(openPR) Herzog Anton Ulrich-Museum eröffnet neue Sonderausstellung „Aufgetischt“ in der Burg Dankwarderode
Vom 1. April bis zum 10. Juli 2011 können Besucher in der Kemenate der Burg Dankwarderode in die Welt der Renaissance eintauchen. Die neue Sonderausstellung „Aufgetischt. Die herzogliche Tafel der Renaissance“ zeigt auf ca. 100 m² rund 50 Objekte, die Einblicke in die hochherrschaftliche Ess- und Tafelkultur des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts vermitteln. Neben zwei Kochbüchern, eins davon das älteste vegetarische Kochbuch Deutschlands, erschienen in Wolfenbüttel im Jahr 1648, finden sich in der Ausstellung vor allem Objekte, die an der Tafel Verwendung fanden und damit Einblicke in uns heute fremde Zeremonien geben.
Die Ausstellung ist in zwei thematische Teile gegliedert. Im Zentrum des ersten Teils stehen zwei Kochbücher, die die Neuerungen im Bereich der Ess- und Tafelkultur am Braunschweiger Herzogshof verdeutlichen. Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, der selbst kochte und das Schlachterhandwerk erlernte hatte, ließ 1598 mit dem „Kunstbuch Von mancherley Essen“ ein umfangreiches Kochbuch herausgeben, dessen 2.674 Rezepte einen meisterhaften Umgang mit Zutaten und Gewürzen erahnen lassen. Daneben wird das erste deutsche vegetarische Kochbuch in der zweiten Auflage von 1651 gezeigt, dessen Verfasser Johann Royer – der Hofgärtner des Herzogs - damals unbekannte Gemüsesorten integrierte, die eigens für den Verzehr angebaut wurden, beispielsweise die Kartoffel, Sellerie oder Brokkoli.
Prunkgeschirr, Kannen, Tranchier- und Vorlegebestecke veranschaulichen im zweiten Teil der Ausstellung das repräsentative Element und den Reichtum, der bei der festlichen Tafel zur Schau gestellt wurde. Unter anderem befand sich ein Tafelschiff aus Elfenbein im Besitz des Herzogs, das den Platz des ranghöchsten Teilnehmers des Festmahls markierte. Das Schiff, eine filigrane Arbeit aus Elfenbein, gelangte höchstwahrscheinlich als Geschenk Kaiser Rudolphs II. von Prag nach Braunschweig. Präsentiert werden auch vermeintlich „giftanzeigende“ Schalen und Gefäße, beispielsweise eine Schale aus Jaspachat, die der Legende nach im Besitz des Kaisers von Chinas gewesen sein und bei Kontakt mit Gift zerspringen sollte. Die Giftprobe als fester Bestandteil des Tafelrituals verdeutlicht die Angst vor Vergiftung, die nicht immer unbegründet war.
Neben lukullischen Genüssen wurde die herzogliche Tafel auch visuell reizvoll gestaltet. Sogenannte Schaugerichte, die Bezug auf die Speisen nahmen, waren sehr beliebt. Vergoldete Federn oder tierische Körperteile waren keine Seltenheit und dienten neben musikalischem Programm auch der Unterhaltung der Gäste.
Die Sonderausstellung vermittelt auf kleinem Raum ein detailliertes Bild der Renaissancekultur und präsentiert den Braunschweiger Herzogshof im ausgehenden 17. Jahrhundert als Ort von internationaler Bedeutung.
Das Rahmenprogramm bietet neben Führungen mit der Ausstellungskuratorin auch einen Kochkurs und ein Renaissance Dinner mit musikalischer Begleitung. Für die kleinen Besucher findet ein Kinderferienprogramm in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater statt.
Weitere Informationen unter www.museum-braunschweig.de
Publikation:
Zur Ausstellung erscheint ein broschierter Katalog, der neben den Objekten auch einige Menüvorschläge enthält. Erhältlich für 9,- EUR an der Museumskasse.
Daten und Fakten:
Ausstellungslaufzeit:
1. April bis 10. Juli 2011
Ort:
Burg Dankwarderode, Burgplatz 4, 38100 Braunschweig
Eintritt:
Erwachsene 5,- EUR, ermäßigt 2,50 EUR, Kinder 6 bis 14 Jahre 1,- EUR











