(openPR) Katrin Riederer hält am Eröffnungstag des dbl-Kongress in Karlsruhe einen Vortrag zu Ihrer Arbeit an der Philipps-Universität Marburg.
Der Vortrag mit dem Titel Psycholinguistisch orientierte Diagnose und Therapieableitung bei Kindern mit orofazialen Spalten - Eine Einzelfallstudie zeigt mögliche Zusammenhänge zwischen der Sprech- und Sprachentwicklung von Kindern mit orofazialen Spalten auf. Außerdem wird eine psycholinguistisch orientierte Diagnostik und Intervention anhand eines Einzelfalls exemplarisch vorgestellt.
Der Verlauf der Sprachentwicklung von Kindern mit operativ versorgten Spalten verläuft sehr unterschiedlich. Nicht bei allen betroffenen Kindern entwickeln sich die Artikulationsfähigkeit und das Sprachsystem adäquat. Durch die Heterogenität des Störungsbildes ergibt sich die Notwendigkeit einer detaillierten und störungsspezifischen Diagnostik und Interventionsableitung. Sprachtherapeutische Diagnostik- und Interventions-maßnahmen setzen meist vorrangig an den Bereichen Gaumensegelfunktion, Luftstromlenkung und Mundmotorik an. Sprachsystematische und phonologische Therapieansätze stehen nicht im Vordergrund. Eine Kombination von sprachsystematischen und sprechmotorischen Aspekten könnte sich jedoch als effektiver erweisen als eine rein sprechmotorische Intervention (Pamplona et al. 2000).
Ziel des Vortrags ist es zum einen, mögliche Zusammenhänge zwischen der Sprech- und Sprachentwicklung von Kindern mit orofazialen Spalten aufzuzeigen. Zum anderen wird eine psycholinguistisch orientierte Diagnostik und Intervention anhand eines Einzelfalls exemplarisch vorgestellt.
Innerhalb der Diagnostik wurden bei L.N. (?, 8;6 Jahre, Kabuki Syndrom, operativ versorgte Gaumenspalte) sowohl phonetische und myofunktionelle Aspekte als auch die sprachsystematischen Fähigkeiten auf den linguistischen Ebenen Phonologie, Semantik/Lexikon und Syntax/Morphologie untersucht. Auf jeder Ebene wurden rezeptive und expressive Fähigkeiten überprüft. Differentialdiagnostische Aspekte wie die Abgrenzung zur kindlichen Sprechapraxie wurden ebenfalls berücksichtigt. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde eine störungsspezifische Intensivtherapie (12 Therapie-sequenzen in 5 Tagen) mit folgenden Therapiebausteinen abgeleitet: Phonetik-Phonologie (Sensibilisierung für orale versus nasale Luftstromlenkung bei der Lautbildung, Erarbeitung von phonologischen Merkmalen der betroffenen Lautklassen) und Lexikon/Semantik (Erweiterung des rezeptiven und expressiven Wortschatzes für Nomen, Verben und Adjektive, Vernetzung und Strukturierung semantischer Repräsentationen). Die Konzeption und Methodik der Intervention bei L.N. wird anhand von Videosequenzen veranschaulicht. Anhand eines Vergleichs von Prä- und Posttests werden Aussagen über die Effektivität der Intervention getroffen.
Den Abstract zum Vortrag finden Sie direkt auf der Webseite des dbl unter: http://www.dbl-ev.de/index.php?id=2267
Sollten Sie selbst nicht die Möglichkeit haben am dbl-Kongress dabei zu sein, schauen Sie doch auf unseren Twitter-Feed unter www.twitter.com/lerniversum. Frau Riederer wird ab dem 23. Juni dort live von den Vorträgen sowie Ihren Eindrücken zu spannenden Themen berichten.













