(openPR) zur 5. Triennale der Photographie Hamburg 2011, die unter dem Motto "Wechselspiel. Foto-Film-Foto" steht, präsentieren wir eine Auswahl an fotografischen und filmischen Arbeiten von Manuel Heyer.
Manuel Heyer, 1955 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet als Fotograf und Kameramann in München. Ausbildung zum Kameramann und intensive Auseinandersetzung mit Fotografie, Cinematografie und Lichtgestaltung seit den 1970er Jahren. Als Kameramann - Director of Photography - verantwortet er die Bildgestaltung vieler Spielfilme und Serien seit den 1990er Jahren. Zahlreiche Filmprojekte führten zur Zusammenarbeit mit bekannten Regisseuren wie Ate de Jong, Franz Peter Wirth, Wolfgang Mühlbauer, Daniel Helfer, Margarethe von Trotta, Florian Gallenberger, Raul Ruiz u.v.a.
Als Filmemacher und Videokünstler arbeitet Heyer in freien Projekten mit Künstlern und Musikern wie Martin Dessecker, Alex Nüsslein, Claudia Rüegg, dem Munich Instant Orchestra, Karl ein Karl, Ruth Geiersberger zusammen.
Heyers Fotografien entstehen in der Natur, in nur schemenhaft zu erkennenden Räumen oder aus dem fahrenden Zug heraus. Mit Schatten und Spiegelungen, mit unterschiedlichen Schärfepunkten auf einem fokussierten Motiv und diffusen Lichtquellen entziehen sie sich einer motivischen Eindeutigkeit. Orte und Personen lassen sich nur noch vage in einer Welt aus fein nuancierten Abstufungen von Grau- und Schwarztönen erahnen und entwickeln einen zeitlosen Eigenklang. Figürliche Details werden aufgeweicht und verschmelzen mit dem Hintergrund, so dass die Identitäten von Mensch und Ort in einem neuen Kontext stehen. Die fließenden Übergänge und vielen Überlagerungen, die wie Schleier über vielen Bildern liegen, lassen eine stimmungsvolle Atmosphäre entstehen und wecken unbewusste Erinnerungsbilder.
Heyers Misstrauen gegenüber dem fotografischen Prozess als einer spontanen, direkten Bezugnahme auf das Gesehene und einer dokumentarischen Realität offenbart sich bereits im Arbeitsprozess: Auf der Suche nach der Essenz werden die Bilder Schicht um Schicht, teilweise ergänzt durch neue Bildelemente, verdichtet und somit in einen Zustand der Indifferenz geführt.
Viele dieser Themen treten auch in Heyers freien filmischen Werken in Erscheinung, die in Zusammenarbeit mit Musikern und Künstlerkollegen entstehen.
In diesen Filmen löst er die Kontinuität auf, das Sehen überlagert sich mit dem Gesehenen zu neuen Bewegungen und Korrespondenzen, Erinnerungen und Anklängen innerhalb eines in Zeit und Raum begrenzten Rahmens. So wurde für seinen Film „To Stare Astonished at the Sea“ zur Komposition von Lois V Vierk mit kleinsten, ausschließlich im Saitenraum eines Flügels platzierten Spezialkameras eine visuelle Atmosphäre geschaffen, die auf eindringliche Weise mit dem Klanglichen oszilliert. In einer eigenen, parallelen Erzählung werden auch hier die Prinzipien der Überlagerung und Schichtung aufgenommen. Es entstehen fließende Bilder von unvergleichlicher Intensität, die an Landschaften erinnern und somit ein beliebtes Motiv im Werk von Heyer wieder aufnehmen.
Die Frage nach der Authentizität von Fotografie, ihrer vermeintlichen Fähigkeit, die Wirklichkeit abzubilden, wird von Heyer in Frage gestellt. Vielmehr sind Reduktion und Konzentration maßgeblich für sein ästhetisches Programm und zeigen sich sowohl in den fotografischen wie auch filmischen Arbeiten. Sie dienen dem Betrachter als Projektionsfläche zur freien Assoziation und machen die Möglichkeiten der Imagination erfahrbar.
Ausstellung vom 1. bis 21. April 2011:
Mi-Fr 14-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr u.n.V.













