorgte besonders in den Nubier-Szenen gesanglich und darstellerisch für ergreifende Momente.
Die Inszenierung verquickt das Früher mit den Heute: Insgesamt 70 moderne und historisierende Kostüme sowie farbenfrohe Kleider hat Ulla Birkelbach schneidern lassen, die allein für sich ein Fest für die Augen sind. Die Maskengestaltung realisieren die Maskenbildner Hannie und Gerard de Lobie. Alles spielt vor dem Hintergrund einer prächtige Akzente setzenden Kulisse (Bühnenentwurf Marcel Krohn, Realisierung Sven Seidel, der auch für das Lichtdesign verantwortlich zeichnet).
Perfekt in die Naturkulisse der Burgruine eingebaut ist auch die vor Regen schützende Pyramide, in der das Live-Orchester unter Leitung von Ralph Scheiner die eingängigen Rock-, Pop-, Gospel- und Soulpartien spielt, die Elton John vor elf Jahren geschrieben hat. Eine neue Tonanlage garantiert, dass auch der leiseste Ton bis in die hinteren Ränge klar zu hören ist (Horst Deller).
So ging am Mittwoch nach drei Stunden ein opulentes Bühnenfest für alle Sinne zu Ende, das mit einer stimmungsvollen Feuershow der Gruppe Ars Artistica ausklang. Für die Premierengäste war der Abend noch lange nicht beendet. Sie durften sich schon vor der Premiere und danach weiter fürstlich von Klingenberger Gastronomen bewirten und von Live-Musik der Band Vince & Company bestens unterhalten lassen.
Bis zum 31. Juli 2011 stehen insgesamt 25 Abendvorstellungen auf dem Programm. Eintrittskarten gibt es in der Tourist-Information der Stadt Klingenberg, Hauptstraße 26a, 63911 Klingenberg am Main, Telefon 09372 3040 und 921259, Telefax 09372 12354. Die Tourist-Information ist Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie am Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.
Eintrittskarten sind auch online unter www.clingenburg-festspiele.de und für alle Nachmittags- und Abendvorstellungen auch bei www.adticket.de sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Klingenberg, 23. Juni 2011 Abdruck honorarfrei.











