(openPR) Thomas-Mann-Straße 50 im Nürnberger Stadtteil Langwasser, unter dieser Adresse fand man früher die Foto Quelle. Seit 1995 gehört das Areal der BGB-Gesellschaft TM 50. Diese baute einen Teil des Komplexes zu einem modernen Büro- und Dienstleistungszentrum um. Ende 2010 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Im neuen Gesamtkonzept von TM 50 und bei der Vermarktung der Immobilie spielt die Geothermie eine interessante Rolle.
1978 hatte Quelle auf dem 50 000 m2 großen Gelände ein einstöckiges Produktionsgebäude und einen Verwaltungsbau errichtet, insgesamt eine umbaute Fläche von 25.000 m2. Die beiden Fertigungshallen waren statisch bereits so ausgelegt worden, dass drei weitere Geschosse hätten darauf aufgesetzt werden können.
Die Absicht des Eigentümers war, auf dieser Basis ein Vorzeigeobjekt zu entwickeln, das überzeugend für sich selbst spricht und sich ohne große Marketingaktivitäten sozusagen selbst vermarktet. Im ersten Schritt wurde die Hälfte des Gesamtkomplexes entkernt, erhielt neue Lichthöfe und der ehemalige Produktionsbereich wurde um vier Geschosse aufgestockt. Umweltfreundliche Baustoffe wurden eingesetzt, die Grünflächen werden mit aufgefangenem Regenwasser bewässert. Die Decken erhielten eine Betonkernaktivierung. Dass auf den 22.000 m2 Mietfläche die Anforderungen der ENEV 2009 unterschritten werden konnten und die nötige Punktezahl für ein goldenes LEED-Zertifikat angestrebt werden kann, liegt aber nicht zuletzt an der konsequenten Umsetzung eines geothermischen Wärme- und Kälteversorgungskonzeptes.
Den Kern des Projektes stellen 82 je 99 Meter tiefe Erdwärmesonden, die das Gebäude jährlich mit rund 400 MWh Wärme und ca. 180 MWh Kälte beliefern. Bereits relativ früh, noch in der Anfangsphase des Bauvorhabens, rückte die Bohrmannschaft samt Gerät auf dem Gelände an. In den Monaten Oktober bis Dezember 2009 wurde das umfangreiche Sondenfeld mit seinen über 8100 Bohrmetern fertiggestellt. Bis zu Außentemperaturen von 4 °C übernimmt nun diese Anlage die Vollversorgung mit Wärme. Sollte es noch kälter werden, wird der Fernwärmeanschluss aktiviert.
Die Energie aus der Erde dient als Wärmequelle für eine geregelte Wärmepumpe mit Schraubenverdichter, die wärmeseitig einen Pufferspeicher bedient. Zur passiven Kühlung steht ein parallel zur Pumpe geschalteter Wärmetauscher zur Verfügung. Das Feld wurde mit dem Programm EWS auf eine Wärme- und Kälteleistung von 300 kW berechnet, die Wärmepumpe des Herstellers Trane aber mit 450 kW Wärmeleistung definiert. Man nutzt dadurch den am Standort erwarteten starken Grundwassereinfluss aus, der gegenüber der konventionellen EED-Auslegung eine höhere Wärmeausbeute ermöglicht. Ebenfalls können so bei Bedarf höhere Kälteleistungen für ggf. technische Kühlaufgaben abgefahren werden. Die aktuellen Erfahrungen aus dem laufenden Probebetrieb deuten darauf hin, dass dieses Konzept aufgeht.
Gegenüber einer konventionellen Anlage reduziert das auf der Geothermie basierende Erdwärmekonzept die Energiekosten des TM 50 für Heizen und Kühlen um rund 50%.
Durchgeführt wurde das Bauvorhaben von der BGB-Gesellschaft TM50 Helmut Schmelzer und der Helmut Schmelzer GmbH. Mit der Planung, Bauüberwachung und Qualitätssicherung des Erdwärmesystems war die CDM Consult GmbH beauftragt.
Auch sonst kommt TM50 sehr menschen- und nutzerfreundlich daher. Neue Grünflächen wurden angelegt, Empfangsbereiche und Gänge künstlerisch gestaltet. Es gibt sogar einen überdachten Raucherpavillon.
Bauherr Helmut Schmelzer sieht seine Konzeptidee für das TM50 voll aufgegangen. Derzeit sind 90% der Büro- und 80% des Gesamtgebäudes bereits vermietet. Im Komplex befinden sich u. a. ein Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt, das Zentralfinanzamt, die Bundesagentur für Arbeit und ein Business & Service Center der Ricoh Deutschland GmbH.
Das Gelände verfügt noch über weiteres Potenzial von rund 45.000 m2. Helmut Schmelzer schließt daher nicht aus, dass auch diese noch nach und nach in Angriff genommen werden.
Kontakt:
Dipl.-Geol. Alexander Eber
CDM
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