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Geplanter Nationalpark Nordschwarzwald: Zu kurz gedacht

Durch sorgsame Bewirtschaftung entstehen struktur- und artenreiche Wälder
Durch sorgsame Bewirtschaftung entstehen struktur- und artenreiche Wälder

(openPR) Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR) und der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e. V. (BSHD) warnen vor den Folgen für die regionale Wirtschaft: Der vermeintliche Umweltschutz kostet Geld, Arbeitsplätze und widerspricht Klimaschutzzielen.



Berlin, 31. Mai 2011 – Der Naturschutzbund (NABU) und die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg haben den Nordschwarzwald als zukünftigen Nationalpark im Visier. Die Einrichtung eines solchen Totalschutzgebiets solle nach Worten des NABU mit „allen Chancen und Risiken“ vorangetrieben werden. Der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR) und dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie e. V. (BSHD) kommt die Diskussion um die Risiken zu kurz. Sie warnen: Regionale Unternehmen verlören ihre wirtschaftliche Grundlage. Tourismuseffekte seien überschätzt. Wertvolles, nachwachsendes Holz würde unnötig der Wertschöpfungskette entzogen.

Regionale Unternehmen brauchen den Wald

In Baden-Württemberg, wo der Wald beinahe 40 Prozent der Landesfläche einnimmt und einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt, soll nach Wünschen des NABU eine Nationalparkfläche von mindestens 10.000 Hektar für Waldbesucher und Wirtschaftsunternehmen gesperrt werden. Firmen wie Keller Holz, die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH und auch nachgelagerte Branchen würde das Nutzungsverbot besonders hart treffen. „Mit unserem grenznahen Standort südlich von Karlsruhe sind wir auf die nahe gelegenen Waldgebiete als Rohstofflieferant angewiesen, um eine ganzjährige Rundholzbereitstellung zu gewährleisten“, sagt Jörg Keller, Geschäftsführer von Keller Holz. „Da wir mit unseren Produkten fast ausschließlich Kunden aus der Region beliefern, müssten sich diese Firmen um entsprechende Alternativen kümmern“, ergänzt er. Der Hersteller von Verpackungshölzern sieht seine Versorgungssicherheit mit dem Rohstoff Holz durch die geplanten Schutzgebiete genauso gefährdet wie der Kartonhersteller in Baiersbronn. „Mit unserem Werk in Baiersbronn setzen wir auf einen Produktionsstandort, bei dem wir uns ganz bewusst für Holz aus der Region und gegen CO2-intensive Importhölzer entschieden haben. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für die Wirtschaftsentwicklung im ländlichen Raum“, erläutert Helmut Payer, Geschäftsführer der zur Mayr-Melnhof-Gruppe gehörenden Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH.

Arbeitsplätze in Forst- und Holzwirtschaft sind saisonunabhängig

Die baden-württembergische Forst- und Holzwirtschaft verzeichnet einen Jahresumsatz von zirka 30 Mrd. Euro und beschäftigt 200.000 Menschen. Auch der neue Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Die Grünen) hat dies erkannt. Dem Minister zufolge seien in kaum einer anderen Gegend Wald- und Holzwirtschaft so tief in der Gesellschaft verankert. Zu den Beschäftigten der Branche gehören Waldarbeiter, Förster, Forstdienstleister, Holzspediteure, der Handel, Zimmereien und viele nachgelagerte Branchen. Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand beim BSHD, sagt: „Diese Arbeitsplätze sind, im Gegensatz zu dem oft propagierten Arbeitsplatzmotor Naturtourismus, saisonunabhängige und gut entlohnte Beschäftigungsverhältnisse. Unserer Meinung nach sind intelligente Konzepte gefragt, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Tourismus miteinander verbinden.“ Zudem werde in der öffentlichen Diskussion zu oft die Schutzfunktion der Waldbewirtschaftung unterschlagen. „Sich selbst überlassene Wildnis nimmt Förstern die Möglichkeit, die Wälder klimaresistent umzubauen. Wir schützen am besten, indem wir nutzen“, sagt Schmidt. Daher nütze der Nationalpark weder Mensch noch Natur, wie es der NABU glauben machen möchte.

Wald- und Holzwirtschaft schützen das Klima

Des Weiteren stellt die Einrichtung von Nationalparks aus Sicht des BSHD und der AGR einen Widerspruch zum Energiekonzept der Bundesregierung dar. Es sieht vor, Biomasse in Zukunft verstärkt zur Energieerzeugung einzusetzen. Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR warnt: „Mit der großräumigen Ausweisung von Totalschutzgebieten wird nicht nur der Holz- sondern auch der Energiewirtschaft der Rohstoff entzogen. Wir haben die Möglichkeit, durch die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes zur Lösung eines unserer dringlichsten Probleme, dem Klimawandel, beizutragen.“ Die Vorteile einer naturverträglichen Waldnutzung ziehen sich Ohnesorges Aussagen nach durch die gesamte Wertschöpfungskette. Er betont: „Der naturnah bewirtschaftete Wald schafft mehr Strukturreichtum und sorgt damit auch für mehr Artenvielfalt als ein unbewirtschafteter Wald. Durch diese Einflussnahme sind die Wälder bei Stürmen auch stabiler. Zudem speichert die Verwendung von Holzprodukten den Kohlenstoff des von den Bäumen verwerteten Klimagases Kohlendioxid – und dient also direkt dem Klimaschutz. Forst- und Holzwirtschaft gehören zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die mit Natur- und Klimaschutz einhergehen.“

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