openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Multiple Sklerose: die Krankheit mit den tausend Gesichtern

24.05.201118:56 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Multiple Sklerose, kurz MS, ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Als Autoimmunerkrankung richten sich die Abwehrzellen des Körpers gegen die eigenen Nervenzellen. Meistens verläuft die MS in Schüben, wobei Symptome und Verlauf bei jedem Patienten individuell genau betrachtet werden müssen. Auch die Symptome unterscheiden sich von Patient zu Patient. Deswegen wird Multiple Sklerose auch die Krankheit mit den tausend Gesichtern genannt. Sie ist bis heute nicht heilbar. Doch die Wissenschaft macht große Fortschritte. Mit modernen Medikamenten lassen sich Häufigkeit und Schwere der MS-Schübe reduzieren und mögliche Behinderungen hinauszögern. Entgegen landläufigen Vorurteilen landen Erkrankte nicht zwangsläufig im Rollstuhl.
Circa 130 000 Menschen leben nach Schätzungen allein in Deutschland mit der Erkrankung, weltweit sind es 2,5 Millionen. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung beginnt oft im jungen Erwachsenenalter, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und dem 45. Lebensjahr. Vor der Pubertät und nach dem 60. Lebensjahr tritt die Erkrankung sehr selten auf, kommt jedoch auch in diesen Altersgruppen vor.

Was im Körper passiert

Bei MS-Patienten ist das körpereigene Immunsystem fehlgeleitet. Abwehrzellen, die normalerweise Krankheitserreger bekämpfen, richten sich gegen körpereigene Strukturen. Es kommt zu einer Entzündung in bestimmten Bereichen des zentralen Nervensystems – also im Gehirn, im Rückenmark oder im Sehnerv. Angriffspunkte des fehlgesteuerten Immunsystems ist die Schutz- bzw. Isolierschicht der Nervenfasern, Myelinscheide genannt. Diese gewährleistet eine schnelle Übertragung elektrischer Signale zwischen den Nervenzellen. Bei einem Verlust der Myelinschicht, auch Demyelinisierung genannt, können die Nerven elektrische Signale nicht mehr schnell genug weiterleiten. Es kommt zu Ausfällen der betroffenen Nerven. Zurück bleiben vernarbte und verhärtete (sklerosierte) Gewebestrukturen.

Wie sich MS bemerkbar macht

Welche Symptome bei den Patienten auftreten, hängt jeweils davon ab, welche Körperareale von den betroffenen Entzündungsherden im Zentralen Nervensystem (ZNS) versorgt werden. Typische Erstsymptome sind Sehstörungen mit Verschwommen- oder Nebelsehen als Ausdruck einer Sehnerventzündung (Optikusneuritis) und Empfindungsstörungen. Die Patienten verspüren häufig ein Kribbeln oder ein Schwächegefühl in den Beinen. Sie stolpern oft, sind unsicher beim Gehen oder verspüren Taubheitsgefühle. Weitere charakteristische Krankheitszeichen sind Schwindel, Doppeltsehen, Schmerzen (vorrangig in den Extremitäten), Muskelkrämpfe und Lähmungserscheinungen. Möglich sind auch Sprach- und Schluckstörungen. Besonders stark beeinträchtigt die Multiple Sklerose die Lebensqualität der Patienten, wenn Blasen- oder Sexualfunktionen in Mitleidenschaft gezogen sind. Bei manchen Patienten treten auch Depressionen auf, die behandelt werden müssen.

Wie die Krankheit verläuft

Nicht nur wegen der Vielzahl möglicher Symptome gleicht kein Patient dem anderen: Die individuellen Verläufe der Erkrankung unterscheiden sich auch darin, wann und wie stark die Symptome auftreten. Die Ärzte unterscheiden insgesamt acht Verlaufsformen der MS, die beiden wesentlichen sind 1. der schubförmig-remittierende Verlauf, d.h., die Symptome verschlechtern sich sehr schnell und bilden sich wieder mehr oder weniger zurück, und 2. der chronisch-progrediente Verlauf, d.h., die Beschwerden nehmen ohne Schübe nach und nach zu. In den meisten Fällen (85 bis 90 Prozent) verläuft eine MS schubweise.

Wie MS diagnostiziert wird

Zur gesicherten Diagnose führen generell mehrere Untersuchungen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) liefert Schichtbilder des Gehirns und des Rückenmarks. So lässt sich ermitteln, wo genau die entzündlichen Herde sitzen und wann sie auftreten. Die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) wird ebenfalls untersucht. Eventuell sind auch elektrophysiologische Untersuchungen sogenannter evozierter Potentiale hilfreich. Sie können Schäden in den Nervenbahnen von Gehirn und Rückenmark nachweisen.

Unklare Ursachen

Warum es zur Zerstörung der Nervenzellen kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es scheinen viele Faktoren zur Entstehung der Krankheit beizutragen. Multiple Sklerose gilt nicht als Erbkrankheit, doch treten bestimmte genetische Varianten bei Betroffenen häufiger auf als bei gesunden Menschen. Auch haben Menschen in den nördlichen Breiten ein größeres Risiko zu erkranken als auf der südlichen Halbkugel. Deshalb geht die Forschung von einer genetischen Prädisposition (Krankheitsneigung) aus. Auch Infektionen werden als Erkrankungsursache diskutiert. Die Hypothesen zur Krankheitsentstehung sind zahlreich.

Neue Hoffnung für MS-Patienten

Multiple Sklerose ist derzeit nicht heilbar. Der Medizin steht jedoch eine Vielzahl an therapeutischen Mitteln zur Verfügung, um einerseits die Symptome eines akuten Schubs zu mildern (Glucocorticoide) und andererseits den langfristigen Verlauf der Krankheit zu verbessern (Beta-Interferone, Glatimeracetat und Natalizumab) Bei der Langzeit-Therapie kommen vor allem solche Arzneimittel zum Einsatz, die die Angriffe der körpereigenen Abwehr auf die Nervenzellen dämpfen. Darüber hinaus werden viele Beschwerden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit einer Schmerztherapie.

Die Forschung macht große Fortschritte

MS ist Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten, wodurch sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt deutlich verbessert haben. Einen wesentlichen Fortschritt stellte zum Beispiel im Jahr 2006 eine Therapie mit dem Antikörper Natalizumab dar. Im April 2011 erst wurde eine Kapsel zum Schlucken zugelassen, die für die Patienten deutlich angenehmer ist als Spritzen oder Infusionen. Allerdings eignet sich dieser Wirkstoff (Fingolimod) nur für Patienten mit schweren Verlaufsformen der MS. Der Wirkstoff hindert die Abwehrzellen daran, aus den Lymphknoten ins Gehirn zu wandern und dort die schützende Myelinschicht der Nervenzellen anzugreifen. Damit Forschungsergebnisse schnellstmöglich in die Praxis umgesetzt werden und Patienten von diesem Wissen bestmöglich profitieren, wurde 2010 das krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) gegründet.

Informationsveranstaltung zu MS in Karlsbad

Am 01. Juni 2011 findet ab 17:00 Uhr im Hörsaal des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach eine Informationsveranstaltung im Rahmen des Welt-Multiple-Sklerose-Tages statt. Neben dem medizinischen Vortrag „MS UPDATE – Erkennen, Wissen, Handeln“ wird ebenfalls eine Buchlesung stattfinden. Als Betroffener liest Knud Kohr aus seinem aktuellen Buch „500 Meter. Trotz Multipler Sklerose um die Welt“. Der Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.srh.de/kkl.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 540626
 2341

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Multiple Sklerose: die Krankheit mit den tausend Gesichtern“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Bild: Nie mehr RattengiftBild: Nie mehr Rattengift
Nie mehr Rattengift
Neue Gerinnungshemmer versprechen gute Wirkung und mehr Sicherheit Die Entdeckung der „Süßklee-Krankheit“ in den 30iger Jahren in den USA war das Schlüsselereignis für die Entwicklung von gerinnungshemmenden Medikamenten. Farmer im mittleren Westen hatten bei ihrem Vieh festgestellt, dass beim Fressen von feuchtem Heu ein süßlich riechender, bitter schmeckender Stoff entsteht, der blutverdünnend wirkt und bei Rindern zum Verbluten führte. Seit 1936 ist bekannt, welcher Stoff die Rinder auf der Weide verbluten lässt. 1949 wurde Warfarin in de…
Bild: WM – Nichts für schwache HerzenBild: WM – Nichts für schwache Herzen
WM – Nichts für schwache Herzen
SRH Chefarzt Prof. Dr. Diehm erklärt, was während der WM fit hält und warum das Risiko einer Herzattacke steigt. Karlsbad, 22. Juni 2010 Das alles entscheidende Spiel und dann das: Elfmeterschießen. Die einen müssen sich die Augen zuhalten, die anderen kauen sich die Fingernägel ab. Die Fußball-WM ist für Fans emotionaler Stress. „Die WM ist nicht nur eine aufregende Zeit, sie fordert auch ihren gesundheitlichen Tribut. Wenn die deutsche Mannschaft spielt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Herzattacke“, sagt Prof. Dr. med. Curt Diehm, Kar…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Was ist eigentlich Multiple Sklerose (MS)Bild: Was ist eigentlich Multiple Sklerose (MS)
Was ist eigentlich Multiple Sklerose (MS)
… ist, Nervensignale fehlerfrei weiterzuleiten. Die Ursache ist trotz großer Forschungsanstrengungen noch nicht geklärt. Multiple Sklerose (MS) wird häufig auch als, die Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet. Dies gilt sowohl für die Symptome als auch für den Verlauf. Dieser ist von Patient zu Patient völlig unterschiedlich. Manche Betroffene haben …
Bild: Ich habe MSBild: Ich habe MS
Ich habe MS
dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=5524 Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Aus dem Leben gegriffenBild: Aus dem Leben gegriffen
Aus dem Leben gegriffen
… kann. Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Ein Leben mit Höhen und TiefenBild: Ein Leben mit Höhen und Tiefen
Ein Leben mit Höhen und Tiefen
dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=5524 Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Das facettenreichste Krankheitsbild der NeurologieBild: Das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie
Das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie
… MS: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesuchtBild: Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesucht
Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesucht
… Nervensystems. Anzeichen und Verlauf der Nervenerkrankung können jedoch von Fall zu Fall so unterschiedlich sein, dass man sie auch als "Erkrankung mit tausend Gesichtern" bezeichnet. Auslöser für die multiple Sklerose sind Entzündungen an den Markscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems. Gegen Multiple Sklerose wurden neue Wirkstoffe entwickelt, …
Bild: Das Buch der Woche im Karina-VerlagBild: Das Buch der Woche im Karina-Verlag
Das Buch der Woche im Karina-Verlag
… bringt. Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Lebensecht und authentischBild: Lebensecht und authentisch
Lebensecht und authentisch
… haben. Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Ein kleiner Einblick in das Leben mit MSBild: Ein kleiner Einblick in das Leben mit MS
Ein kleiner Einblick in das Leben mit MS
… Autorin. Buchbeschreibung: MS (Multiple Sklerose) ist das facettenreichste Krankheitsbild der Neurologie. Diese Krankheit stellt das Leben eines Betroffenen völlig auf den Kopf. Sie ist nicht nur eine Krankheit mit 1000 Gesichtern, sondern auch mit 1000 Fragen. Eine davon WARUM? Aber das Leben geht weiter … eben nur anders als bisher. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Ängsten …
Bild: Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesuchtBild: Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesucht
Patienten mit Mutlipler Sklerose für kommende Therapiestudien am Standort Dresden gesucht
… Nervensystems. Anzeichen und Verlauf der Nervenerkrankung können jedoch von Fall zu Fall so unterschiedlich sein, dass man sie auch als "Erkrankung mit tausend Gesichtern" bezeichnet. Auslöser für die multiple Sklerose sind Entzündungen an den Markscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems. Gegen Multiple Sklerose wurden neue Wirkstoffe entwickelt, …
Sie lesen gerade: Multiple Sklerose: die Krankheit mit den tausend Gesichtern