(openPR) Kaum jemand kennt das nicht. Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Traurigkeit. Das ist nichts Ungewöhnliches. Manchmal holt einen das Leben ein. Dann braucht man eine Pause, um neue Kraft zu schöpfen. Was aber, wenn solche Phasen häufiger werden oder nicht mehr vorüber gehen? Auch wenn es keinen erkennbaren Auslöser gibt, kann eine solche Verstimmung in eine Depression übergehen. 2010 gab das Robert Koch-Institut die Zahl der Erwachsenen, die im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken mit 19% an. Bei etwa zwei Dritteln aller Betroffenen sei davon auszugehen, dass nach einer ersten depressiven Episode eine weitere folgt.
Viele leiden still an der von außen nicht sichtbaren Krankheit und versuchen ihren Alltag weiterhin zu meistern. Auch von Ärzten wird die Erkrankung nicht immer gleich erkannt. Oftmals nehmen sie, genauso wie die Betroffenen selbst, zunächst körperliche Symptome wahr. Manfred Bieschke-Behm hat diese Erfahrung gemacht. „Dass ich jahrelang und vermutlich bereits als Jugendlicher unter Depressionen litt, war mir nicht bewusst und wurde auch von meinen Ärzten nicht diagnostiziert. Behandelt wurden der Magen der rebellierte oder das Herz, das unregelmäßig schlug. Heute weiß ich: Ist die Seele krank, ist auch der Körper krank.“ Bieschke-Behm hat gelernt, mit der Erkrankung zu leben und machte aus der Not eine Tugend. Seit vielen Jahren berät und leitet er Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene regelmäßig austauschen, um Rückhalt zu finden. 2006 gründete er gemeinsam mit anderen Betroffenen das Selbsthilfenetzwerk Depressionen und Ängste Berlin-Brandenburg (SHN). Gemeinsam haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die in Berlin und Brandenburg ansässigen Selbsthilfegruppen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Denn, so die Initiative, nur gut funktionierende Gruppen können dazu beitragen, dass sich die gesundheitliche Situation der Betroffenen verbessert. Gerade in Zeiten, in denen seelische Erkrankungen mehr und mehr den Status einer „Volkskrankheit“ erlangen, sei es umso wichtiger, durch Eigeninitiativen die Selbsthilfearbeit zu begleiten.
Der Bedarf ist da. Allein für Berlin gibt die zentrale Berliner Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle SEKIS über 100 Angebote an. Die meisten davon sind selbstorganisierte Gruppen von Betroffenen. Dort kann man lernen, wie andere mit der Erkrankung leben und wie sie mit erneuten Einbrüchen umgehen. Bieschke-Behm beschreibt das so: „Ich kann es grundsätzlich nicht ausschließen wieder in eine Depression zu geraten. Aber, da ich bisher alle Depressionen überlebt habe, werde ich auch eine erneute Depression überleben. Ich weiß wo und wie ich Hilfe bekommen kann.“ Am 03. März spricht er in der KIS über seine Erfahrungen und gibt hilfreiche Hinweise zum Umgang mit Depressionen.
03.03.2011, 18 Uhr
„Umgang mit Depressionen – Biografischer Vortrag und Diskussion“
in der KIS im Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz
Fehrbelliner Straße 92, 10119 Berlin
Anmeldung bitte bis 01.03.2011 unter Tel. 030 443 43-17








