(openPR) Internationale Jahreskonferenz des Europäischen Städtenetzwerkes Klima-Bündnis e.V. vom 4. bis 7. Mai 2011 im HVB-Forum München
(11.04.2011) Schuldenberge, Firmenpleiten, Staatsbankrotte - die Finanzkrise hat uns mit voller Wucht vor Augen geführt, wovor wir diese gerne verschließen: Wir leben seit Jahrzehnten über unsere Verhältnisse. Ein Umdenken im großen Stil bleibt jedoch aus. Während der Finanzsektor wieder pokert, Staaten neue Schulden machen und gemeinsam mit Unternehmen, die wie gehabt ans ewige Wachstum glauben, auf die nächste Krise zusteuern, haben die im Europäischen Städtenetzwerk Klima-Bündnis e.V. zusammengeschlossenen Städte, Gemeinden und Regionen den Handlungsbedarf erkannt. Sie setzen trotz knapper Kassen auf alternative Formen des Wirtschaftens und zahlen einen faulen Kredit ab, der sich nicht einfach refinanzieren oder in eine Bad Bank auslagern lässt: die Anleihen beim Weltklima.
Unter dem Titel „Erfolgreich wirtschaften - mit Klimaschutz!“ richtet das Klima-Bündnis erstmals seine Internationale Jahreskonferenz und Mitgliederversammlung in der Landeshauptstadt München aus. Joachim Lorenz, Vorsitzender des Klima-Bündnis e.V. und Referent für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, hat die Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Regionen in Europa von Mittwoch bis Samstag, 4. bis 7. Mai 2011, in das HVB-Forum (Kardinal-Faulhaber-Straße 1) eingeladen. Die Tagung widmet sich den ökonomischen Aspekten des Klimaschutzes und geht damit gegen einen so gängigen wie fatalen Denkfehler an: Nicht nur Investitionen in den Klimaschutz kosten - noch viel höher sind die Folgekosten des Klimawandels.
Hauptredner: Friedensnobelpreisträger Munasinghe
„Die Zeiten einer auf ewigem Wachstum und gedankenloser Ausbeutung von Ressourcen basierenden Ökonomie, die immense Mengen von Energie verschlingt, sind vorbei“, erklärt Lorenz im Vorfeld der Tagung, „das ökologische Kapital ist erschöpft“. Er fordert neue Formen des Wirtschaftens jenseits fauler Kompromisse wie sie etwa der sri-lankische Wissenschaftler und Hauptredner der Konferenz, Professor Mohan Munasinghe, mit seinen Milleniums-Konsum-Zielen vertritt. Munasinghe wurde in seiner Funktion als Vizevorsitzender des Weltklimarates IPCC 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. „Die Frage ist nicht, wie wir unseren gewaltigen Energiehunger stillen können, sondern wie wir mit intelligenten Techniken und Methoden unseren Lebensstil an die Anforderungen der Zeit anpassen.“ Die Kernkraft sei dabei ganz bestimmt nicht die Lösung, wie die atomare Katastrophe in Fukushima zeige. „Jetzt ist Schluss mit der Energie-Lüge“, so Lorenz, „und zwar auch in Zeiten knapper kommunaler Finanzen“. Kreative Projekte werden vorgestellt
Die Jahreskonferenz zeigt, wie Städte, Gemeinden und Regionen energieeffizienter werden und erneuerbare Energien nutzen, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. 14 kreative und bewährte Projekte werden präsentiert. So zeigt München, wie sich soziales Wachstum und CO2-Reduktion kombinieren lassen, Frankfurt stellt sein Förderprogramm für private Haushalte und Firmen vor und die Stadt Den Haag berichtet, wie es ihr gelang, einen lokalen Klima-Fonds aufzubauen. Thomas Loster, Geschäftsführer der Münchener Rück Stiftung, erklärt aus der Sicht eines Rückversicherers, wie sich das 2-Grad-Ziel nachhaltig erreichen lässt. „Wir nehmen nicht hin, dass sich die gewaltige Erblast unseres westlichen Lebensstils weiter potenziert“, sagt Lorenz, weshalb sich das Bündnis auch der sozialen Dimension des Klimawandels widme. Um diese Ziele zu verwirklichen, brauche es Partnerinnen und Partner auf regionaler, nationaler und auch auf europäischer Ebene. Auch die Partnerschaft mit den indigenen Völkern der Regenwälder, wie sie München zu den Asháninka unterhält, ist wichtig für den Klimaschutz. Sie demonstriert die Notwendigkeit neuer Formen des Wirtschaftens.
Streitgespräch „Bürgermeister treffen Europa“
Zu den unterschiedlichen Erwartungen an einen konzertierten Klimaschutz von EU und Kommunen wird Philip Lowe, Generaldirektor der Europäischen Kommission für Energie, Stellung beziehen. In einem Streitgespräch am Freitag, 6. Mai, stellt sich der Mann an der Seite von EU-Kommissar Günther Oettinger bei der Podiumsdiskussion „Bürgermeister treffen Europa“ Vertreterinnen und Vertretern von Städten und Regionen. Die besondere Verantwortung europäischer Kommunen betont Münchens Oberbürgermeister und designierter Städtetagspräsident Christian Ude: „Industrieländer stehen als Haupt-Emittenten von Kohlendioxid beim Klimaschutz besonders in der Pflicht.“ Die kommunale Daseinsvorsorge sei dabei die beste Zukunftsvorsorge: „Im Gegensatz zu privaten Konzernen steht bei kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken München Gemeinwohl und Nachhaltigkeit an erster Stelle und nicht das Streben nach schnellen Gewinnen.“
Die Konferenz wird unterstützt von der Hypo Vereinsbank, member of Uni Credit, die die Veranstaltungsräume im HVB-Forum zur Verfügung stellt, und der Stadtwerke München GmbH.













