(openPR) Die Seniorenakademie biete zum ersten Mal ein musikgeschichtliches Seminar an. Der Wagner-Experte Dr. Matthias Duncker referiert über Genie und Paradoxie in Richard Wagners Werk.
Seminartag: Mittwoch
Seminarzeit: 17:30 - 19:00 Uhr
Seminarort: Fachhochschule Westküste, Fritz-Thiedemann-Ring 20, 25746 Heide, Raum: S 16
Vorlesungsbeginn: 04.05.2011
Veranstaltungsende: 22.06.2011
Gesamtgebühr für 8 Veranstaltungen: 96 €
Dozent: Dr. Matthias Duncker
Anmeldung: VHS-Seniorenakademie Dithmarschen, Tel. 04832-4243
www.vhs-seniorenakademie.de
Über das Seminar:
„Wagner ist eine Droge. Er führt zu uns selbst, er lässt uns erleben, was wir sein könnten. Wer es nie wagte, sich mit Wagner zu beschäftigen, ist arm.“ (Peter Wapnewski, 2005)
Die zentrale Inspiration für den Dichterkomponisten war, das Leiden der Menschen an den gesellschaftlichen Verhältnissen plastisch zu gestalten, um somit die Notwendigkeit tief greifender gesellschaftlicher Veränderungen aufzuzeigen. Die zentralen Medien Richard Wagners waren die romantische Oper und das Musikdrama. Das musikdramatische Schaffen ist von einem einzigen Gedanken durchdrungen: der morbiden Gesellschaft die Liebe entgegenzustellen, um sie so überwinden zu können. Das musikdramatische Werk und das Schrifttum sind zwei Seiten derselben Medaille im Schaffen von Richard Wagner, sie gehören zusammen. Hierbei steht das musikalische Schaffen im Zentrum: Nur von ihm führt die Einbahnstraße zum Verständnis der Schriften. Aus dem musikalischen Schöpfungsprozess heraus erklärt sich denn auch der Umstand, dass Wagner sich die unterschiedlichsten Gedankensysteme (unsystematisch) erschlossen hat – bei Richard Wagner haben wir es mit einem genuinen Künstler, nicht aber mit einem Philosophen zu tun. Ein Unterschied, der weder Wagner noch jenen, die an ihn anzuknüpfen trachteten, immer gegenwärtig war. Aus diesem Blickwinkel heraus ist es auch erklärlich, dass die einzelnen Dramaturgien geradezu mit Paradoxien vollgesogen sind. Nur der glückliche Umstand, dass Richard Wagner ein Genie des Theaters gewesen ist, ließ seine Werke nicht an diesen Paradoxien zerbrechen.
Wiederum wirkt gerade dieses Zusammenfallen von Genie und Paradoxie bei Wagner verwirrend, herausfordernd – aber vor allem wie eine „Droge“.
Über den Dozenten:
Dr. phil. Matthias Duncker promovierte in Geschichte über das Thema Richard-Wagner-Rezeption in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).











