(openPR) Sigmaringendorf – Seit 1979 gibt es eine Kinder- und Jugendgruppe auf der Waldbühne in Sigmaringendorf. In dieser langen Zeit taucht ein Name öfter als jeder andere auf dem Spielplan auf: das von Astrid Lindgren erdachte stärkste Mädchen der Welt: Pippi Langstrumpf. Das Stück, das zuletzt im Jahr 2000 gespielt wurde, feiert am kommenden Samstag, 11. Juni, bereits zum vierten Mal Premiere im Naturtheater.
Betritt man derzeit an einem Sonntag Nachmittag den Zuschauerraum der Waldbühne, ist man sofort gefesselt von den vielen Eindrücken, die auf einen einwirken. Da hüpfen 20 Kinder in bunten Kostümen über die Kieselsteinbühne und spielen Jahrmarkt. Regisseur Matthias Henne gebietet lautstark Einhalt, weil der Süßigkeitenstand am falschen Platz aufgebaut ist. Aber nicht alle jungen Schauspieler hören aufmerksam zu: Der eine oder andere hat nur Augen für die Einradfahrer, die mit bunten Bändern in der Hand ihren Auftritt proben. Oder er ist beschäftigt damit, die Wurfbude aufzustellen.
Da dringt von links lautes Knattern an das Ohr des Betrachters und er erblickt ein motorisiertes Dreirad, das weitere Requisiten auf die Bühne bringt. Am anderen Ende der Anlage wird derweil noch gehämmert, gesägt und gemalt, um die letzten Bühnenelemente aufführungsreif zu bekommen.
Es ist deutlich spürbar: Hektik und Eifer bestimmen die letzten Tage vor der Premiere, aber auch eine knisternde Spannung und große Vorfreude unter den Akteuren, die teils seit Monaten mit Text lernen, Requisiten basteln und vielen, vielen Proben beschäftigt sind.
Endlich ist es geschafft: Alles steht am richtigen Platz, die Szene beginnt. Pippi begrüßt überschwänglich eine Schaufensterpuppe und reißt dieser dabei einen Arm ab. Eine Verkäuferin stürmt entsetzt auf sie zu: „Kind, was hast du angestellt, unerhört!“
Doch Pippi wäre nicht Pippi, wenn sie nicht mit ihrer unerschütterlichen Fröhlichkeit (und natürlich Vater Langstrumpfs Seeräubergold) einen Ausweg aus dieser Situation fände. Ebenso, wie sie wenig später mit dem stärksten Mann der Welt und den örtlichen Polizisten fertig wird.
Pippi schafft alles und das unter völliger Missachtung althergebrachter Autoritäten. Sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt – wie es schon in dem bekannten Pippi-Langstrumpf-Lied heißt, das natürlich auch auf der Waldbühne zu einer Pippi-Aufführung nicht fehlen darf. Zwanzig Minuten später ist die Szene geschafft, der Regisseur ist zufrieden. Noch ein paar einzelne Szenen werden in den nächsten Tagen geprobt, dann kann die Premiere kommen. Und wenn dann noch das erste Lampenfieber überwunden ist, steht einer für junges und älteres Publikum gleichermaßen vergnüglichen Aufführung nichts mehr im Wege.
Karten für die Vorstellung, die um 20 Uhr beginnt, sowie für alle weiteren Aufführungen, gibt es noch im Vorverkauf (07571-3520, montags bis freitags von 18 bis 20 Uhr, sowie am Wochenende ab 10 Uhr bis zwei Stunden vor Spielbeginn – oder im Internet: www.waldbuehne.de) oder an der Tageskasse.













