(openPR) Ist Goethe in der Geschichte der Deutschen „ein Zwischenfall ohne Folgen“? Dieser Frage, die einer Behauptung Nietzsches entspringt, möchte das Projekt „Goethe im Gasteig – Zur Modernität eines deutschen Klassikers“ auf den Grund gehen. Insgesamt sieben Veranstaltungen mit Vorträgen, Rezitationen und Gesprächen werden noch bis März 2011 zu dem Thema in der Black Box im Gasteig München stattfinden. Manfred Osten, deutscher Autor und Kulturhistoriker, moderiert die Vortragsreihe und empfängt prominente Dichter, Philosophen und Geisteswissenschaftler, die sich eingehend mit dem Dichter Goethe auseinandergesetzt haben.
„Dieses Buch ist völlig Geist“ und in seiner „Herrlichkeit nicht von vielen begriffen worden“ (Hofmannsthal). Exkursionen in den immer wieder missverstandenen Kosmos des großen dichterischen Alterswerks Goethes sind auch heute noch Rarität. Martin Mosebach hat sie gewagt - mit dem Ergebnis: Der West-Östliche Divan sei „so jung, so schaumgeboren“, wie er „sich damals (1819) in der Öffentlichkeit präsentierte“. Zum Kosmos des Divans gehört auch Goethes Urteil über den Koran. Er sei zwar „groß und streng“, aber auch „furchtbar“. Vor diesem Hintergrund hat Goethe schon vor 200 Jahren versucht, mögliche Strategien eines künftigen Gesprächs-Divans des Westens mit dem Islam aufzuzeigen. In Rezitation, vorgetragen von Schauspielerin Sunnyi Melles, und Gespräch soll u.a. auch auf die Aktualität dieses Aspekts eingegangen werden.
Martin Mosebach wurde 1951 in Frankfurt am Main geboren und studierte dort und in Bonn Jura. Seit 1980 lebt Mosebach als Schriftsteller und Lyriker in Frankfurt am Main. Er schreibt Aufsätze über Kunst und Literatur für Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk. Außerdem veröffentlicht er Hörspiele, Dramen, Libretti (u.a. für die Salzburger Festspiele und die Oper Frankfurt) sowie Filmdrehbücher (u.a. Buster’s Bedroom und Roussel). Für seine Arbeit erhielt Mosebach mehrfach Auszeichnungen wie beispielsweise den Heinrich-von-Kleist-Preis und den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Sunnyi Melles, Ungarin, 1958 in Luxemburg geboren, wuchs in der Schweiz auf, wo sie bereits mit zehn Jahren erste Bühnenerfahrungen sammelte. Nach ihrem Studium an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule war sie zunächst an den Münchner Kammerspielen, vor allem unter der Regie von Dieter Dorn zu sehen. 2003 folgte sie ihrem Stammregisseur Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel in München. Neben ihrem Engagement am Theater ist sie regelmäßig in Film- und Fernsehenrollen zu sehen. Sunnyi Melles ist mit Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn verheiratet und hat zwei Kinder.
Zu den weiteren Gästen der Reihe „Goethe im Gasteig – Zur Modernität eines deutschen Klassikers“ gehören Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Philosoph, Kulturwissenschaftler und Essayist (10.2.2011); Sarah Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE (23.2.2011) und Matthias Matussek, Journalist und Publizist (17.3.2011).
Eintrittskarten
Einzelkarte 15 € (erm. 10 €),
Einzelkarte im Abo 12 € (pro Veranstaltung)
Erhältlich bei allen Vorverkaufsstellen von München Ticket, unter
089/54 81 81 81 (0,14€ pro Minute) sowie an der Abendkasse














