(openPR) Die Kliniken in Schleswig-Holstein befinden sich in einem schwierigen Fahrwasser. Ein guter Grund, externe Beratungsunternehmen einen Blick auf das Klinikum Nordfriesland werfen zu lassen. In der letzten Aufsichtsratssitzung wurden die Ergebnisse vorgestellt, die den bisherigen Kurs des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung bestätigen und untermauern.
Nordfriesland Wie hinlänglich bekannt, erhalten die Kliniken in Schleswig-Holstein die niedrigsten Vergütungen in Deutschland. Dieser Sachverhalt geht auch nicht an den nordfriesischen Krankenhäusern spurlos vorbei. Trotz guter Leistungen und einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung ist die Ertragslage der Kliniken nicht ausreichend. Vor diesem Hintergrund hatten sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung vor ca. 15 Monaten entschlossen, externe Spezialisten einen Blick auf das Unternehmen werfen zu lassen. Neben konkreten Optimierungsprojekten sollten sie auch das Gesamtunternehmen unter die Lupe nehmen.
Die Ergebnisse der Analyse wurden dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung vor kurzem vorgestellt. Die Fachleute kommen insgesamt zu dem Schluss, dass der bisherige Kurs der Kliniken grundsätzlich richtig ist und fortgesetzt werden sollte. Die Grundzüge der Unternehmensentwicklung stammen aus dem Jahre 2005 und wurden durch die leitenden Mitarbeiter selbst in einem sog. „Lenkungsgruppenkonzept“ erarbeitet. Damals wurde u.a. festgelegt, medizinische Zentren zu bilden, eine Vernetzung mit dem niedergelassenen Ärztebereich zu forcieren und intern durch ein Qualitätsmanagement die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen zu stärken.
Diese Strategie wurde in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt:
- Es wurden u.a. das HERZZENTRUM NORDsee, ein Gefäßzentrum und das Adipositas Zentrum Nord gegründet. Mit der Geriatrie wurde zudem ein völlig neuer medizinischer Bereich am Klinikum etabliert.
- Es wurden inzwischen zwei sog. „Medizinische Versorgungszentren“ (MVZ) gegründet, in denen inzwischen 10 Facharztpraxen integriert sind. Ein drittes MVZ in Niebüll nimmt in Kürze den Betrieb auf.
- Die Qualitätsbemühungen des Unternehmens wurden durch eine Zertifizierung der gesamten Klinik Husum und zweier weiterer Zentren belohnt.
Die Berater und Gremien des Unternehmens sind sich einig, diesen Kurs grundsätzlich fortzusetzen. Die Zentren sollen gestärkt und die Geriatrie sowie die ambulante Vernetzung weiter ausgebaut werden. Die Wirtschaftlichkeit soll durch Erlösoptimierungen und durch eine weitere Verschlankung der Kostenstrukturen erreicht werden. Hier sind bereits verschiedene interne Projekte erfolgreich initiiert worden.
In dem vorgestellten Papier wird zudem festgehalten, dass neben dem zentralen Standort Husum die Kliniken in Niebüll, Wyk und Tönning von großer Bedeutung für den Unternehmenserfolg sind. Ein Rückzug aus der Fläche würde zu erheblichen Patientenverlusten führen, die das Klinikum wirtschaftlich in seinem Bestand gefährden würden. Insbesondere die Klinik in Niebüll ist wegen der großen Entfernungen zu einem nächsten Krankenhausstandort ein wichtiger Faktor im Klinikkonzern. Durch die Etablierung eines MVZ mit zwei Facharztsitzen werden in Kürze zudem wichtige Impulse für die Klinik erwartet.
„Insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg“, stellen Dieter Harrsen, Aufsichtsratsvorsitzender, und Frank Pietrowski, Geschäftsführer des Klinikums, fest. „Wir sind optimistisch, mit den eingeleiteten Maßnahmen den notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung im Klinikum zu erzielen“. Ein schwerwiegendes Problem sehen die Beiden inzwischen im Fachkräftemangel, der es immer schwieriger machen würde, offene Stellen zu besetzen. „Das betrifft inzwischen nicht mehr nur den ärztlichen Bereich, sondern auch die Pflege“, so Pietrowski. Auch hier bemüht sich das Klinikum um Lösungen und neue Wege.









