(openPR) Vernissage: Donnerstag, 24. Februar 2011, 19.00 Uhr
Dauer: 25. Februar - 24. März 2011
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung
Der Maler Marius Heckmann präsentiert in einer Einzelausstellung im Schillerpalais eine Auswahl neuer Bilder und Objekte, in denen Facetten des Bösen auf subtile und z.T. ironische Weise dargestellt werden:
„Wir betrachten das Böse allzu gerne als eine Art Entgleisung bzw. Betriebsunfall des Menschlichen. Seine Omnipräsenz belehrt uns eines Besseren. Wir finden es empörend und sind doch gleichzeitig fasziniert. Als Möglichkeit des Menschseins durchzieht es alle Belange vom intimsten bis hin zum politisch/gesellschaft-lichen“, erläutert der Künstler seinen Ansatz.
Marius Heckmann greift in der Ausstellung drei Beispiele sowohl historischer als auch aktueller Natur auf, dabei werden die Bilder konfrontativ einander gegenübergestellt. Sie zeigen mit allem Nachdruck wie klein der Schritt vom Guten zum Bösen ist.
Das Böse, kann mitunter lange Zeit unter der Oberfläche einer höchst unauffällig erscheinenden Normalität agieren (vgl. Hannah Arendt „Die Banalität des Bösen“) oder tritt ganz offen, politisch sanktioniert in kriegerischen Auseinandersetzungen in Erscheinung.
Das Bild eines Soldaten mit verstümmeltem Gesicht, das nach einem anonymen Foto aus dem Ersten Weltkrieg entstand, ist Metapher für den Krieg als Inbegriff des Bösen schlechthin.
Diesem Bild gegenüber gestellt ist die moralisch-religiöse Rechtfertigung von Gewalt im Fragment einer christlichen Ikone: eine Heiligenfigur kämpft gegen das Böse, verkörpert durch die Figur eines Drachen. Im Christentum wohnt das Böse per se als „Erbsünde“ dem Menschen inne und muss vom Individuum überwunden werden.
Es stellt sich die Frage: Erzeugt nicht der Kampf gegen das Böse wiederum das Böse, wenn er sich seiner Mittel bedient? Sind die Inanspruchnahme von Begriffen wie Gut und Böse nicht allzu oft nur zweckdienliche Behauptungen?
Die Bilder „Vater“, „Tochter I“ und „Tochter II“ widmen sich dem Aufsehen erregenden Fall eines Vaters, der seine Tochter fast 24 Jahre in einem Kellerverlies gefangen hielt und missbrauchte.
„In diesen 24 Jahren galt er für seine Mitmenschen als unbescholtener Bürger“, konstatiert Marius Heckmann.
Auch die Bilder „Mutter“ und „Töchter“ sind eine Konfrontation einer mutmaßlichen zweifachen Kindesmörderin mit ihren Opfern. Sie hat ihre Tat wohl aus “Liebe“ zu einem Mann begangen.
Darüber hinaus markieren zeichenhafte Bilder wie „Ich-Korpuskel wird von Fresszelle des allgemeinen Breis verzehrt“ oder „Zehn kleine Negerlein“ andere mögliche Formen der Bedrohung, die wir als “böse“ erleben. Die unterschwellige Ironie bricht sich in Heckmanns Objekten aus Alltagsfundstücken ganz deutlich Bahn. Wenn er etwa ein an die Wand genageltes Kissen mit „Ersticken“ betitelt, weist dies einen möglichen Weg zum Umgang mit dem Unfassbaren. Somit eröffnet diese Ausstellung einen sehr direkten Dialog mit dem Publikum über ein komplexes, streitbares und höchst aktuelles Thema.











