(openPR) Seit einem Jahr malen Marius Tsedee und Michele Multari Bilder. Die Besonderheit besteht darin, dass sie gemeinsam arbeiten. Der eine gibt die Form, der andere füllt sie mit Farbe. "Von Menschen und Monstern – Bilddialoge", so heißt die Ausstellung, die bis Ende August in der St. Lukas-Klinik (Stiftung Liebenau) in Liebenau werktags von 12 bis 17 Uhr zu sehen ist.
Ein mutiger Dialog bestehend aus Form und Farbe
Es sind keine Portraits von Menschen und auch keine Tiere, und doch sind es Wesen mit Gesichtern, mit großen Augen und Nasen, mit ausdrucksstarken Zügen. Sie sind der Fantasie entsprungen. Animalisch-maskenhaft wirken die Figuren und lassen den Betrachter einen Moment lang an die Anmutung afrikanischer Masken denken. Seit fünf Jahren sind Marius Tsedee und Michele Multari, beide Bewohner der sozialtherapeutischen Wohngruppe der St. Lukas-Klinik, befreundet. Seit einem Jahr malen sie gemeinsam. "Es begann aus reiner Langeweile, dass Marius zu Papier und Stift griff", erinnert sich Holger Zielonka, Heilerziehungspfleger in der St. Lukas-Klinik. "Erst waren es ganz kleine Bilder, dann wurden sie immer größer und irgendwann bot Michele seine Hilfe beim Ausmalen an, damit es schneller geht" So wurden sie ein Team und arbeiteten seitdem zusammen.
Die gezeigten 37 Bilder sind nur ein kleiner Teil des Gesamtwerkes
Innerhalb des vergangenen Jahres malten die beiden Künstler rund 120 Bilder. Genau wissen sie es selbst nicht mehr. Tagelang malte Marius beinahe versunken seine Formen. Es kam vor, dass sich die Bilder zu Stapeln häuften und Michele mit der Farbgebung gar nicht mehr hinterher kam. In der Interpretation der Bilder waren sie sich manchmal uneinig, so sah der eine einen Hasen, wo der andere einen Hund sah, aber zum Streit kam es nie, betonen die beiden Künstler. "Die beiden haben Mut und Offenheit mitgebracht, als sie beschlossen, miteinander künstlerisch tätig zu sein", weiß die Kunsttherapeutin Nadine de Fries, die für die Organisation der Ausstellung mitverantwortlich ist. "Sie haben beide die Fähigkeit, dem anderen Raum zu lassen."
Perfekte Ergänzung der Arbeitsweisen
Vermutlich lag es an der klaren Arbeitsteilung und dem Vertrauen in die Fähigkeiten des jeweils anderen, dass die Zusammenarbeit eine so erfolgreiche wurde. Marius erfand die fantasievollen Wesen und gab ihnen eine Kontur. Durch diese wiederum angeregt übernahm Michele das Ausmalen. Schon als Kind hatte er mit dem reinen Ausmalen von Bildern seine Ausdrucksform gefunden. Figuren erfinden und zeichnen, das wollte er nie. Seine Emotionen legt er in die Strichführung und Farbwahl.
Der eine fand sich in der Form des anderen. Durch die gemeinsame Arbeit an den Bildern traten sie miteinander in Kontakt, es entstand ein Dialog der zu beeindruckenden Bildern führte. Auf die Frage hin, wie es denn nun weitergeht, auch da sind sich Marius Tsedee und Michele Multari einig. Sie werden weitermalen, gemeinsam, denn alleine ist ihre Kunst nur eine halbe, eine unfertige. Sie brauchen sich gegenseitig um farbenprächtige, faszinierende Bilder entstehen zu lassen, die den Betrachter in ihren Bann ziehen.
Weitere Informationen unter www.st.lukas-klinik.de
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