(openPR) Interview mit Street-Art-Ikone Robin van Arsdol – Ausstellungseröffnung am 6. Mai 2011, 19.30 Uhr in Bielefeld
Bielefeld. Das Interesse an ihm und seiner Kunst ist so groß wie noch nie. Robin van Arsdol engagiert sich seit mehr als 30 Jahren gegen Atomkraft und fühlt sich in einer Zeit wie dieser darin bestätigt. Sein Werk ist nicht apokalyptisch, aber gesellschaftskritisch. Die Künstler-Ikone, die Anfang der 80er Jahre mit Keith Haring in New York die Street Art begründete, kommt nach Bielefeld. Die Galerie Alexandra Grass, Breite Straße 26, zeigt die Ausstellung „RV and his friends“ mit Bildern von Robin van Arsdol, James Rizzi und Herman vom 6. Mai bis zum 10. Juni. Die Eröffnung ist am Freitag, 6. Mai, um 19.30 Uhr. Im Vorfeld haben wir ein Interview mit Robin van Arsdol geführt.
Welche Idee steht hinter „RV and his friends“?
Robin van Arsdol: Ich habe während meines Lebens mit der Kunst eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Viele Werke habe ich von meinen Künstlerfreunden erhalten. Herman ist mein deutscher Freund, und James Rizzi kenne ich seit 30 Jahren. Wenn man sich sein Werk heute anschaut, dann wundert man sich nicht, dass nur wenige wissen: James Rizzi hat in seiner Anfangszeit Urban Art gemacht und Ende der 70er auf den Straßen New York Citys gemalt, während ich eher politische Kunst gemacht habe.
Ihre vorige Ausstellung in Bielefeld war ein sehr großer Erfolg. Wie hat sich Ihre Arbeit im vergangenen Jahr entwickelt?
Robin van Arsdol: Ich habe meine Graffiti mit den Flugzeugen weiterentwickelt und meine Zeichnungen verfeinert. Außerdem setze ich in meiner „Screaming Man“-Reihe verstärkt auf den Pinocchio, denn zurzeit belügt jeder jeden in der Welt.
Was beschäftigt Sie zurzeit am meisten?
Robin van Arsdol: Natürlich die nukleare Katastrophe in Japan. Ich kritisiere in meiner Arbeit die Atomkraft seit mehr als 30 Jahren. Wenn man so will, bin ich Anti-Atom-Aktivist. 40 neue Nuklearbilder habe ich gemalt, der „Screaming Man“ in atomarer Landschaft. Alles in Schwarz und Weiß.
Wie kommt das Thema Atomkraft beim Kunstpublikum an?
Robin van Arsdol: Ich habe Anfang April in Orlando zeitgleich in zwei Museen ausschließlich Werke zu nuklearen Themen ausgestellt. Und das Interesse ist groß.
Würden Sie so weit gehen zu sagen, dass Sie als Künstler von Fukushima profitieren?
Robin van Arsdol: Kein Mensch profitiert von solch einer epochalen Katastrophe. Aber das Interesse an mir und meiner Kunst ist derzeit so groß wie noch nie zuvor. Ich hoffe, dass dieses Fanal von Fukushima dazu führen wird, dass die Menschheit sich über ihre Zukunft grundlegend Gedanken macht und die richtigen Entscheidungen trifft.
Es scheint so, als wäre Deutschland die einzige große Nation weltweit, die ernsthaft auf Atomenergie verzichten will. Ist das für ein Industrieland durchzuhalten?
Robin van Arsdol: Deutschland ist das gewissenhafteste Land der gesamten Welt. Deutschland ist heute das moralische Rückgrat der Erde. Natürlich wegen seiner Geschichte und seiner Schuld. Heute haben die Deutschen den moralischen Anstand, sich gegen die Geldlobby zu erheben und zu sagen, dass sie keine Atomkraftwerke in ihrem Land wollen.
Halten Sie den deutschen Alleingang in Sachen Energie für sinnvoll?
Robin van Arsdol: Die Welt braucht Deutschland als erste große Nation, die aus der Atomkraft aussteigt. Das ist ein Zeichen an alle, und Deutschland kann der Vorreiter sein, um dieses Recht auf Ausstieg global durchzusetzen. Denn kein vernünftiger Mensch auf der Welt will von Atomkraft abhängig sein.








