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Tierschutzplan Niedersachsen: Mehr Schein als Sein!

21.04.201114:40 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tierschutzplan Niedersachsen: Mehr Schein als Sein!
Minister Lindemann hat nichts gegen „ökonomisch vernünftige“ Massentierhaltung. Tierschützer erkennen die geschwollenen Gelenke.
Minister Lindemann hat nichts gegen „ökonomisch vernünftige“ Massentierhaltung. Tierschützer erkennen die geschwollenen Gelenke.

(openPR) Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und daraus erste Konsequenzen gezogen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob er in der Lage sein wird, seine ehrgeizigen Ziele auch zu realisieren, weil er damit den massiven Widerstand der Agrarlobby provoziert. Außerdem stehe sich Lindemann allem Anschein nach selbst im Wege, weil er die Existenz systemimmanenter Ursachen abstreite und den Fortbestand der Massentierhaltung für „ökonomisch vernünftig“ halte. Der organisierte Tierschutz sei bereit, Lindemann bei der Durchsetzung der skizzierten Ziele zu unterstützen. Die Zustimmung werde jedoch ausbleiben, wenn es darum gehe, nur die Akzeptanz der Verbraucher durch Worthülsen zu erreichen. Deshalb müsse die gesamte Produktionskette von der Tierhaltung bis zur Schlachtung transparent gemacht werden, damit es künftig unmöglich werde, die Verbraucher mit schönfärberischen Markennamen wie „Bauernglück“ und „Landjuwel“ oder mit falschen Behauptungen, wie „Im Einklang mit der Natur“ zu täuschen.


„Die Nutztiere wurden von Agrarindustriellen seit mindestens 60 Jahren systematisch zu reinen Produktionseinheiten degradiert und als solche der schier hemmungslosen Ausbeutung preisgegeben. Sie durchleiden in den Intensivtierhaltungen während des ihnen zugebilligten kurzen Daseins in aller Regel die Hölle auf Erden, so dass für sie die Schlachtung Erlösung bedeutet“, beklagt Eckard Wendt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung. Vordringlichste Aufgabe wäre es, endlich die Paragraphen 1 und 2 des Tierschutzgesetzes in der Praxis durchzusetzen, d. h. die Tiere als leidensfähige Mitgeschöpfe zu achten sowie ihr Wohlbefinden sicherzustellen. Tierhalter müssten endlich die Nutztiere ihren naturgegebenen „Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“.
Das 38 Punkte umfassende Vorhaben beinhalte einige Ziele, die bei gutem Willen viel schneller als vorgesehen umsetzbar wären. Hierzu gehöre die tierquälerische betäubungslose Kastration der Eberferkel, die seit Mai 2008 bei Neuland bereits verboten ist. Die Isofluran-Narkose habe sich in der Praxis bestens bewährt. Auch das Kürzen der Ferkelschwänze sei verzichtbar, wenn den Tieren Einstreu und etwas mehr Platz zugestanden werden würden, damit sich die Tiere beim Auftreten von Rangordnungsproblemen genügend ausweichen können. Ebenso sei es bei der Geflügelhaltung, wo sich die Tiere wegen der extrem hohen Besatzdichten auch nicht aus dem Wege gehen können. Statt ihnen ein artgemäßes Lebensumfeld zuzugestehen, würden die Tiere durch Amputationen an lebensfeindliche Haltungsformen angepasst, weil nur auf Profitmaximierung geachtet werde. Bei der Putenmast werde zum Beispiel großes Tierleid aufgrund der bei bis zu 90% und mehr der Tiere auftretenden sehr schmerzhaften Fußballenentzündungen billigend in Kauf genommen. Schwierig werde das Verbot der Verwendung von Qualzucht-Tieren durchzusetzen sein, da die meisten großen Zuchtunternehmen im Ausland agieren, auch wenn sie deutschen Agrarindustriellen gehören.
Die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung appelliert an alle Verbraucher, keine tierischen Produkte aus konventionellen Haltungssystemen, sondern nur noch Ware aus Bio- Haltungen oder von Neuland-Betrieben zu kaufen. Das sei zwar teurer, aber ermögliche den Landwirten, den Tieren ein besseres Dasein zu bieten. Der finanzielle Mehraufwand sei leicht durch eine entsprechende Einschränkung des Verzehrs tierischer Produkte auszugleichen, was aus gesundheitlichen Gründen, z. B. zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ohnehin sinnvoll sei.

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