(openPR) 2. April 2011 | 20 Uhr | Vortrag und Film
mit einem Beitrag von Roberto Ohrt über die Bedeutung
des Kinos für die Situationisten anhand von
Film- und Bildbeispielen
Zusammen mit Asger Jorn, Michèle Bernstein, Pinot Gallizio und anderen gründete Guy Debord 1957 die Situationistische Internationale. Sie umfasste nie mehr als zehn bis zwanzig Mitglieder (72 insgesamt in den 15 Jahren ihres Bestehens) und hatte dennoch großen Einfluss im Vorfeld der Ereignisse, die zum Mai 68 führten. Wenig bekannt ist die besondere, wechselhafte und vielschichtige Beziehung der Situationisten zum Kino. Das bezeugt vor allem das filmische Werk von Guy Debord, der 1952 einen der radikalsten Anti-Filme drehte, mit seinen Kurzfilmen von 1959 und 1961 unter anderem Jean Luc Godard beeinflusste und 1973 sein theoretisches Hauptwerk als abendfüllenden Film ins Kino brachte: „Die Gesellschaft des Spektakels“.
Im Einklang mit der situationistischen Theorie, die sich mehr und mehr gegen das „traditionelle“ Tafelbild wandte und den Einsatz moderner Medien forderte, entstand 1961 in München unter der Regie des Dänen Albert Mertz der Film „So ein Ding muss ich auch haben“ u. a. mit Asger Jorns Bruder Jørgen Nash und der Gruppe SPUR, seinerzeit die deutsche Sektion der S.I.
Laut Filmskript wollte man – ganz im Sinne der Situationisten – das „gewöhnliche Jedertagsleben“ dekonstruieren. Dabei entstand ein bislang selten gezeigtes Werk des Experimentalfilms, das die verdeckten Aggressionen der Nachkriegszeit in München nicht ohne Humor zu Tage treten lässt. Der Legende nach wollte Godard den Kurzfilm 1967 vor „La chinoise“ zeigen, bekam jedoch keine Erlaubnis dafür mit der Begründung, dass man seine Filme nicht möge.
Roberto Ohrt * 1954 in Santiago de Chile, lebt in Hamburg
ist Kunsthistoriker, Autor und Kurator. Er promovierte 1988 (Phantom Avantgarde – Eine Geschichte der Situationistischen Internationale und der modernen Kunst, Hamburg 1990)) und veröffentlichte zahlreiche Schriften zu den Situationisten und Künstlern wie Martin Kippenberger, Raymond Pettibon, Andy Hope 1930, Paul Thek, André Butzer oder Jason Rhoades. Seine jüngste Publikation brachte Schriften des Kunsthistorikers Edgar Wind (1900–1971) ins Gedächtnis der Wissenschaft zurück. Er organisierte Ausstellungen für das Centre Georges Pompidou, das ZKM Karlsruhe, die Transcontinental Nomadenoase (Miami und Mexiko City) oder das Museum der Moderne Salzburg. Mitbegründer der Akademie Isotrop (Hamburg, 1996–2001), der Edition Silverbridge (Paris/San Francisco) und des 8. Salon, Hamburg.
So ein Ding muss ich auch haben
Produktion: Dansk-Fransk Experimentalfilm Kompagni, 18 Minuten; Regie und Bild: Albert Mertz; Kamera: Wolf Wirth; Musik: Jean Dubuffet und Asger Jorn; Requisite: Katja Lindell mit: Willi Bleicher, Jacqueline de Jong, Jørgen Nash; Heike van de Loo, Heimrad Prem, Helmut Sturm, Maurice Wyckaert, HP Zimmer u. a. © Donation Jorn, Silkeborg; Estate Mertz
Ausstellung bis 15. Mai 2011
DER ZEICHNER PAUL HOLZ
(1883-1938)
in Zusammenarbeit mit der
Kunstsammlung der
Akademie der Künste, Berlin
Veranstaltungsort
Galerie Parterre
Danziger Straße 101, Haus 103
10405 Berlin
Öffnungszeiten
Mittwoch - Sonntag 14 bis 20 Uhr






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