openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Entscheidung des Bundespatentgerichts - JURAWERK

09.05.201116:15 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Entscheidung des Bundespatentgerichts - JURAWERK
jurawerk
jurawerk

(openPR) Das Bundespatentgericht entschied kürzlich, dass die Marke JURAWERK der Braunschweiger Kanzlei jurawerk Rechtsanwälte Twelmeier & Eisele PartG im Deutschen Markenregister einzutragen ist. Denn zum einen besitzt die Marke JURAWERK Unterscheidungskraft und zum anderen ist kein Freihaltebedürfnis vorhanden.



Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) hatte die Markenanmeldung JURAWERK für die Dienstleistungen Unternehmensberatung, Einziehung von Außenständen (Inkasso), Rechtsberatung und Rechtsvertretung sowie juristische Dienstleistungen wegen vermeintlich fehlender Unterscheidungskraft zurückgewiesen.

Hiergegen legte die auf gewerblichen Rechtsschutz und IT-Recht spezialisierte Kanzlei Beschwerde ein. Zur Begründung wurden vor allem zwei Argumente vorgebracht: Einerseits stelle die Marke JURAWERK einen unmittelbaren Herkunftshinweis auf die Kanzlei jurawerk Rechtsanwälte Twelmeier & Eisele PartG dar. Andererseits handele es sich bei der Marke JURAWERK um eine Wortneuschöpfung.

Dem schloss sich das Bundespatentgericht (BPatG) in seiner Entscheidung (Az. 30 W (pat) 23/10) an: Das BPatG verweist darauf, dass eine Marke Unterscheidungskraft (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG) besitzen muss. Nach ständiger Rechtsprechung ist das immer dann der Fall, wenn die Marke die von ihr erfassten Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens gegenüber solchen anderer Unternehmen abgrenzt.

Um dies zu entscheiden, ging das BPatG ausführlich auf die Bedeutung der Wörter "Jura" und "Werk" ein. Dem Gericht zufolge bezeichnet "Jura" die Rechtswissenschaft als Studienfach. Üblicherweise würden Zusammensetzungen wie etwa "Jurastudium, Juraausbildung, Juraprofessur" verwendet. Weiter wurde in dem Urteil ausgeführt, dass dem Wortbestandteil „Werk“ in vergleichbaren Zusammensetzungen regelmäßig entweder die Bezeichnung eines Produkts vorangestellt werde oder aber der Name des jeweiligen Anbieters.

Von dieser Betrachtung ausgehend, ist es nach Auffassung des Senats fernliegend, im allgemeinen Sprachgebrauch das Wort "Jura" mit dem Wort "Werk" zu kombinieren. Zwar handele es sich bei beiden Zeichenbestandteilen jeweils um Elemente, die für sich betrachtet nicht unterscheidungskräftig sind. Jedoch führe die fantasievolle Wortbildung "JURAWERK" zu einer neuartigen Wortkombination, die aus sich heraus originell und insoweit ohne Weiteres individualisierend wirke.

Diese unterscheidungskräftige Wirkung des entstandenen Gesamtzeichens ist es, die trotz der nicht unterscheidungskräftigen Einzelelemente zur Eintragungsfähigkeit der Marke führe.

Abschließend verweist das Gericht noch darauf, dass die fantasievolle Wortbildung der angemeldeten Marke trotz etwaiger beschreibender Anklänge, auch ein Freihaltebedürfnis (§ 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG) entfallen lässt.

Hintergründe zur Entscheidung über die Marke JURAWERK:
http://www.jurawerk.de/Artikel/Entscheidung-des-Bundespatentgerichts-JURAWERK.html

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 535897
 685

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Entscheidung des Bundespatentgerichts - JURAWERK“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Buchstabe „M“ als Wortmarke für „Sportwagen“ schutzfähig
Buchstabe „M“ als Wortmarke für „Sportwagen“ schutzfähig
Der 28. Marken-Beschwerdesenat des Bundespatentgerichts in München hat am 14. November 2012 entschieden, dass das von BMW für „Sportwagen“ angemeldete Wortzeichen „M“ als Marke schutzfähig ist. Das Zeichen „M“ ist zum einen unterscheidungskräftig, da der angesprochene Durchschnittsverbraucher dem Buchstaben „M“ keine beschreibende Bedeutung für „Sportwagen“ …
Bild: GROB Mindelheim scheitert vor Bundespatentgericht - Erfinder Holger Sprenger verteidigt Volkswagen PatentBild: GROB Mindelheim scheitert vor Bundespatentgericht - Erfinder Holger Sprenger verteidigt Volkswagen Patent
GROB Mindelheim scheitert vor Bundespatentgericht - Erfinder Holger Sprenger verteidigt Volkswagen Patent
… einer Nichtigkeitsklage zu Fall zu bringen. Mit dem Urteil und einer Leitsatzentscheidung (1 NI 23/07), die seit dem 8. September 2009 in den Eilunterrichtungen des Bundespatentgerichts veröffentlicht ist, wurde die Klage der GROB Werke Mindelheim abgewiesen. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Erfinder und ehemalige VW Manager …
Ritter Sport und Dextro Energy behalten Markenschutz für ihre quadratischen Formmarken
Ritter Sport und Dextro Energy behalten Markenschutz für ihre quadratischen Formmarken
Bundesgerichtshof hebt Entscheidungen des Bundespatentgerichts vorerst auf. Düsseldorf, 30. Oktober 2017 – Die Süßwarenhersteller Ritter und Dextro Energy behalten vorerst für die Form ihrer Produkte das exklusive Recht: Am 18. Oktober 2017 bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH), dass berechtigt Rechtsbeschwerde gegen die Löschung des Markenschutzes …
Bild: Computerimplementierte Erfindungen 2019, 15. Februar 2019 in MünchenBild: Computerimplementierte Erfindungen 2019, 15. Februar 2019 in München
Computerimplementierte Erfindungen 2019, 15. Februar 2019 in München
… werden können. Folgende Punkte bilden einen thematischen Schwerpunkt in diesem Seminar: • CII-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs • Neuere Rechtsprechung des Bundespatentgerichts • Amtspraxis und Rechtsprechung des Europäischen Patentamtes • Länderberichte: USA, China, Japan, Südkorea, Singapur • Praxis und Strategie aus Unternehmenssicht • Künstliche …
Bild: ForumSommerSpecial PatentrechtBild: ForumSommerSpecial Patentrecht
ForumSommerSpecial Patentrecht
… einer der führenden Seminaranbieter Deutschlands, veranstaltet, vermittelt einen intensiven Überblick über die jüngere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundespatentgerichts zum Patent- und Gebrauchsmusterrecht. Die Referenten erläutern ausführlich die relevanten Entscheidungen beider Gerichte zum materiellen Patentrecht. Außerdem stellen …
Bild: Buchstabe „M“ als Wortmarke für Sportwagen eingetragenBild: Buchstabe „M“ als Wortmarke für Sportwagen eingetragen
Buchstabe „M“ als Wortmarke für Sportwagen eingetragen
Kann ein einzelner Buchstabe als Marke eingetragen werden? Ja, sagt jetzt der 28. Beschwerdesenat für Marken des Bundespatentgerichts. Das Zeichen „M“ sei zum einen unterscheidungskräftig. Der angesprochene Durchschnittsverbraucher messe dem Buchstaben „M“ keine rein beschreibende Bedeutung für Sportwagen bei, so das Gericht. Dann also kann der Buchstabe …
Bild: Neues Angebot von SCHÜRMANN WOLSCHENDORF DREYER: Anwaltskanzlei bewertet Gerichtsurteile im InternetBild: Neues Angebot von SCHÜRMANN WOLSCHENDORF DREYER: Anwaltskanzlei bewertet Gerichtsurteile im Internet
Neues Angebot von SCHÜRMANN WOLSCHENDORF DREYER: Anwaltskanzlei bewertet Gerichtsurteile im Internet
… groß. So analysieren die Anwälte beispielsweise für die Praxis relevante Beschlüsse und Entscheidungen der Instanz- und Oberlandesgerichte, des Bundesgerichtshofs und des Bundespatentgerichts. Die diskutierten Fälle stammen unter anderem aus den Bereichen Urheber-, Medien-, IT-, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Datenschutzrecht und Gewerblicher …
Vertrieb von HIV-Medikament in Deutschland weiter erlaubt
Vertrieb von HIV-Medikament in Deutschland weiter erlaubt
… im Jahr 2016 MSD die vorläufige Benutzungserlaubnis – eine sogenannte Zwangslizenz – für das HIV-Medikament erteilt (Az. 3 LiQ 1/16). Der 3. Senat des Bundespatentgerichts begründete seine Entscheidung vor allem damit, dass es für bestimmte Personengruppen derzeit auf dem deutschen Markt keine adäquate Alternative gäbe. Hierzu zählen Säuglinge, Kinder …
Bild: Rechtskräftig: Marke „Black Friday“ wird für Werbedienstleistungen endgültig gelöschtBild: Rechtskräftig: Marke „Black Friday“ wird für Werbedienstleistungen endgültig gelöscht
Rechtskräftig: Marke „Black Friday“ wird für Werbedienstleistungen endgültig gelöscht
Der Bundesgerichtshof hat die Entscheidung des Bundespatentgerichts vom 28. Februar 2020, wonach die Wortmarke "Black Friday" für die wesentlichen Dienstleistungen des Bereichs "Werbung" zu löschen ist, vollumfänglich bestätigt. Der Beschluss des Bundespatentgerichts ist somit rechtskräftig und die Marke wird für die betreffenden Dienstleistungen aus …
Abmahnung erhalten - was tun?
Abmahnung erhalten - was tun?
… spezialisiert haben, annähernd 20 Seiten. Was sich hinter einer solchen Abmahnung wegen eines angeblichen Urheberrechtsverstoßes verbirgt, wissen die Experten der Kanzlei jurawerk Rechtsanwälte. So dienen beispielsweise die Gegenstands- bzw. Streitwerte hauptsächlich als Bemessungsgrundlage für Verfahrensgebühren und müssen in dieser Höhe nicht bezahlt werden. …
Sie lesen gerade: Entscheidung des Bundespatentgerichts - JURAWERK