(openPR) Ist Goethe in der Geschichte der Deutschen „ein Zwischenfall ohne Folgen“? Dieser Frage, die einer Behauptung Nietzsches entspringt, möchte das Projekt „Goethe im Gasteig – Zur Modernität eines deutschen Klassikers“ auf den Grund gehen. Insgesamt sieben Veranstaltungen mit Vorträgen, Rezitationen und Gesprächen werden noch bis März 2011 zu dem Thema in der Black Box im Gasteig München stattfinden. Manfred Osten, deutscher Autor und Kulturhistoriker, moderiert die Vortragsreihe und empfängt prominente Dichter, Philosophen und Geisteswissenschaftler, die sich eingehend mit dem Dichter Goethe auseinandergesetzt haben.
Mit Rilkes Wort „Du mußt Dein Leben ändern“ hat Peter Sloterdijk eine Rückbesinnung auf die Kulturtechnik der „Anthropotechnik“ gefordert. „Ohne eine solche Selbsterziehungs-Revolution besitzt die aktuelle Menschheit keine Chance, ihre sich ankündigenden Probleme zu lösen.“ Goethe hat dieser Diagnose früh zugestimmt. Im zweiten Teil der Faust-Tragödie findet sich bereits die Aufforderung zur „Selbsterziehungs-Revolution“: „Wer Gutes will, der sei erst gut. / Wer Freude will, besänftige sein Blut.“
Das Gespräch soll daher der Frage nachgehen: War Goethe ein für die Gegenwart noch zu entdeckendes „philosophisches Temperament“ avant la lettre?
Peter Sloterdijk wurde 1947 geboren. In München und Hamburg studierte er Philosophie, Geschichte und Germanistik. Seit den 80er Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und veröffentlichte zahlreiche Werke. Dazu zählt unter anderem: “Kritik der zynischen Vernunft“, welches zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts zählt und die Trilogie „Sphären“, eine Neuinterpretation der Geschichte der Menschheit unter dem Aspekt der gemeinsamen Raumbildung. Seit 1992 ist Sloterdijk Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, an der er seit 2001 auch Rektor ist, und hat eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien inne. Kontrovers diskutiert wurden 1999 Sloterdijks „Regeln für den Menschenpark“, durch die er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Peter Sloterdijk für seine Arbeit erhalten hat, gehören der Lessing-Preis und der Europäische Essay-Preis Charles Veillon.
Zu den weiteren Gästen der Reihe „Goethe im Gasteig – Zur Modernität eines deutschen Klassikers“ gehören Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE (23.2.2011) und Matthias Matussek, Journalist und Publizist (17.3.2011).









