(openPR) Am 18.1. 2011 wurde in der Vachendorfer Filiale der Volksbank Raiffeisenbank Traunstein eine große Ausstellungsvitrine zur Vorgeschichte und Heimatkunde der Gemeinde vorgestellt. Grußworte an die rund 40 Gäste richteten Filialleiterin Fr. Haas, Ortsheimatpfleger Josef Fischer, Bürgermeister Rainer Schroll, Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika sowie Josef Konhäuser, zweiter Landrat und erster Vorsitzender des Chiemgau Impakt e.V.
Anlass der Präsentation ist ein ungewöhnliches archäologisches Objekt, das von Vor- und Frühgeschichtler Till Ernstson bei geologischen Ausgrabungen des Chiemgau Impact Research Teams (CIRT) im Bereich des Tüttensees entdeckt und geborgen wurde. Es handelt sich um einen Artefakt-Rohling aus einem ungewöhnlich harten, weißen Quarzitgestein, der eine tief gehende Bohrung aufweist. Nach den Bearbeitungsspuren wurde sie vermutlich mit einem Holunderholz- oder Röhrenknochen-Hohlbohrer erzeugt. Diese Technik stellt das Werkstück in die ausgehende Jungsteinzeit oder Bronzezeit, das demgemäß etwa in der Zeit 3000 - 1000 v.Chr. entstanden sein dürfte und damit eines der ältesten Belege für die Besiedlung im Vachendorfer Raum ist. Die beabsichtigte Verwendung ist unklar; vorstellbar ist, dass es sich um einen Rohling für eine Prunkaxt gehandelt hat. Der Versuch, dafür eines der allerhärtesten Gesteine in einem besonderen Farbton zu verwenden, um etwas Einmaliges zu schaffen, gäbe Sinn. Bohrungen in einem derart harten Gestein aus vorgeschichtlicher Zeit sind sonst in Mitteleuropa wohl unbekannt, was die Bedeutung des Vachendorfer Fundes unterstreicht.
Genauso bedeutsam ist die Fundsituation in der vom CIRT bereits seit einiger Zeit geologisch und mineralogisch sehr intensiv untersuchten Trümmerschicht im Umfeld des Tüttensees, die nach den Vorstellungen der beteiligten Forscher unmittelbar bei der Formung der Tüttensee-Hohlform als Meteoritenkrater im sogenannten Chiemgau-Impakt entstand. So zeigt die Ausstellungsvitrine nicht nur das vorgeschichtliche Artefakt mit Erläuterungen zu seiner Fertigung, sondern spiegelt mit authentischen Fundstücken auch den geologischen Rahmen wider, in dem das Prunkstück zusammen mit typischen Impaktgesteinen mit allen Merkmalen extremer Drücke und Temperaturen sowie reichlich organischem Material (zerbrochene Knochen und
Zähne, Haarbüschel, Holzsplitter, verkohltes Holz) angetroffen wurde. Für die Vorgeschichte gehören die Ausstellungsstücke zu der gegenwärtig weltweit einmaligen Dokumentation einer unvorstellbaren Naturkatastrophe, die auch über die damals hier lebenden Vachendorfer Urahnen hereingebrochen sein muss.
Bei der Präsentation gab Prof. Dr. Kord Ernstson von der Universität Würzburg einen kleinen Einblick in die Forschungsarbeiten. Dabei stellte er auch die in den letzten Jahren in internationalen Zeitschriften veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel zum Chiemgau-Impakt mit Belegen in der Vitrine vor. Ein wissenschaftlicher Internetartikel zu dem Vachendorfer Artefakt kann unter
http://www.bandkeramik.eu/Till%20Artikel.pdf aufgerufen werden.
Die Austellung wird noch die kommenden drei Wochen in der Schalterhalle der Bank gezeigt und findet dann im Rathaus von Vachendorf ihren Platz.
Chiemgau-Impakt e.V.
Breslauer Ring 22
Traunstein
83278
hp.matheisl@chiemgau-comet.com
Pressestelle
Chiemgau-Impakt e.V.
Hans-Peter Matheisl
- Pressestelle -
Breslauer Ring 22
83278 Traunstein

Über das Unternehmen
Seit dem Jahr 2000 stieß eine Gruppe von Heimatforschern im Raum zwischen Altötting und Traunstein nahe dem Chiemsee (Südost-Bayern) immer wieder auf eigenartige metallische Stücke im Untergrund, die sich als die extrem seltenen bzw. auf der Erde in natürlicher Form nicht vorkommenden Eisensilizid-Minerale Fe3Si (Gupeiit) und Fe5Si3, (Xifengit) erwiesen. Die Gruppe um Werner Mayer (Bergen), die einen offiziellen Auftrag und eine entsprechende Genehmigung zur Suche nach archäologisch bedeutenden Objekten in der Region besaß, stellte fest, dass das ungewöhnliche Material regelmäßig in der Nähe von auffälligen Kraterstrukturen und an Stellen gefunden wurde, für die ein menschlicher Eintrag kaum vorstellbar war. Die Krater hatten meist einen ausgeprägten Ringwall; einige waren aber - deutlich sichtbar - durch Pflügen bereits eingeebnet worden.
Die Verbreitung der eigenartigen Funde und flächig korrespondierende Auffälligkeiten eines Bienenhonig-Monitoring (durch Dr. B. Raeymaekers (2005)) erregte bei Wissenschaftlern der Universitäten München und Tübingen Interesse und veranlasste die Gruppe Mayer in der Folgezeit zu einem außergewöhnlichen Programm der systematischen Erforschung der Geländebefunde, in deren Verlauf die Idee des Einschlages eines extraterrestrischen Körpers in historischer Zeit immer mehr Gestalt annahm. Nach gewissen Konflikten mit Wissenschaftlern der genannten Universitäten entschloss sich die Gruppe der Heimatforscher dazu, Dr. Michael Rappenglück, Astronom und Archäoastronom, Institut für Interdisziplinäre Forschung Gilching, Prof. Dr. Kord Ernstson, Geologe, Geophysiker und Impaktforscher von der Universität Würzburg, sowie Privatdozent Dr. Uli Schüßler, Mineraloge und Petrologe, ebenfalls von der Universität Würzburg, um wissenschaftliche Unterstützung bei der weiteren Untersuchung des Phänomens zu bitten. Es kam zu einem Zusammenschluss der Entdecker um Werner Mayer mit den genannten Wissenschaftlern zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT), zu dem Barbara Rappenglück, M.A., als Historikerin, hinzukam, nachdem auch die geschichtliche Bedeutung des Phänomens immer offensichtlicher wurde.
Weiterhin an dem Phänomen arbeiteten und arbeiten Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, München, Antwerpen, Freiburg und Augsburg.
Im Oktober 2004 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift ASTRONOMY online einen Artikel über den “Chiemgau-Kometen”; gleichzeitig wurde ein ausführlicher wissenschaftlicher Artikel des CIRT über alle bis dahin bekannten Aspekte der Entdeckung im Internet publiziert. Beide Artikel wurden über das wissenschaftliche Internetforum CCNet (Cambridge Conference, Dr. Benny Peiser) innerhalb kürzester Zeit als “Big Bang of Bavaria” (DER SPIEGEL in einem Artikel über die Entdeckung) weltweit verbreitet, und ein enormes Medieninteresse setzte ein.
Der heutige Stand der Entdeckung mit all den inzwischen erbrachten neuen Befunden und gewonnenen Erkenntnissen wird auf der Internetseite www.chiemgau-impakt.de (Version in englischer Sprache www.chiemgau-impact.com) vorgestellt, wobei aber auch die wissenschaftliche Diskussion und Konflikte nicht ausgespart bleiben.
Das Medieninteresse mit Berichten in Presse und Rundfunk sowie mit Filmen im Fernsehen hat die Erforschung des Phänomens einer breiten Bevölkerung nahegebracht, hat Institute, Institutionen, Unternehmen, Gebietskörperschaften, Politiker und viele interessierte Privatpersonen aufmerksam gemacht und zu vielfältiger Unterstützung angeregt. Mit diesem großen Interesse und der zunehmenden Unterstützung reifte die Idee, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, was am 3.Oktober 2006 in die Tat umgesetzt wurde.