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Survival fordert Boykott von „Menschensafaris“

22.06.201117:17 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Survival fordert Boykott von „Menschensafaris“
Zwei Jarawa-Frauen an der Andamanen Fernstraße. © Salomé/ Survival
Zwei Jarawa-Frauen an der Andamanen Fernstraße. © Salomé/ Survival

(openPR) Survival International ruft zum Tourismusboykott einer Fernstraße auf den indischen Andamanen Inseln auf. Die Straße führt illegal durch das Land der indigenen Jarawa.

Die Andaman Trunk Road verstößt gegen indisches Recht und ist eine ernsthafte Bedrohung für die Jarawa, die nur noch 365 Mitglieder zählen. Bereits 2002 hatte der Oberste Gerichtshof die Schließung der Straße angeordnet.



Das isoliert lebende Jäger-und-Sammler-Volk hat erst seit 1998 friedlichen Kontakt zu Außenstehenden. Touristen riskieren durch den Kontakt die Übertragung von Krankheiten, gegen welche die Indigenen kaum Abwehrkräfte entwickelt haben. Ein Krankheitsausbruch könnte für viele Jarawa tödlich verlaufen und das Volk dezimieren.

Tausende Touristen aus Indien und dem Rest der Welt reisen jeden Monat auf der Straße durch das Gebiet der Jarawa. Regelmäßig wird dabei gegen Schutzbestimmungen verstoßen und das Reservat praktisch zu einem Park für Menschensafaris degradiert.

Reiseanbieter und Taxifahrer „locken“ die Jarawa mit Keksen und Süßigkeiten. Ein Tourist beschrieb seinen Besuch: „Die Reise durch das Gebiet der Indigenen war wie eine Safari. Wir sind durch dichten Regenwald gefahren und haben wilde Tiere gesucht, die Jarawa um genau zu sein.“

Das Essen, das aus den Fahrzeugen geworfen wird, lockt vor allem Kinder an. Einige von ihnen wurden bereits in Verkehrsunfälle verwickelt und ein Kind verlor dabei eine Hand.

Die lokale Organisation SEARCH, die sich für die Rechte der Jarawa einsetzt, hat sich dem Boykott-Aufruf angeschlossen.

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: „Wir rufen alle Touristen dazu auf, die Andamanen Fernstraße zu boykottieren, welche von der lokalen Verwaltungen entgegen eines Urteils des Obersten Gerichts seit neun Jahren offen gehalten wird. Trotz der Vorschriften dringen ständig Touristen in das Gebiet der Jarawa ein, riskieren deren Leben und behandeln sie wie Tiere im Zoo. Wenn sich die Situation nicht verbessert, werden wir Touristen zu einem Boykott der gesamten Andamanen Inseln aufrufen."


Hinweise an die Redaktion:

Die Andamanen Inseln sind ein schnell wachsendes Urlaubsziel, das für seine schönen Strände bekannt ist.

Nach einer erfolgreichen Kampagne von Survival im letzten Jahr, werben viele Reiseanbieter nicht mehr mit Touren zu den Jarawa. Taxiunternehmer und einige Reiseanbieter behandeln die Heimat der Jarawa jedoch weiterhin wie einen Safaripark.

Survival hatte zuvor gegen das Barefoot Resort am Rande des Jarawa-Reservates protestiert. Der Fall ist vor dem Obersten Gericht anhängig und das Resort ist bis auf weiteres geschlossen.



Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7398

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