(openPR) Der Frage, wie die Nazis in Deutschland unter Hitler so große Macht erlangen konnten und warum die Deutschen nicht mehr Widerstand leisteten ging 1967 der amerikanische Geschichtslehrer Ron Jones in einem umstrittenen Experiment mit seinen Schülern nach. Morton Rhue verarbeitete diese Geschichte Anfang der 80er Jahre zu seinem beklemmenden Roman „Die Welle“. Als Theaterstück führen Jugendliche der Waldbühne Sigmaringendorf dieses Werk in den kommenden Wochen im Landkreis Sigmaringen auf.
Im Geschichtsunterricht sind die Schüler der Klasse von Lehrer Ben Ross erschüttert, als sie erfahren, wie grausam das Nazi-Regime in Deutschland mit Menschen umging, die nicht in das von der Partei propagierte Weltbild passten. Die Bilder aus Konzentrations- und Arbeitslagern lassen die Schüler nicht los. Ross kann ihnen nicht zufriedenstellend beantworten, warum sich so viele Deutsche nicht gegen die Nazis wandten. Da beschließt er, den Schülern mit einem Experiment nahezubringen, wie leicht man sich von gruppendynamischen Prozessen mitreißen lassen kann.
Fortan legt er in seinem Unterricht größten Wert auf Disziplin und Gemeinschaft. Mit militärischen Kommandos, gemeinsamen Zeichen, identitätsstiftenden Ritualen formt er aus seinen Schülern eine Bewegung, die sich „Die Welle“ nennt.
Die Schüler sind zunächst begeistert von dem neuen Elan, der in der Klasse entsteht. Die Welle greift um sich, immer mehr Schüler der ganzen Schule schließen sich der Bewegung an, die schließlich immer weitere Kreise zieht. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle: Zunehmend geraten die Schüler, die nicht mitmachen wollen unter Druck. Sie werden zu Außenseitern und es kommt zu Drohungen und gewalttätigen Übergriffen gegenüber den Nichtmitgliedern der Welle.
Ross sieht sich schließlich gezwungen, das Experiment zu beenden, was zu einer schmerzhaften Erfahrung für die Schüler wird.
Aus dem Buch, das den Untertitel „Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging“ trägt, schuf Reinhold Tritt ein Theaterstück, das Jugendliche der Sigmaringendorfer Waldbühne in den vergangenen Wochen unter Leitung von Nadja Kiesewetter einstudierten. Da die Waldbühne im Winter keine sehr angenehmen Temperaturen bietet, gehen die Schauspieler auf Tour durch den Landkreis und führen das Stück insgesamt sechsmal auf: Am 7. und 8. Januar im Hoftheater in Sigmaringen, am 14. und 15. Januar in der Alten Kirche Rulfingen und am 21. und 22. Januar im Gasthaus Fridolin in Laucherthal. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, beim Austritt werden aber gerne Spenden für die Jugendarbeit der Waldbühne angenommen.












