(openPR) Viele Menschen verspüren im Lauf ihres Lebens den Wunsch nach einem Haustier. Dieser Schritt sollte jedoch in jedem Fall gut überlegt sein, damit das Zusammenleben reibungslos ablaufen kann. Das Zusammenleben verschiedener Tierarten läuft nicht immer friedlich ab, daher sollte man sich vorher über die Bedürfnisse der einzelnen Tiere klar werden.
Für die Haltung von Ziervögeln - auch bei den Krummschnäbeln - gilt: Nicht einzeln halten! Leider halten sich Jahrzehnte alte Aussagen wie “Mein Wellensittich braucht keinen anderen Vogel, der hat doch mich” oder “Nur ein Einzelvogel wird zahm” hartnäckig. Aber diese Sätze waren vor 40 Jahren falsch und sind es heute noch immer. Wenn wir uns das Wildtier Wellensittich ansehen, so ist offensichtlich, dass diese immer in großen Schwärmen von mehreren hundert Tieren auftreten. Ein einzelner Sittich hätte keine Chance in der australischen Savanne zu überleben. Diese Lebensweise prägt auch das Sozialverhalten der kleinen Australier. Ein einzeln gehaltener Wellensittich wird die Gesellschaft des Menschen suchen, weil ihm die Geselligkeit genetisch einprogrammiert ist. Aber der Mensch kann den Artgenossen nicht ersetzen!
Wellensittiche benötigen ein ausreichend großes Vogelheim. An der Grundausstattung des Käfigs sollte nicht gespart werden. Empfehlenswert für ein Pärchen sind Käfige mit den Maßen 0,80 m Länge, 0,50 m Breite und 0,80 m Höhe. Bei einer richtigen Anordnung von nicht zu vielen Zweigen und Stangen entsteht somit etwas Flugraum, artgerechtes Zubehör besteht beispielsweise aus Naturästen (ungespritzte, ungiftige Hölzer), sowie aus Beschäftigungsmöglichkeiten, welche die Neugier der kleinen Australier wecken. Keinesfalls dürfen Spiegel angeboten werden. Der Wellensittich wird in seinem Spiegelbild einen vermeintlichen Partner sehen, der aber auf sein Gegenüber nicht reagiert. Gefährlich wird es dann, wenn der Vogel versucht sein Spiegelbild zu füttern. Da der Spiegel das Futter nicht annimmt, kann es beim Wellensittich aufgrund des ständigen Hochwürgen und wieder Hinunterschlucken des Futters zu Kropfentzündungen kommen. Durch diese Form der Dauerreizung des Kropfes kann der Vogel schwer erkranken.
Die Vögel benötigen täglich mehrstündigen Freiflug. Ein kleinerer Käfig ist nur dann akzeptabel, wenn den Vögeln ganztägig Freiflug zur Verfügung steht und der Käfig überwiegend als Rückzugsmöglichkeit und Fressplatz dient.
Der Käfig muss eckig sein und die Gitterstäbe sollten waagerecht verlaufen, damit die Vögel klettern können. Runde Käfige sind tierschutzwidrig, da die Vögel sich nicht darin orientieren können. Der Wellensittich, ursprünglich in den Weiten der australischen Savannen beheimatet, ist ein geschickter Flieger. Sein Organismus und seine Muskulatur sind darauf ausgerichtet, große Strecken zurückzulegen. Es hat also oberste Priorität, darauf zu achten, dass das Vogelheim der kleinen Australier geräumig ist. Auch sollte man den Vögeln Spielplätze oder einen Vogelbaum aus Naturästen zur Verfügung stellen, die sie bei ihrem Freiflug als Aufenthaltsorte nutzen können. Vor allem in kleineren Zimmern kann dies eine starke Veränderung der Einrichtung bewirken.
Die wichtigste Voraussetzung für ein langes, glückliches Wellensittich-Leben ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Die Grundnahrung der Wellensittiche besteht hauptsächlich aus Sämereien.
Für eine gesunde Ernährung sollte zusätzlich täglich Frischkost auf dem Speiseplan stehen, denn Obst, Gemüse und Kräuter sind nicht nur wertvolle Lieferanten von Vitaminen und Mineralien, sie sorgen außerdem für Abwechslung und Beschäftigung.
Alles, was mit Wasser in Berührung kommt, sollte täglich gründlich gereinigt werden. Daher ist es empfehlenswert, Wassernäpfe in doppelter Ausführung zu haben, sodass man beide abwechselnd verwenden kann. Während der Eine im Käfig hängt, kann der Andere nach Benutzung mit heißem Wasser ausgewaschen werden und bis zum nächsten Tag komplett durchtrocknen. Dieses Verfahren ist besonders geeignet, wenn die Vögel mit Trichomonaden infiziert sind, denn diese Einzeller, die sich im Kropf festsetzen und eine Entzündung auslösen können, überleben nur im feuchten Milieu und sterben an der Luft ab. Aber auch zur Vorbeugung gegen Trichomonaden oder Bakterien, die sich im Wasser vermehren, hilft das Durchtrocknen der Näpfe. Gleiches gilt für Badewannen oder Ähnliches.
Es ist sehr wichtig, sich bereits vor der Anschaffung der Wellensittiche nach einem vogelkundigen Tierarzt umzusehen. Sollte ein weiter Anfahrtsweg bestehen, so kann unter diesem Aspekt die Erstanschaffung von Wellensittichen nochmals überdacht werden. Denn ein weiter Weg kostet Geld, Zeit und muss organisiert werden.
Sind die Wellensittiche dann eingezogen, erspart es im Krankheitsfall kostbare Zeit, wenn bereits eine gute Tierarztadresse bekannt ist. Im Idealfall findet man einen Tierarzt mit der Zusatzausbildung für Ziervögel oder eine Tierklinik mit der entsprechenden Spezialisierung. Leider gibt es deutschlandweit nur wenige dieser Spezialisten und viele Vogelhalter nehmen daher lange Anfahrtswege in Kauf, um ihren gefiederten Lieblingen die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.
Als Faustregel gilt: Wer sich Wellensittiche zulegt, darf die Tiere nicht einzeln halten, sollte ihnen täglich mehrstündigen Freiflug gewähren, für eine gesunde Ernährung sorgen und ein artgerechtes Zuhause bieten.
Aktive Hilfestellungen zu Fragen rund um die artgerechte Haltung und Unterbringung leistet der VWFD, der Verein der Wellensittich-Freunde Deutschland e.V. -> http://www.vwfd.de/
Hier können Sie sich weitere, detaillierte Informationen einholen und werden kompetent beraten.













