(openPR) In den letzten Jahren konnte man auf den namhaften Bällen hellgraue Straßenanzüge mit bunter Krawatte und knielange Etui-Kleider sehen. Getanzt und gesprochen wurde nur mit der eigenen Partnerin. Kein Wunder, dass so manchem Ball-Liebhaber die Lust an den teuren gesellschaftlichen Events vergeht.
Junge Menschen interessieren sich wieder stärker für das Tanzen. Deshalb ist zu hoffe, dass die schwarz-weiß Bälle zukünftig wieder stärker besucht werden. Mit ein paar einfachen Regeln gelingt es, dem Abend die ganz besondere Note zu geben:
„Los geht es mit dem eigenen Erscheinungsbild“, sagt Sabine Schwind von Egelstein, Expertin für Stil und Umgangsformen München. Der Ball verlangt einen dunklen Abendanzug beim Mann, besser einen Smoking. Selbstverständlich mit Fliege, Krawatten haben auf einem Ball nichts verloren. Ausnahmen bilden nur Uniformen und Tracht. Die Dame kommt im langen Kleid, heute ist als alternative ein Abendanzug möglich. Tragen Sie dazu passenden Accessoires und vermeiden Sie billigen Schmuck. Zum Ballkleid trägt die Dame offene, elegante Abendsandaletten oder Slingpumps - im besten Fall ohne Strümpfe. Erlaubt sind auch zarte Pumps in der gleichen Farbe wie das Kleid. Absolut tabu sind schwarze Lederpumps und Strümpfe, die deutlich als solche zu erkennen sind (z.B. schwarz oder stark glänzend). Wenn schon Strümpfe, dann ausschließlich hautfarben und hauchzart - wie unsichtbar. Zum langen Kleid gehört entweder eine kurze Jacke oder ein bodenlanger Mantel. Ein großes, schönes Wolltuch oder eine Pelzstola können den Mantel ersetzen. Abendjacken, Stolen oder Capes gehören zum Kleid und werden nicht in der Garderobe abgegeben.
Schuhe sowie auch Hände und Fingernägel müssen sauber und gepflegt sein, das Haar ordentlich sitzen. Der große Auftritt bei einem Ball verlangt auch nach einer besonderen Frisur mit ein bisschen Glamour: Für längeres Haar ist hier immer noch eine Hochsteckfrisur das Nonplusultra. Das wirkt festlich und zeigt ein schönes Gesicht, Dekolleté und funkelnden Schmuck. Und Kaugummi kauen passt nicht auf einen Ball!
„An so einem Abend wird er Mann zum Edelmann“, schwärm Schwind von Egelstein und rät: „Er hält der Dame Türen auf, hilft ihr aus dem Mantel, begleitet sie an den Tisch, erhebt sich wenn sie sich erhebt und rückt für sie den Stuhl zurück. Außerdem legt der Herr keinesfalls sein Sakko oder seine Fliege ab, das würde die Ball-Atmosphäre empfindlich stören.“ Der Alkoholkonsum sollte unbedingt unter Kontrolle bleiben, denn es ist äußerst peinlich, wenn man bei so einer festlichen Gelegenheit nicht mehr weiß, was man sagt und tut.
Das Tanzen beginnt erst nach der offiziellen Balleröffnung. Auf der Tanzfläche ist der Herr dafür zuständig, dass Zusammenstöße vermieden werden. Nachdem der Herr einige Male mit seiner eigenen Begleiterin getanzt hat, fordert er die Damen der anderen Paare am Tisch zum Tanzen auf. Ist man auf einen Ball eingeladen ist der Tanz mit der Gastgeberin ebenso Pflicht, wie bei einer Hochzeit der Tanz mit der Braut. In der Regel tanzt der Herr der aufgeforderten Dame dann mit der eigenen Dame.
Aus Tradition fordert der Herr die Dame zum Tanz auf. "Darf ich um den nächsten Tanz bitten?", „Darf ich bitten?“ oder „Haben Sie/Du Lust zu tanzen?“. Lehnt diese ab, sollte sie nicht im nächsten Augenblick mit einem anderen Herrn auf das Parkett gehen, sondern diesen Tanz aussetzen. Es sei denn, sie hatte den Tanz schon vorher jemandem versprochen. Heute darf aber auch eine Damen den Herrn auffordern, ohne ausdrücklich auf „Damenwahl“ zu warten. Ihr Vorteil: Herren dürfen die Aufforderung nicht ablehnen. Es sei denn es handelt sich um den Kellner oder den Security-Mann im Dienst!
Möchte ein Herr eine Dame in Begleitung zum Tanz bitten, fragt er höflichkeitshalber auch Ihre Begleitung, ob es gestattet ist. In der Regel stimmt der Begleiter zu, sofern seine Damen Lust zum Tanzen hat.
Nach dem Tanz wir die Dame nicht einfach auf dem Parkett stehen gelassen, sondern an Ihren Platz zurückgebracht. Dabei ist der Herr beim Rücken ihres Stuhls behilflich. Ist die Damen in Begleitung auf dem Ball, bedankt sich der Herr noch mal kurz bei ihrem Begleiter.
Wer während des Tanzens noch Schritte zählt, sollte lieber mit vertrauten Personen tanzen. Die anderen pflegen eine leichte Konversation über Themen wie die Band, die Musik, das Ambiente, das Ball-Motto etc.
Auch wenn oft die Damen die tanzbegeisterteren sind, auf dem Parkett gilt: Der Herr führt. Die gute Tänzerin lässt sich führen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Beim Tanzen hat der Herr die einmalige Gelegenheit einer Dame näher zu kommen, ohne Ihr zu nahe zu treten. Welch eine Chance, meine Herren!











