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Der Spielplatz: falscher Ort für Raucher

26.05.201116:04 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) In diesem Jahr steht der „gesetzliche Nichtraucherschutz“ im Focus des Welt-Nichtrauchertages am 31. Mai 2011.

Obwohl Deutschland die internationale Tabak-Rahmenkonvention („Framework Convention on Tobacco Control“ - FCTC) unterzeichnet und sich damit verpflichtet hat, hierzulande einen effektiven Nichtraucherschutz umzusetzen, gibt es inzwischen viele unterschiedliche Gesetze und Regelungen.16 Bundesländer = 16 Gesetze, die zwar dafür sorgen, dass manche öffentliche Institutionen und Einrichtungen rauchfrei sind und Tabakwerbung in vielen Bereichen verboten ist. Aber: Die Gesetze und Verordnungen lassen Schlupflöcher und Hintertürchen offen. So ist ein „Flickenteppich Deutschland“ entstanden, der für viel Verwirrung sorgt.

Deshalb fordert das Aktionsbündnis „MV Rauchfrei“: Es muss eine bundeseinheitliche Regelung für den Nichtraucherschutz ohne Schlupflöcher her und diese muss dann auch konsequent umgesetzt werden.

Große Sorgen bereiten dem Aktionsbündnis besonders solche Lücken, die die Gesundheit von Kindern in Mecklenburg-Vorpommern gefährden. Dies sind nach wie vor die Zigarettenkippen auf Spielplätzen und an Stränden.

„In weggeworfenen Kippen stecken viele giftige und krebserregende Substanzen und sind damit nicht nur ein ästhetisches Problem“, so Dr. Michael Köhnke. „Kleine Kinder nehmen sie beim Spielen gern in den Mund und verschlucken sie. Dies kann schwerwiegende Vergiftungen nach sich ziehen.“

Nichtraucherstrände findet man in Mecklenburg-Vorpommern bisher nur in Göhren auf Rügen. Die Kurverwaltung hat damit auf Hinweise von Familien reagiert. Diese fanden es als sehr störend, wenn beim Ausrichten des Strandkorbs, beim Aufstellen des Sonnenschutzes oder beim Auslegen des Strandtuchs viele Zigarettenkippen und –schachteln zum Vorschein kamen. Den Befragten sei vor allem wichtig gewesen, dass die Kinder nicht in Sand mit Zigarettenkippen buddelten. Während man sich in Mecklenburg-Vorpommern noch schwer tut mit rauchfreien Stränden, sind diese auf der Nordseeinsel Föhr längst Gewohnheit. Schon 1998 wurden hier drei Nichtraucher-Strände ausgewiesen, zwei in Wyk und einer in Utersum. Die Strände in bester Lage nehmen vor allem Familien gut an. Auch auf der Nordseeinsel Langeoog gibt es längst, aufgrund der Anregung von Gästen, drei Nichtraucherstrände.

An anderen Stränden in Mecklenburg-Vorpommern wird mit gratis verteilten Strandaschenbechern versucht, dass Raucher nicht achtlos die Kippen wegwerfen. Diese Lösung reicht aber nicht.

Eine ähnliche Gefahr wie an den Stränden besteht, das ganze Jahr über, zur großen Sorge vieler Eltern auf Spielplätzen. Dort werden immer wieder Zigarettenkippen gefunden. Das Aktionsbündnis fordert ein vollständiges Rauchverbot auf allen Kinderspielplätzen. „Ein solches Rauchverbot lässt sich nicht vollständig kontrollieren, doch so würde dadurch unmissverständlich klargestellt, dass es sich hier um kein Kavaliersdelikt handelt. Die Androhung ernsthafter Sanktionen, ohne die kaum eine Verhaltens-änderung erfolgt, ist nur durch eine eindeutige Rechtslage wirksam“, lässt das Aktionsbündnis M-V Rauchfrei verlauten. „Außerdem würde eine solche Regelung ein klares Signal aussenden, dass Rauchen eine schädliche und unerwünschte Verhaltensweise ist, deren Ausleben keinesfalls als Vorbild für Kinder akzeptiert werden sollte.“

Da sich Mecklenburg-Vorpommern zum Ziel gesetzt hat, Urlaubs- und Gesundheitsland Nr. 1 in Deutschland zu werden, würden rauchfreie Spielplätze und Strände sehr gut in das Gesamtbild passen.

Über die besondere Gefahr durch die Griffnähe von Zigarettenkippen hinaus bleibt das häufige Problem des Passivarauchens:
Kinder können sich gegen das Einatmen des erwiesenermaßen gesundheitsschädlichen Tabakrauches nicht zur Wehr setzen!
Passivrauchen schädigt die Gesundheit von Kindern schwerer als vielen bewusst ist. In einer Studie von Mitgliedern des Bündnisses fand sich in Familien mit Kleinkindern, dass die Eltern das Beste für Ihre Kinder wollen, aber zu wenig unterrichtet sind in den Gefahren des Passivrauchens, erklärte Prof. John von der Universität Greifswald und fügt hinzu, dass gerade Familie mit Kleinkindern empfänglich für Ansätze der Prävention seien.

Bei der Bilanz zum Weltnichtrauchertag stellen die Mitglieder des Aktionsbündnisses fest, dass die Risiken von Passivrauchen weiter unterschätzt werden und die Kinder die Leidtragenden sind. Es muss auch der langfristigen Gefahr entgegengewirkt werden, dass rauchende Eltern ihren Kindern ein schlechtes Vorbild liefern, durch das der Nachwuchs ebenfalls zum Tabakkonsum verleitet wird.

Durch Passivrauchen belastete Kinder schlafen schlechter und haben häufiger Bauchweh, Schwindel, Kopfschmerzen, Husten und Konzentrationsstörungen. Sie sind häufiger krank, neigen zu Allergien, müssen öfter ins Krankenhaus und leiden häufiger unter Bronchitis und Lungenentzündung.
Einer von hundert Menschen stirbt am Passivrauchen. Insgesamt gebe es laut WHO weltweit jährlich über 600 000 Tote, 165 000 davon seien Kinder.

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