(openPR) Trotz familienfeindlicher Ablehnungspraxis der Krankenkassen:
Anträge für Mütter- und Mutter- Kind- Kuren ungebrochen hoch
Hannover. Die Nachfrage nach Kurmaßnahmen für Mütter und Mutter/ Vater-Kind sind anhaltend hoch. Das geht aus der neuen Jahres-Statistik des Müttergenesungswerkes
(MGW) hervor, die Antragszahlen 2010 für Mütter- und Mutter/Vater-Kind-Kurmaßnahmen in den Beratungsstellen des Müttergenesungswerkes sind im Vergleich zum Vorjahr mit +1% annähernd gleich geblieben. „Dies zeigt den hohen Bedarf an den Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen“, betont Michael Schröder, Geschäftsführer der AWO vita gGmbH, „umso dramatischer ist es, dass die Zahl der abgelehnten Kuranträge der Mütter und Kinder durch die Krankenkassen erneut gestiegen sind. Die Ablehnungsquote lag 2010 bei 34% (2009: 31%) und hat damit wieder das Niveau von 2006 – d.h. vor der Gesetzesänderung - erreicht. Die Zahl der Mütter und Kinder, die in den anerkannten Kliniken des MGW an Kurmaßnahmen teilnahmen sank sogar um 10%.“
Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sanken bei den Aufwendungen für Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter und Mütter mit Kindern 2010 um 9,18% im Vergleich zum Vorjahr und sind damit auf das Niveau von 2004 zurückgegangen. Diese Entwicklung und der Umgang der Krankenkassen mit den Anträgen kranker Mütter, Väter und ihrer Kinder werden inzwischen auch auf politischer Ebene stark diskutiert.
„Es entsteht der Eindruck, dass Familien mit Kindern für die ungebremste Ausgabenentwicklung im Gesundheitswesen büßen müssen“, sagt Axel Plaue, Vorsitzender der AWO Bezirksverband Hannover e.V. „Krankenkassen entwickeln immer wieder neue Strategien, um begründete Kuranträge abzulehnen, weil sie nach unserer Wahrnehmung die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Familien und die nachhaltigen Erfolge der Kuren eher gering einschätzen. Das geht vor allem zu Lasten der Mütter und ist aus unserer Sicht familienfeindlich!“
Die Gesundheitsreform von 2007 machte die Kurmaßnahmen für Mütter und Väter bei medizinischer Indikation zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die zurzeit sehr hohen Ablehnungsquoten mit teilweise haarsträubenden Begründungen widersprechen eindeutig dem Willen des Gesetzgebers.
„Die AWO setzt sich gemeinsam mit dem Müttergenesungswerk auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass sich die Situation für die Eltern ändert“, so Michael Schröder weiter. „An den Zahlen sehen wir, dass Mütter und Väter – entgegen den Behauptungen mancher Kassen – ihr Recht in Anspruch nehmen und ungebrochen Kurmaßnahmen beantragen.“ Auch die Widerspruchsquote ist mit 64% seit Jahren konstant hoch. Widersprüche, die über Beratungsstellen im MGW-Verbund erfolgen, werden zu 54% erfolgreich entschieden. In den rund 1.400 Beratungsstellen im Verbund des Müttergenesungswerkes können Mütter und Väter Unterstützung erhalten zu allen Fragen Kur – vom Antrag bis zur Klinikauswahl.










