(openPR) Zunächst arbeitete Brühl (1918-1997) figürlich. Daran interessierten ihn jedoch nicht das Volumen und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur, auch nicht mit deren Abbild. Ihn beschäftigten die Winkel zu einander oder solche von Körper und Raum. Die Senkrechte / das Stehende und die Waagerechte / das Liegende (gleich der Positiv- / Negativ-Beziehungen im Relief) als elementare Positionen treten mehr und mehr in den Mittelpunkt seiner bildhauerischen Arbeit, die sich dem Figürlichen bald entledigt und sich dem Prinzipiellen zuwendet.
Brühls Arbeiten sind der konkreten Kunst, wie Theo van Doesburg 1924 sie formulierte, zuzuordnen. (“ … weil nichts konkreter – nichts wirklicher – ist, als eine Linie, eine Fläche, eine Farbe … “)
Die schwarzen Reliefs und Plastiken aus Eisenblech, der 60er Jahre, bestehen aus rechtwinklig zugeordneten Flächen, die Räume erzeugen und Raumbezüge herstellen.
Die quadratischen Eisenreliefs sind bestimmt durch eine Kreuz und ein inneres Quadrat.
Die Edelstahl-Plastiken der 70er Jahre sind stets aus den gleichen Grundelementen zusammen gesetzt die, auf verschiedene Arten, einander zugeordnet sind. Diesen Arbeiten ist gleich, dass sie immer Quader gleichen Rauminhaltes sind, aber (in verschiedenen Abmessungen) axial übereinander stehen. Der Querschnitt bleibt hierbei quadratisch. – Es ergibt sich ein Spannungsverhältnis zwischen Innen- und Außenraum, zwischen Hohl- und Vollform.
Senkrechte und Waagerechte, in strengster Form einander zugeordnet, ergeben Würfel und Quadrate.
Dies in allen Möglichkeiten zu untersuchen hat Brühl “ … zu ungeheuren Erlebnissen geführt. …”, wie er selbst sagte.
Es fällt auf, dass sich Hermann Brühl durchgängig der Symmetrie verpflichtete. Symmetrie als Idealfall des Gleichgewichts, andererseits als dominante Ordnung, die sich einer rein emotionalen Gestaltung und auch Rezeption entgegenstellt.
Die weißen abgestuften Stelen, entstanden ab 1976, sind bestimmt vom Prinzip des Verlaufs. Sie sind oft zu mehreren Achsen symmetrisch. Diese Arbeiten thematisieren den gestuften Übergang von der liegenden Platte zur stehenden Stange – von der Waagerechten in die Senkrechte.
Brühls Arbeiten zeichnen sich durch Einfachheit aus – dem Ergebnis langer Reduzierungs- und Konzentrationsprozesse – und vermitteln vielschichtige Wahrnehmungsmöglichkeiten. Sie sind Untersuchungen der bildnerischen Mittel und deren Bedeutung und Wirkung.“ … Meine Formen sollen immer einfacher werden, immer ärmer, bis fast nichts mehr passiert. … Denn ich möchte eine komplizierte Angelegenheit auf ihre Grundprinzipien reduzieren. …”
Ebenfalls in den Zeichnungen und Streifenbildern finden die beschriebenen Prozesse – in der Zwei-dimensionalität – statt. Die linearen Gitter der OP-Art (um 1960) entwickelte Brühl weiter, gibt ihnen einen linearer Verlauf, als regelmäßige Zu- und Abnahme.
Bei seinem Professor Otto Baum lernte Brühl, neben dem Fachlichen, auch Geduld und Beständigkeit und die Treue zu sich selbst.
Würde aus Klarheit, Unverbogenheit und Geradlinigkeit zeichnen das Werk Hermann Brühls aus.
In unserer lauten Welt sind die einfachen Kunstwerke wichtig, denn sie strahlen Ruhe aus, regen an zu Konzentration und Meditation.
Diese Arbeiten sind zu sehen bis einschl. 12.5.2011
DI + DO: 16-19h, SO: 11-14h u.n.Vereinbarung






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![[galerie.bruehl] eröffnet ihre Räumlichkeiten am 3.8.2007 mit Ausstellung von Klaus Lomnitzer Bild: [galerie.bruehl] eröffnet ihre Räumlichkeiten am 3.8.2007 mit Ausstellung von Klaus Lomnitzer](https://cdn.open-pr.de/pressemitteilung/d/7/0/d700fda3.640x400.webp)

