(openPR) Ist die Rede von Livestream, denkt man unweigerlich an die weltweite Übertragung von Pressekonferenzen, Hauptversammlungen, Vertriebstagungen, Webinaren oder Events. Dass man Livestreams aber auch ganz anders einsetzen kann, hat jetzt der italienische Hersteller von Hochgeschwindigkeits-Frässystemen Fidia gezeigt: Er nutze „das Fernsehen im Internet“ dazu, seine Maschinen auf der Weltmesse EuroMold ohne deren Vorhandensein ferngesteuert zu präsentieren – der Erfolg kann sich sehen lassen.
Wer zwischen dem 30. November und 3. Dezember 2010 die EuroMold in Frankfurt besuchte, bekam nicht nur das gewohnte Bild zu sehen, sondern auch die gewohnte Lärmkulisse zu hören: Auf der Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung wurden wie so oft viele neue Maschinen live präsentiert. Anders auf dem Messestand des Maschinenbauers Fidia: Diesmal machte keinerlei Lärm von Fräsmaschinen ein Gespräch unmöglich. Denn erstmalig hatte Augusto Mignani, Geschäftsführer der deutschen Fidia-Niederlassung in Dreieich-Sprendlingen, etwas gewagt, was bisher auf der Messe wohl eher verpönt war: Die Präsentation seiner Maschinen ohne deren physische Anwesenheit vor Ort.
Dafür hatte der Bewegtbild-Spezialist UnityLivestream verschiedene technische Maßnahmen eingesetzt, um die Latenzzeit der Live-Übertragung auf unter 1 Sekunde zu drücken. Ein beachtlicher Wert fürs Internet, wo Bits und Bytes selten den direkten Weg nehmen und meist kreuz und quer über die verschiedensten Verteilerpunkte im World Wide Web laufen. Erst diese kurze Verzögerungszeit machte es möglich, dass die vom Fidia-Messestand aus ferngesteuerten Maschinenbefehle auch auf großen Monitoren „just in time“ mitverfolgt werden konnten. Dabei war vor allem das mehrfache Wechseln der Fräs- und Bohrwerkzeug, um aus Aluminiumblöcken Automodelle zu fräsen, ein spannendes Schauspiel.
Das Wagnis, auf der EuroMold völlig neue Wege zu gehen und das Unternehmen und vor allem die Maschinen anders als andere Firmen zu präsentieren, hat sich für Fidia ausgezahlt. Augusto Mignani zieht ein äußerst positives Resümee: „Zum einen war der Livestream bedeutend günstiger, als wenn wir unsere Maschinen auf die Messe transportiert, aufgebaut und dort vorgeführt hätten. Zum anderen hat sich unsere ungewöhnliche Messe-Präsentation zu einem wahren Publikumsmagnet entwickelt. So waren eindeutig mehr Besucher als früher auf unserem Messestand und wir konnten unsere Terminquote für Folgegespräche deutlich erhöhen“.
Nichtsdestotrotz hat Mignani für zukünftige Livestreams die Messlatte noch höher gehängt: Die Latenzzeit soll weiter gesenkt werden, damit ferngesteuerte Maschinenbefehle noch synchroner demonstriert werden können. Dazu der bei UnityLivestream für Hard- und Software zuständige Geschäftsführer Stefan Klink: „Wir testen gerade aus, bei Livestreams in Latenzzeiten von etwa 200 bis 300 Millisekunden vorzustoßen. Rein theoretisch müsste sogar ein noch niedrigerer Wert gehen, aber wie so oft steckt auch hier der Teufel im Detail. Ich bin aber ziemlich sicher, dass wir in Kürze schon eine entsprechende Lösung entwickelt haben.“













