(openPR) Mechthild Dyckmans hatte gestern die Zahlen, Bernie (14), Carolin (17), Svenja (18) und Alexander (16) haben die Stories dazu. Die von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung vorgestellten Daten und Befunde über jugendliche Komatrinker spiegeln sich im Alltag der Heranwachsenden wider, wie die Geschichten von 12 Jugendlichen in dem neuen Buch „3,7 Promille oder so…“ zeigen:
1. Alkohol gibt’s immer und überall und für jeden, der Jugendschutz ist porös:
„Es ist überhaupt kein Problem an den Alkohol zu kommen. Am Anfang, als wir noch keinen kannten, der 18 war, sind wir am Bahnhof zu einem Penner gegangen und haben ihn gefragt, ob er sich einen Euro verdienen will. Dann hat er für uns die Sachen gekauft. Oder wir haben uns per Handy verabredet und jeder brachte Geld mit. Vierzig Leute standen im Supermarkt hinter der Kasse und von jedem wanderte ein Fünf-Euro-Schein nach vorne. Der Älteste bezahlte und kaufte Sachen für 170 Euro auf einmal. Heute brauche ich nur jemanden auf dem Handy anzurufen: „Hey, kannst Du mir was von der Tanke mitbringen?“ (Bernie, 14)
2. Mit Freunden trinkt man am liebsten
Carolin (17): „Man merkt auch, wie die Gruppe lustig wird durch den Alkohol und irgendwie will man das auch haben. Durch den Alkohol wird man offener.“
Svenja (18): „Ich kenne welche, die trinken aus Frust, aus Liebeskummer oder sonst was. Alkohol lässt schon Probleme vergessen. Wenn man mit ein paar anderen unterwegs ist, wird es immer lustiger. Am Wochenende bin ich immer nur am Lachen.“
3. Unter Jungen ist Komasaufen verbreiteter als unter Mädchen, sie haben das riskantere Trinkverhalten
Alexander, 16 Jahre, berichtet: „Wenn man mich fünf oder zehn Minuten später ins Krankenhaus gebracht hätte, wäre ich tot gewesen. Als die mir gesagt haben, mit wie viel Promille ich eingeliefert wurde und dass ich hätte sterben können – das hat mich richtig wachgerüttelt. Für mich war der Wachrüttel-Effekt im Krankenhaus sehr stark. Ich kenne zum Beispiel meine Grenzen. Die Grenzen sind je nach Situation verschieden, mal sind sie nach zehn Bier erreicht, mal nach zwanzig.“
Über das Buch:
Neben der Diplom-Psychologin Christina Adler-Schäfer fungiert als zweite Herausgeberin die Diplom-Pädagogin Sabine Lang von der Villa Schöpflin, Zentrum für Suchtprävention, Lörrach. Hier hat das Bundesmodellprojekt HaLT (Hart am LimiT) seinen Sitz. Über HaLT konnten die Kontakte zu den Jugendlichen hergestellt werden.
Christina Adler-Schäfer – Sabine Lang (Hrsg.)
„3,7 Promille oder so …“ Rauschtrinken: 12 Jugendliche berichten
Robert Schäfer Verlag, Viernheim 2011
ISBN: 978-3-941870-02-4
12,90 Euro
TV-Berichterstattung (RTL, SAT1) nachzusehen unter:
www.robert-schaefer-verlag.de



















