(openPR) Die Wirtschaft Taiwans ist eine hoch entwickelte, exportabhängige Marktwirtschaft, bei der 99 Prozent des Exports aus der Industrie kommen, wobei Hochtechnologie-Erzeugnisse, angefangen von Elektronik über optische Instrumente bis hin zu Maschinen und Kunstfasern das Hauptkontingent bilden, nur ein Prozent der Exporte stammt aus der Landwirtschaft. Mittlerweile nimmt Taiwan Anlauf zum Sprung auf Platz drei der weltweit größten Lieferanten von Werkzeugmaschinen.
Im vierten Quartal 2010 zeigte der Außenhandelssektor eine starke Performance mit einer Steigerung der Exporte von Waren und Dienstleistungen um 14,97 Prozent. Zusammen mit einem Wachstum von 4,51 Prozent auf dem heimischen Markt wird den bisherigen Berechnungen zufolge das reale Bruttoinlandsprodukt um 6,48 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr gestiegen sein (Schätzungen waren von 4,70 Prozent ausgegangen). Für das gesamte Jahr 2010 wird das Bruttoinlandsprodukt gemäss verlässlicher Schätzungen um 10,47 Prozent gestiegen sein und wird damit um 0,49 Prozentpunkte über den Schätzungen der Generaldirektion für Budget, Rechnungswesen und Statistik liegen. Das Exportvolumen war im Jahr 2010 verglichen mit dem Vorjahr um 24,4 Prozent gestiegen, das Importvolumen für den Vergleichszeitraum um 27,4 Prozent.
Mit seinem Bruttoinlandsprodukt von geschätzten 315 Mrd. Euro ist Taiwan die 21 größte Volkswirtschaft der Welt und belegt im Handel den 16. Platz weltweit, bei einer Bevölkerung von wenig mehr als 23 Millionen Einwohnern. Im Global Competitiveness Report 2010 – 2011 des World Economic Forum liegt Taiwan in der Gesamtwertung auf Platz 13. Im Vergleich dazu Deutschland liegt auf Platz 5 und die VR China auf Rang 27. Hinsichtlich Innovation und Entwicklung im gleichen Report liegt Taiwan sogar auf Platz 7, die VR China auf Platz 31. Ein wichtiges Merkmal der taiwanesischen Volkswirtschaft ist dabei auch die sehr stabile Entwicklung der wesentlichen makroökonomischen Kennziffern. Das Bruttosozialprodukt Taiwans hat bereits beinahe US$ 20000 (ca. Euro 14660) pro Kopf erreicht.
Dass Taiwan boomt, darüber sind sich die Wirtschaftsexperten in Taiwan einig, denn ein Wirtschaftwachstum von über 10 Prozent ist eine herausragende Leistung. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist jedoch, wird dieses Wachstum nachhaltig sein? Zu verdanken ist das beträchtliche Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 vor allem dem sich blendend entwickelnden Außenhandel. Im Vorjahr waren die Exporte aufgrund der globalen
Krise um 8,7 Prozent zurück gegangen. Ob im laufenden Jahr die Zuwächse in der Exportwirtschaft weiter steigen werden, daran zweifeln Wirtschaftsfachleute vom Taiwan Institute of Economic Research in Taipeh, denn die taiwanesische Exportwirtschaft ist stark vom amerikanischen Markt abhängig, und der ist nach wie vor schwach. Außerdem nehme der Devisenzufluss weiter zu, was zu einer Aufwertung des Taiwan Dollars (NT$) führe, inzwischen sind es nur noch 30 NT$ für einen US-Dollar. Ein starker Taiwan-Dollar wirkt sich jedoch negativ auf den Export aus.
Um das Wirtschaftswachstum zu fördern, wurden die verschiedenen Ministerien und Kommissionen angewiesen die Deregulierungsmaßnahmen zu beschleunigen und die Investitionshemmnisse schneller abzubauen sowie die Entwicklung der neuen Industrien und Schlüsseldienstleistungen zu unterstützen. Besonders der taiwanesische Mittelstand muss gefördert werden, denn er kann im globalen Wettbewerb nur bestehen, wenn sich die Unternehmen noch stärker auf Innovation konzentrieren und es der Wirtschaftspolitik gelingt grundlegende Strukturreformen durch zu führen. Zu diesem Konzept gehört auch der Aufbau eigener Marken und der schrittweise Umbau des Geschäftsmodells nur elektronische Bauteile herzustellen oder für andere Marken zu produzieren.
Wirtschaftsminister Shih Yen-shiang erklärte, sein Ministerium werde weiterhin hart daran arbeiten die Investitionstätigkeit zu verbessern und den Konsum anzukurbeln und besondere Anreize für Investitionen aus dem Ausland schaffen. Das Ziel bei den Auslandsinvestitionen in Taiwan liege für 2011 bei 7,4 Mrd. US$, so der Minister. Außerdem hoffe die Regierung, dass 120 Millionen US$ an Investitionen aus Festland China nach Taiwan fließen werden. Auch die für April geplante Öffnung Taiwans für Individualreisende aus der VR China und die Anhebung der Tagesquoten für Gruppentouristen von dort werde die Inlandsnachfrage und den Konsum beträchtlich ankurbeln



