(openPR) Bhante S. Dhammika: Broken Buddha. Plädoyer für einen neuen Buddhismus, edition steinrich 2011, Hardcover, 288 Seiten, ISBN 978-3-942085-12-0, Euro 19,90
Bhante S. Dhammika, seit über 30 Jahren buddhistischer Mönch, beleuchtet sehr engagiert und kritisch als kompetenter Insider die historisch gewachsenen Strukturen innerhalb des Buddhismus und macht gezielte Vorschläge für eine Erneuerung, ohne jedoch die Essenz des Buddhismus zu verwässern. Der Autor hat einen sehr mutigen Weg gewählt, ist ihm doch vollkommen bewusst, dass er sich mit diesem Buch angreifbar macht.
Es geht dem Autor nicht um die Auswüchse und die Dekadenz einzelner, sondern um die grundsätzliche Frage, wie der Buddhismus im 21. Jahrhundert bewahrt werden kann, und zwar sowohl in Asien als auch im Westen. Damit er als lebendige Tradition weiter existieren kann, muss sich Entscheidendes ändern, so die Botschaft des Autors.
Was wäre die Alternative zu einer solch kritischen Betrachtungsweise? Weiterhin so tun, als wäre alles in Ordnung, als gäbe es vielleicht vereinzelte Fehler und Schwächen, aber das System als solches sei als altbewährtes, auch in unseren modernen Zeiten unveränderlich tauglich und jeder Kritik enthoben? Natürlich kann man das tun, aber es gehört keine prophetische Gabe dazu, vorauszusagen, dass eine unverändert so ausgerichtete monastische buddhistische Tradition bei uns im Westen nicht Fuß fassen und im besten Fall wirkungsarm bleiben wird.
Ob sie im asiatischen Raum in den sich auch dort rasant verändernden Gesellschaften des 21. Jahrhunderts überlebensfähig sein wird, darf ebenfalls bezweifelt werden. An einer Stelle des Buches sagt der Autor zuspitzend: „Das Theravada-Verständnis eines guten Geistlichen ist genau das Gegenteil des Verständnisses der meisten anderen Religionen. Jüdische, muslimische und christliche Geistliche verstehen sich als Diener ihrer Gemeinde. In Ländern des Theravada dient die Gemeinde den Geistlichen.“ Und die Gemeinde dient ihnen, weil das Dienen Verdienste verspricht. Das ist der Klebstoff, der „Laienanhänger“ und Mönche in ihren jeweiligen Rollen festhält und beide aneinanderbindet.
Der Autor bleibt jedoch nicht nur bei der Kritik stehen, sondern er entwickelt eine Vision, wie der Buddhismus um 21. Jahrhundert aussehen kann, bei der er die heutigen Verhältnisse und Möglichkeiten berücksichtigt.
Aus dem Vorwort des Verlages: „Aber wir sehen dieses Buch auch erst als einen Anfang, als einen wichtigen Beitrag zu einer Debatte, die wir führen müssen, wenn uns daran gelegen ist, dass der Buddhismus hier im Westen Wurzeln schlägt. Wir von der edition steinrich teilen Bhante Dhammikas Hoffnung, dass ,Broken Buddha‘ eine weitreichende, reflektierte und realistische Diskussion unter den westlichen Buddhisten hinsichtlich der Zukunft des Buddhismus im Westen auslösen wird.“
Dieses Buch ist ein Beitrag für eine traditionsübergreifend zu führende Auseinandersetzung darüber, wie Buddhismus im 21. Jahrhundert aussehen könnte, damit seine Grundüberzeugungen und Tugenden eine Prägekraft auch für westliche Gesellschaften entwickeln.
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