(openPR) Sonniges Wetter und kurvenreiche Strecken locken in den nächsten Wochen und Monaten Anfänger und erfahrene Motorradfahrer gleichermaßen auf die Straße. Doch jährlich verunglücken in Deutschland über 30.000 Biker. Für über 650 von ihnen ist es die letzte Fahrt ihres Lebens. Gemeinsam mit der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ruft Profi-Biker Philipp Hafeneger Motorradfahrer zu verantwortungsbewusstem Verhalten im Straßenverkehr auf und gibt fünf Tipps für sicheres Fahren.
Ein Tempo von über 220 Stundenkilometern, kaum Knautschzone, Adrenalin pur – so sieht der Alltag von Motorradrennfahrern aus. Philipp Hafeneger fuhr bis vor kurzem noch in der IDM-Superbike-Klasse auf einer 1000-Kubikzentimeter-BMW-Maschine. „Ich stürze zwar nur sehr selten“, berichtet der Rennprofi im Interview. Trotzdem würde er nie ohne Schutzkleidung und Helm aufs Motorrad steigen. Seit 2002 unterstützt er die Präventionsarbeit der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung und trägt einen Helm, der durch ein ausgefallenes Design die Verletzlichkeit des Kopfes besonders herausstellt. „Think ahead – Fahr mit Kopf“, so lautet das Motto des 27-jährigen Solingers, dessen Helm das Logo der Stiftung und die Windungen eines Gehirns ziert. „Dieser Helm ist mein Markenzeichen. Manchen kommt es zwar etwas makaber vor – auf der anderen Seite sind viele davon begeistert und fotografieren ihn“, berichtet der 27-jährige Superbike-Fahrer.
Der Helm bedeutet für ihn nicht nur Sicherheit, sondern ist gleichzeitig Motto für einen vorausschauenden Fahrstil. „Man muss ein Gefühl für das eigene Können und die Maschine entwickeln und lernen, unnötige Risiken zu vermeiden“, betont der Rennprofi. „Wer das nicht beachtet und kopflos fährt, kann sich schwer und irreparabel verletzen. Außerdem gilt: Entweder Tempo, oder die schöne Strecke genießen – beides zusammen funktioniert nicht.“ Und so schaltet der Rennfahrer privat lieber einen Gang runter, wenn er die anspruchsvollen Kurvenstrecken in seiner Heimat im Bergischen Land befährt.
Rechtzeitig zum Beginn der Frühlingssaison gibt Philipp Hafeneger fünf Tipps für sicheres Fahren mit dem Motorrad – die für die erste kurze Route zur Eisdiele ebenso gelten wie für den Biker-Trip in südliche Gefilde.
Helm auf – und Lederkombi an
Als Vierjähriger ist Philipp Hafeneger vom Rad gestürzt – mit Verdacht auf Schädelbasisbruch. Die Narbe der Verletzung ist heute noch zu sehen. Seither trägt er immer einen Helm, wenn er Motorrad fährt, aber auch beim Radfahren und, wenn er auf Skiern unterwegs ist. „Wer ohne Motorradkleidung oder gar ohne Helm fährt, riskiert schwerste Verletzungen, selbst wenn er nur kurz zum Bäcker fährt“, mahnt Philipp Hafeneger. „Niemand weiß, wann und warum ein Unfall passiert, und selbst der beste Biker kann schwer stürzen, ohne schuld zu sein.“
Nicht am falschen Ende sparen
„Geiz ist geil“, diese Devise gilt gelegentlich auch unter Motorradfahrern. „Aber sichere Protektoren, Helme und Stiefel haben ihren Preis“, weiß Philipp Hafeneger. „Wenn mir jemand von einem Schnäppchen erzählt, bei dem er statt 500 Euro für einen Rennanzug nur 50 Euro bezahlt hat, kann ich nur den Kopf schütteln: Sparen am falschen Ende kann lebensgefährlich sein!“ Preiswerte Helme beispielsweise würden häufig schon beim ersten Aufprall brechen – mit entsprechend dramatischen Folgen für den Fahrer.
Die Maschine beherrschen lernen
„Motorräder haben heute serienmäßig 170 PS. Für einen Anfänger ist das viel zu viel“, kritisiert Philipp Hafeneger. Er rät Einsteigern zu kleineren Maschinen. „Sonst können sie das Motorrad nicht beherrschen. In der Praxis fährt dann die Maschine mit dem Menschen, nicht der Mensch mit dem Motorrad.“
Das persönliche Limit kennen
Je schneller das Tempo und je anspruchsvoller die Strecke, desto höher der Nervenkitzel. Dabei verlieren viele Freizeitfahrer den Blick für ihre Grenze. „Volles Tempo erfordert extreme Konzentration und körperlichen Einsatz“, mahnt Philipp Hafeneger. Beim Renntraining, bei dem Amateure mit ihren Maschinen auf Profi-Strecken wie dem Hockenheim-Ring fahren dürfen, dauere ein Turn gerade mal 20 Minuten. „Trotzdem empfehlen wir Anfängern, früher in die Box zu fahren, wenn sie müde werden.“ Außerdem gilt die Devise: Trinken, trinken, trinken, damit das Gehirn optimal arbeiten kann. Ex-Rennprofi Philipp Hafeneger setzte dabei stets auf reichlich Mineralwasser ohne Kohlensäure.
Mehr Rücksicht – das gilt für alle!
„Alle Teilnehmer im Straßenverkehr, auch Autofahrer, sollten sich rücksichtsvoll verhalten“, mahnt Philipp Hafeneger. „Heutzutage besteht jeder auf sein Recht – Autofahren zum Beispiel ist ein purer Kampf geworden“, hat er beobachtet. Der Rennfahrer wünscht sich mehr Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmern – und empfiehlt auch Autofahrern, ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. „Ein solches Training kann nie schaden – und es macht Spaß!“
















